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Fußball
Trainer Falk Franke verlässt Kremmen

Trudelt da gerade eine Absage ein?: Falk Franke fehlt bei vielen Fußballern die nötige Einstellung.
Trudelt da gerade eine Absage ein?: Falk Franke fehlt bei vielen Fußballern die nötige Einstellung. © Foto: Stefan Zwahr
Stefan Zwahr / 09.04.2018, 07:30 Uhr
Kremmen. Bitterlich enttäuscht war Falk Franke am Sonntag nach dem Gastspiel seines FC Kremmen in Schönow. Sang- und klanglos verlor der Fußball-Kreisoberligist mit 1:5. Für den Trainer war danach klar: „Ich habe die richtige Entscheidung getroffen.“

Am Donnerstagabend hatte der 57-Jährige seiner Mannschaft mitgeteilt, sein Traineramt nach dem Saisonende zur Verfügung zu stellen. „Ich will Fußball trainieren und nicht verwalten“, begründet er seinen Entschluss auf Nachfrage.

Im Sommer 2016 hatte Franke den Trainerjob angetreten – nachdem er den FCK bereits von 2007 bis 2013 als Trainer betreut hatte. „Es war eine schöne Zeit damals“, sagt der Marwitzer, der die Mannschaft 2010 zum Sieg im Kreispokal geführt hatte und in vier Spielzeiten Vize-Kreismeister war. Doch die Zeiten hätten sich geändert. „Wir haben seit Monaten nur noch einen kleinen Kader.“ Schon vor dem Beginn der Rückrunde hatte Franke betont, dass man Probleme bekommen werde. Seine warnenden Worte seien ungehört geblieben.

Falk Franke macht seit Jahrzehnten Fußball. Als Aktiver bis 1992 bei Motor Hennigsdorf am Ball, startete er auch seine Trainerlaufbahn in der Havelstadt. Seither habe sich einiges verändert. Viele Spieler würden ihrem Hobby nur noch lustlos nachgehen, hätten am Dienstag und Donnerstag Ausreden, um nicht zum Training zu müssen. „Und das sind gerade diejenigen, die im Privatleben keine Verpflichtungen haben. Das ist der Trend.“ Viele hätten einfach keinen Bock mehr – und würden nicht verstehen, dass sie im Verein nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten hätten. „Etliche Leute im Verein arbeiten hinter den Kulissen. Die Flöten kommen, lassen sich einkleiden, bekommen nach dem Spiel Essen und lassen sich dennoch gehen. Dann sollen sie in einer Freizeittruppe spielen. Ich muss mir mein Leben auch ein einteilen.“

Falk Franke betont, all die Jahre für den Fußball gelebt zu haben. „Zusammen mit Thomas Thomas Heyer habe ich mir nichts vorzuwerfen. Wir haben das Beste daraus gemacht, waren letztes Jahr im Pokalfinale und standen bis zum Wochenende auf Platz 3.“ Dennoch litt zuletzt der Spaß. „Du hast als Trainer einen Saison- und Trainingsplan. Wenn du dann regelmäßig mit sechs Leuten auf dem Platz stehst, macht es keinen Sinn.  Ich bin doch kein Sozialarbeiter. Das muss ich mir nicht antun.“

Auch das jüngste 1:5 in Schönow sei eine Quittung für die miserable Trainingsbeteiligung gewesen. Eine weitere. Schon vor dem Pokalspiel gegen Ahrensfelde am Ostersonnabend (dieses bezeichnete Franke als Saisonhöhepunkt) seien nur sechs Spieler zum Abschlusstraining gekommen. „Ich habe sie nach Hause geschickt. Das ist frustrierend für den Trainer. Aber du hast auf der Ebene, auf der wir uns bewegen, als Trainer keine Handhabe mehr. Die Druckmittel fehlen, da sich die Mannschaft von allein aufstellt.“

Das alles habe ihm zu denken gegeben. „Darum habe ich die Reißleine gezogen. Nun mache ich die Saison sauber zu Ende. Das gehört sich so.“ Was dann passiert, werde man sehen. „Ich habe mit dem Fußball noch nicht abgeschlossen. Aber ich muss auch nicht zwingend etwas machen.“

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