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Weltreise
15000-Kilometer-Radtour

Zwischenstopp in der Alten Reederei: Insgesamt hat sich Peter Kagerer 15 000 Kilometer vorgenommen.
Zwischenstopp in der Alten Reederei: Insgesamt hat sich Peter Kagerer 15 000 Kilometer vorgenommen. © Foto: Matthias Henke
Matthias Henke / 13.04.2018, 22:00 Uhr - Aktualisiert 16.04.2018, 11:27
Fürstenberg (Matthias Henke) Knapp 75 Kilometer sind es auf dem Radweg Berlin-Kopenhagen von Oranienburg nach Fürstenberg. Peter Kagerer aus Berlin hat diese Etappe am Donnerstag zurückgelegt. Ambitionierte fahren auf der insgesamt 650 Kilometer langen Route weiter bis nach Kopenhagen – so auch Kagerer. Doch die dänische Hauptstadt ist für ihn nur ein weiterer Zwischenstopp.

Etwa 15 000 Kilometer hat Kagerer vor sich. Nach dem Überqueren des Öresunds geht es weiter an den Küsten Schwedens und Norwegens bis zum Nordkap. Anschließend folgt er dem Iron-Curtain-Trail, eine Route, die entlang der früheren Grenze zwischen Ost und West bis zum Schwarzen Meer führt. Via Istanbul, Westtürkei und Athen will Kagerer zurück in Richtung Berlin. Allein  Ägäis und Adria werden per Schiff und nicht per Rad überquert.

Die Tagesetappen sind mit etwa 80 bis 120 Kilometer veranschlagt. „Weihnachten möchte ich wieder zu Hause sein“, sagt Kagerer, der sich selbst als „Berufsabenteurer“ bezeichnet. „Das hört sich erst einmal merkwürdig an, ist aber tatsächlich so“, fügt der gebürtige Würzburger hinzu. In der Regel sei er ein halbes Jahr unterwegs, das andere halbe Jahr verbringe er zu Hause damit, Vorträge über seine Reisen zu halten. Nur diesmal werde die Tour etwas länger, und zu Papier bringen wolle er seine Erlebnisse diesmal auch.

Seine erste Tour führte Peter Kagerer 2010 per Tretroller 7 220 Kilometer den Jakobsweg entlang. 2011 ging es nach Kairo. „Es war die Zeit des arabischen Frühlings. Nachts wurde in Kairo geschossen, tagsüber ging es allerdings. Auf dem Sinai war es aber eine ziemlich irre Situation: alle 50 Kilometer ein Checkpoint. Drei Monate später haben sie dann dort angefangen, Touristen zu entführen. Heute würde ich das nicht mehr machen“, blickt der Weltenbummler zurück. Als praktisch habe sich erwiesen, immer einige Presseartikel über sich dabeizuhaben. Als er wegen des syrischen Bürgerkriegs 2011 das Land von Istanbul nach Israel überfliegen wollte, wäre der Trip von misstrauischen Grenzern fast gestoppt worden. „One Way nach Israel – das kam denen wohl komisch vor. Aber zum Glück konnte ich belegen, dass ich nichts Böses vorhabe.“

Den Iron-Curtain-Trail habe er schon immer einmal unter die Räder nehmen wollen. „Zum Startpunkt in Norwegen könnte man auch fliegen, aber per Rad hinfahren geht ja schließlich auch und auf die Lofoten wollte ich auch ganz gerne“, so Kagerer.

Ein Familienleben, wie es für andere normal ist, ist so schwerlich möglich. „Aber meine Frau hat gewusst, worauf sie sich einlässt. Als wir uns kennengelernt haben, kam ich gerade von einem Survivaltraining aus der Eifel“, erzählt der 47-Jährige und lacht. „Wir haben keine Kinder, kein Auto und kein Haus, da geht sowas schon.“

Der Start in Berlin verlief, im übertragenen Sinn, holprig. „Der Radfernweg Berlin-Kopenhagen ist da wirklich bescheiden ausgeschildert. Aber die Etappe jetzt ab Oranienburg, da ist das wieder gut gemacht“, sagt er. Überhaupt sei das Angebot für Radfahrer in Deutschland und international sehr vorzeigbar. Dabei rede er nicht nur vom Jakobsweg, der ja nicht primär als Radlerpiste angelegt wurde. „Der Donauradweg in Serbien ist auch sehr gut. Von Oslo nach Bergen ist auch eine gute Route. Oder der Ostseeküstenradweg entlang der baltischen Küste“, zählt Kagerer auf. An der finnisch-russischen Grenze erwarte er dagegen, hauptsächlich auf regulären Straßen unterwegs zu sein.

Nach seiner Rückkehr können womöglich die Fürstenberger aus erster Hand sich von dem Abenteuern Kagerers berichten lassen – dann in der Alten Reederei, wo Kagerer auf Einladung von Michael Wittke übernachtete.

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