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Biotonne
Preise gesenkt

Warten auf Kunden für die Biotonne: AWU-Geschäftsführer Manfred Speder und Renate Luthardt (Vertrieb)
Warten auf Kunden für die Biotonne: AWU-Geschäftsführer Manfred Speder und Renate Luthardt (Vertrieb) © Foto: Burkhard Keeve
Burkhard Keeve / 14.04.2018, 06:30 Uhr
Velten (MOZ) In Oberhavel kommt die Biotonne nicht so richtig in Schwung. Mit radikalen Preissenkungen will die Abfallwirtschaftsunion in Velten (AWU), die im Auftrag des Kreises den Müll einsammelt, das ändern.

Bislang sehen die Zahlen schlecht aus. In drei Kommunen – Birkenwerder, Hohen Neuendorf und Hennigsdorf – startete im Juni 2017 der Biotonnen-Modellversuch. Aktuell benutzen erst 736 Haushalte so einen 120-Liter-Behälter. Das ist noch weit weg vom hochgesteckten Ziel von 3 000 Behältern bis 2019, wenn der Modellversuch endet.

Gegen die Biotonne sprach bislang für viele Oberhaveler der Preis. Sowohl die Kosten für die Abfuhr, als auch der Anschaffungspreis war vielen zu hoch. „Daran mussten wir unbedingt etwas ändern“, sagt AWU-Geschäftsführer Manfred Speder. Die Preise wurden rapide gesenkt.

Zunächst wurde zu Beginn 2018 die Entleerung der Biotonne von 4,70 auf 3,25 Euro runtergeschraubt. Damit ist sie günstiger als die Hausmüll-Tonne, die pro Abfuhr 4,50 Euro kostet. Der entscheidende Einschnitt folgte dann im Frühjahr. Jetzt müssen für eine neue Biotonne (120 Liter) nur noch knapp 20 Euro bezahlt werden. Und angeliefert wird sie auch. Vorher wurden für den Behälter allein 35 Euro berechnet, plus Anlieferung kam der Kunde auf gut 56 Euro. „Der Kauf war eine zu große Hürde“, gibt Speder zu.  Für ihn ist die Biotonne alternativlos. Er hat selbst eine und schwärmt jetzt zu Beginn der Gartensaison auch als Privatmann von den Vorzügen. „Ich muss meinen Wagen nicht mehr mit Gartenabfällen vollladen und selbst zum Kleinanliefererbereich fahren. Jetzt wird alles einfach abgeholt.“  Billiger sei es zudem. Zwei Laubsäcke mit je 60 Liter Fassungsvermögen kosten vier Euro. „Außerdem tut man etwas für die Umwelt“, sagt Speder noch, „das muss in die Köpfe“.

Bei Katharina Reuter von den Grünen Hohen Neuendorfs ist keine Überzeugungsarbeit mehr notwendig. „Wir haben es ausprobiert.“ Vom Ergebnis ist sie begeistert. „Unser Restmüllaufkommen hat sich bis zu 50 Prozent reduziert“, so Frau Reuter. Hinzu komme, dass sie die Biotonne nur alle acht bis zehn Wochen leeren lassen müsse. „War sie vorgestern noch fast voll, ist der Biomüll heute abgesackt, weil sich die organischen Abfälle zersetzen“, so Katharina Reuter. Im Monat kommt die AWU bislang auf nur 300 Abfuhren.

Aktuell steht rund die Hälfte aller Biotonnen in Hohen Neuendorf. Dass der Norden Oberhavels jemals Biotonnen-Land wird, hält auch Speder für unwahrscheinlich. Nach dem Ende des Modellversuchs in der Süd-Region im Jahr 2019 soll die Biotonne aber bis Oranienburg eingeführt werden – auf freiwilliger Basis. (bu)

Kontakt: 03304 376202 oder www.awu-oberhavel.de

Hintergrund

■ Die Biotonne gibt es in Oberhavel in mehreren Variationen, zum Beispiel mit und ohne Filterdeckel. Der Filter enthält unter anderem Mikroorganismen, die Gerüche abbauen.

■Kosten bei Kauf: Biotonne 120 Liter (maximales Füllgewicht 60 Kilogramm) ohne Filter 19,99 Euro (vorher 35 Euro).

■Die Biotonne kann auch für 2,50 Euro pro Monat gemietet werden. Bei späterem Kauf der Miettonne wird die bereits gezahlte Miete angerechnet.

■Biotonne mit Filter 39,99 Euro (vorher 75 Euro).

■Die Kosten für die Anlieferung entfallen mittlerweile, vorher wurden dafür von der AWU rund 25 Euro berechnet.

■ Biotonne, 240 Liter, ohne Filter: 29,99 Euro⇥(bu)

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