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Ehrung
Plädoyer für weibliches Selbstbewusstsein

Erinnerten an eine starke Frau: Die Projektgruppe des Strittmatter-Gymnasiums, Dr. Beatrix Hoffmann-Ihde (vorne links), Lehrerin Christiane Konopka (Zweite von rechts) und Gastgeberin Manuela Röhken (rechts) ehrten Emilie Snethlage.
Erinnerten an eine starke Frau: Die Projektgruppe des Strittmatter-Gymnasiums, Dr. Beatrix Hoffmann-Ihde (vorne links), Lehrerin Christiane Konopka (Zweite von rechts) und Gastgeberin Manuela Röhken (rechts) ehrten Emilie Snethlage. © Foto: Thomas Pilz
Thomas Pilz / 14.04.2018, 10:00 Uhr
Kraatz (MOZ) Mutig, selbstbewusst und außerordentlich bescheiden – so wird die Forscherin Emilie Snethlage charakterisiert. Im Ausland gilt die Schmetterlingsforscherin zwar als renommiert, vor allem in Südamerika. Hierzulande ist die vor 150 Jahren geborene Kraatzerin aber kaum bekannt. Auf diesen Widerspruch machte am Freitag die Snethlage-Kennerin und Alt-Amerikanistin Dr. Beatrix Hoffmann-Ihde in Kraatz aufmerksam – aus Anlass einer Veranstaltung, zu der die Kraatzerin Manuela Röhken eingeladen hatte. Auf dem Friedhof ehrten Granseer Strittmatter-Gymnasiasten Snethlage, die am 13. April 1868 das Licht der Welt erblickte. Im Mausoleum legten die Schüler Blumen nieder.

Anschließend stattete man gemeinsam mit Lehrerin Christiane Konopka der Kunstkate Kraatz einen Besuch ab. Dort wird eine Ausstellung über Emilie Snethlage vorbereitet, die am 21. April eröffnet werden soll.

Über Leben und Wirken von Snethlage sprachen die wissbegierigen Gymnasiasten mit Beatrix Hoffmann-Ihde, die sich offensichtlich über den Zuspruch und das Interesse der vor allem jungen Mädchen freute. „Man kann sich das heute kaum noch vorstellen, aber zu der Zeit, als Snethlage ihre Dissertation verfasste, waren Frauen im Wissenschaftsbetrieb eine große Seltenheit und gar nicht so gerne gesehen“, betonte die Forscherin, die kürzlich erst wieder im Amazonas-Gebiet weilte. Die promovierte Ethnologin widmete sich dem Forschungsgegenstand, der seinerzeit auch die Kraatzer Schmetterlingsforscherin bewegte, dem Leben der indigenen Völker im Amazonas-Gebiet.

Zur Erinnerung: Von Brandenburg nach Brasilien war Emilie Snethlage Anfang des 20. Jahr­hunderts mehrfach zu Expeditionen ins Amazonas-Gebiet aufgebrochen. Dort forschte sie zwar vor allem als Ornithologin, sammelte aber auch botanisches Material.

Und bald vertiefte sie ihre Faszination von den indigenen Völkern am mittleren Xingu-Becken.Snethlage beschrieb die Lebensweise der Eingeborenen am unteren und mittleren Rio Irirí und am Rio Curuá. „Sie war die erste Wissenschaftlerin, die für kurze Zeit mit den Gruppen der Xipaya und Kuruaya zusammen lebte und Einblick in ihre Kultur gewinnen konnte“, so Manuela Röhken.

Lebensorte seien das gewesen, „die es heute tatsächlich meist nicht mehr gibt“.(pilz)

Die Foto-Ausstellung „Von Brandenburg nach Brasilien und zurück –Emilie Snethlage – Forschungen am Rio Xingu“ wird am 21. April in der Kunstkate Kraatz um 15 Uhr eröffnet. Die Laudatio hält Dr. Beatrix Hoffmann-Ihde. Konzert-Gitarrist Axel Röhken bringt Werke von Heitor Villa-Lobos zu Gehör.

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