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Zeuge verschwunden
Gerichtsprozess zum Kremmener Brandanschlag gerät ins Stocken

Der Prozess zum Brandanschlag auf ein Asylbewerberheim in Kremmen zieht sich derzeit unnötig in die Länge. Grund: Ein wichtiger Zeuge ist vorerst offenbar verschwunden.
Der Prozess zum Brandanschlag auf ein Asylbewerberheim in Kremmen zieht sich derzeit unnötig in die Länge. Grund: Ein wichtiger Zeuge ist vorerst offenbar verschwunden. © Foto: Bernd Settnik/dpa
Roland Becker / 16.04.2018, 17:47 Uhr
Kremmen/Neuruppin (MOZ) Bereits am Freitag hatte Richter Udo Lechtermann eine Ordnungsstrafe gegen den Zeugen Guido K. aus Sommerfeld verhängt, weil dieser seiner Ladung vors Neuruppiner Landgericht nicht nachgekommen war. Von dessen Aussage dürfte einiges davon abhängen, welche Beteiligung Nico B. am Brandanschlag auf die Kremmener Asylunterkunft zu Ostern 2017 nachgewiesen werden kann. Doch auch am Montag erschien K. nicht vor Gericht. Und das, obwohl der Richter eine polizeiliche Vorführung angeordnet hatte.

Mitten in der Nacht, nämlich um 1.31 Uhr am Montag, war eine Streife dort vorgefahren, wo vermutet wurde, dass er dort wohnt. Doch aus dem Schlaf gerissen wurde nur der Vater des gesuchten Mannes. Sein Sohn, so teilte er den Beamten mit, sei auf Montage in Hannover. Wo er dort zu finden sei, könne er nicht sagen. Darüber hinaus besitze er auch keine Telefonnummer, unter der er seinen Sohn erreichen könne. „Er wird erst Ende April wiederkommen, um seine Post zu holen“, teilte der Vater der Streifenbesatzung noch mit.

Nun mag es solche Zufälle geben, dass ein Zeuge plötzlich weit entfernt arbeiten muss und wenig Kontakt zum Vater hat. Doch im Gegensatz zu diesem kennt der Richter einen Handyanschluss das Gesuchten, der Staatsanwalt hat sogar zwei Nummern. Doch beide Anschlüsse waren am Freitag als auch am Montagmorgen ausgeschaltet. Da liegt die Vermutung auf der Hand, dass K. dabei nachgeholfen hat, ihn nicht erreichen zu können.

Auf den Prozess hat das eklatante Auswirkungen. Eigentlich sollte bereits am Freitag das Urteil gesprochen werden. Nun wurden zwei weitere Termine vereinbart. Am 4. Mai ist kaum mit einer Entscheidung zu rechnen, am 24. Mai hofft Lechtermann, den Prozess dann mit einem Urteil abschließen zu können.(rol)

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