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Planung
Oranienburg wächst weiter – und braucht nun neue Kita und Grundschule

Richtfest: 2015 wehte über dem Neubau der Comeniusschule der Richtkranz. Zu Richtfesten wird es wegen des Neubaus von Kitas und Schulen noch öfters Anlass geben.
Richtfest: 2015 wehte über dem Neubau der Comeniusschule der Richtkranz. Zu Richtfesten wird es wegen des Neubaus von Kitas und Schulen noch öfters Anlass geben. © Foto: Tilman Trebs
Friedhelm Brennecke / 16.04.2018, 19:54 Uhr
Oranienburg (MOZ) Oranienburgs rasantes Wachstum erfordert die umgehende Planung für eine weitere Kita mit 150 Betreuungsplätzen in der Innenstadt und den Neubau einer weiteren Grundschule. Dabei handelt es sich um Maßnahmen, die auf das bereits geschnürte dicke Paket von Neubauten oder Erweiterungen von Kitas und Schulen draufzusatteln sind.

Von einer „Monsterwelle“ an Schülerzahlen, die auf die Stadt zurolle,  sprach die Amtsleiterin für Bildung und Soziales, Anke Michelczak, im Bildungsausschuss, als sie die zweite Fortschreibung des Programms „Soziale Infrastruktur“ 2018 bis 2024 mit Perspektive bis 2029 vorstellte und im Detail erläuterte. Seit 2016 wird das Programm jährlich fortgeschrieben.

Zwar gebe es in Oranienburg immer noch mehr Todesfälle im Jahr als Geburten. Die Attraktivität der Stadt sei bei Zuzügen allerdings ungebrochen. Viele Neu-Oranienburger brächten bereits schulpflichtige Kinder mit oder ließen sich hier zur Familiengründung nieder. Angesichts der Kinderzahlen, mit denen Oranienburg bei statistisch 500 neuen Wohneinheiten pro Jahr rechnen müsse, reichten die bereits beschlossenen Baumaßnahmen für Kitas und Schulen nicht mehr aus. Deren Volumen wird allein auf rund 60 Millionen Euro taxiert.

„Besonders dringend ist der Neubau einer Kita mit 150 Betreuungsplätzen in der Innenstadt“, sagte Anke Michelczak. Das habe vor allem damit zu tun, dass die ursprünglichen Pläne der Hoffbauer gGmbH sich nicht mehr zeitnah umsetzen ließen. Hoffbauer wollte an der Rungestraße ursprünglich einen Kita-Neubau für die „Kleine Fische“ errichten und die Zahl der Betreuungsplätze um 110 auf 150 aufstocken. Danach sollte die Kita „Butzelhausen“ im jetzigen Gebäude der „Kleinen Fische“ die Zahl ihrer Betreuungsplätze um 40 auf 80 verdoppeln.

Als noch dringender sieht Anke Michelczak den Neubau einer mindestens zweizügigen Grundschule bis zum Schuljahr 2022/23 an. Zwei Züge fehlten bis dahin auf jeden Fall, sagte sie. Da die Zeit dränge und die Planungen umgehend beginnen müssten, werde über eine flexible und wirtschaftliche Bauweise nachgedacht. Ein modularer Schulbau sei sehr wohl möglich und werde für dieses ehrgeizige Vorhaben wohl ohne Alternative bleiben, sagte Heidrun Gassan, die Amtsleiterin für  Grundstücks- und Gebäudewirtschaft, auf Nachfrage.  Auch in Friedrichsthal werde wohl an einer modularen Lösung bis zur Fertigstellung des Neubaus der dortigen Grundschule im Jahr 2021 kein Weg vorbeiführen.

Sowohl im Bau- als auch im Bildungsausschuss warnte vor allem die Linke davor, die Havel-Grundschule dauerhaft fünfzügig zu führen. „Temporär ist das möglich, aber nicht ständig“, sagte Olaf Kästner im Bauausschuss und plädierte gleich für den Neubau einer dreizügigen Grundschule. Im Bildungsausschuss beantragten die Fraktionen von Linken und Freien Wählern unter anderem den Neubau einer dreizügigen Grundschule und den Neubau von zwei Kitas mit je 150 Betreuungsplätzen in der Innenstadt. „Angesichts der prognostizierten Entwicklung halten wir dies für erforderlich“, sagte Enrico Rossius (Linke). Auch Ausschussvorsitzende Nicole Walter-Mundt (CDU) erinnerte daran, dass die neue Comeniusgrundschule angesichts der Schülerzahlen schon damals hätte dreieinhalbzügig geplant werden müssen.  Der Bildungsausschuss sprach sich mit den Änderungsanträgen von Linken und FWO für die Fortschreibung der „Sozialen Infrastruktur“ aus. Der Bauausschuss stimmte ohne diese Änderungen für die Vorlage der Verwaltung.

Erste Maßnahmen

■  Die Kita „Pusteblume“ des freien Trägers Johanniter in Germendorf soll zum 1. August in ihren Neubau umziehen, in dem dann 125 Betreuungsplätze bestehen.

■ 125 Betreuungsplätze sollen auch im Neubau der Kita „Bäkestrolche“ in Schmachtenhagen geschaffen werden. Geplante Fertigstellung ist zum August 2019.

■ Der Erweiterungsbau der Havel-Grundschule Oranienburg (Erstklässler-Trakt)  soll zum 1. August 2020 fertiggestellt werden. ⇥(bren)

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