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Dorfgeschichte
Kriegerdenkmal soll erhalten bleiben

Erforscht die Staffelder Geschichte: Helmut Glanzer vor dem Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs. Er unterstützt dessen Sanierung und plädiert für eine Informationstafel.
Erforscht die Staffelder Geschichte: Helmut Glanzer vor dem Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs. Er unterstützt dessen Sanierung und plädiert für eine Informationstafel. © Foto: Aileen Hohnstein
Aileen Hohnstein / 17.04.2018, 12:30 Uhr - Aktualisiert 17.04.2018, 15:14
Staffelde

Das Denkmal für die Opfer des Ersten Weltkriegs zeigt Spuren der Verwitterung. Der stellvertretende Ortsvorsteher von Staffelde, Helmut Glanzer, möchte künftigen Generationen die Kulturzeugnisse des Dorfes erhalten. Deshalb setzt er sich für die Sanierung des Denkmals ein.

Ein paar Steine sind locker und drohen, bald herauszufallen. Die Inschriften auf dem Staffelder Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs – auf 24 Feldsteinen sind Namen und Sterbedaten vermerkt – sind verwittert und kaum zu entziffern. „Ansonsten ist es aber noch gut erhalten. Ich denke, es ist billiger, das Denkmal in relativ guten Zustand zu sanieren, als noch zu warten“, sagt Helmut Glanzer, stellvertretender Ortsvorsteher von Staffelde, und zupft ein paar grüne Büschel aus, die zwischen den Steinen wachsen. „Man muss es jetzt in die Hand nehmen, von allein passiert nichts.“

Der 69-Jährige ist Ur-Staffelder und hat in den vergangenen Jahren sein Interesse für Historisches entdeckt. „Ich finde es wichtig, künftigen Generationen zu zeigen, was die Geschichte von Staffelde ausmacht.“ Deshalb macht er sich dafür stark, das Denkmal wieder herzurichten. 100 Jahre nach Ende des Ersten Weltkrieges bitten Ortsbeirat und Gemeindekirchenrat daher die Staffelder um ihre Unterstützung bei diesem Vorhaben.

Zudem hat Glanzer sich vorgenommen, die Dorf-Chronik ab den 1990er-Jahren fortzuführen. Unterstützung hat er sich dazugeholt. Ingrid Zache hatte Ende vergangenen Jahres seinen Aufruf in der Zeitung gelesen, war interessiert und sich gleich bei ihm gemeldet.

Auf einem Rundgang durch den Ort besuchten sie die Kirche und machten dort eine interessante Entdeckung. In einer Ecke fielen ihnen verstaubte Gedenktafeln aus Holz auf, die aus den Jahren von 1813 und 1815 stammen, aus Zeiten der Befreiungskriege gegen Napoleon. Nach einem Erlass von Friedrich Wilhelm III, wurde Gefallenen so in der heimatlichen Kirche gedacht. „Das ist eigentlich ein Schatz. Nur wenige Orten haben noch Zeichen der Gedenkkultur für Gefallene“, findet Ingrid Zache. Helmut Glanzer kann sich daran erinnern, dass in seiner Kindheit die hölzernen Tafeln und an anderer Stelle Orden der Gefallenen in der Kirche platziert waren. Warum alles dann entfernt wurde, darüber lässt sich nur spekulierten. Ingrid Zache holt ein Dokument heraus und zeigt eine Erläuterung, in der das evangelische Konsistorium die Gedenktafeln 1950 als Fehler einstufte und sie abhängen ließ.

Helmut Glanzer möchte nun gern, dass die Tafeln wieder Platz an ihrem ursprünglichen Ort in der Kirche finden. Informationsblätter für Gäste sollen dann die Bedeutung der historischen Zeugnisse und die Einordnung in die Geschichte erläutern. Ähnliches schwebt ihm für das Denkmal vor der Kirche vor, das damals von der Gemeinde errichtet wurde. Dort würde er gern eine Informationstafel sehen. Noch sind es nur Gedankenspiele, doch Helmut Glanzer hofft auf eine baldige Realisierung dieser Ideen für eine zugängliche Ortsgeschichte.

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