Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Bilanz
Laesicke blickt auf die ersten 100 Tage als Bürgermeister

Weltoffen: Liebt seine Stadt, will sich leidenschaftlich für Oranienburg einsetzen, ist mit den ersten 100 Tagen seiner  Amtszeit ganz zufrieden, arbeitet daran, noch routinierter zu werden und hat Respekt vor den anstehenden Herausforderungen einer wachsenden Stadt: Bürgermeister Alexander Laesicke.
Weltoffen: Liebt seine Stadt, will sich leidenschaftlich für Oranienburg einsetzen, ist mit den ersten 100 Tagen seiner  Amtszeit ganz zufrieden, arbeitet daran, noch routinierter zu werden und hat Respekt vor den anstehenden Herausforderungen einer wachsenden Stadt: Bürgermeister Alexander Laesicke. © Foto: Friedhelm Brennecke
Friedhelm Brennecke / 17.04.2018, 21:13 Uhr
Oranienburg (MOZ) Am 8. Januar wurde er vereidigt. Am Mittwoch ist Alexander Laesicke (parteilos) seit genau 100 Tagen Oranienburgs neuer Rathauschef. Wie sieht die erste Bilanz aus, die der am 15. Oktober vorigen Jahres gewählte Bürgermeister zieht? Gingen seine Erwartungen bisher in Erfüllung, hat er noch ein Familienleben?

„Seit dem 8. Januar habe ich unzählige Hände geschüttelt, habe mich bemüht, mich allen Bereichen der Stadtverwaltung, der Feuerwehr und dem Stadthof, den städtischen Gesellschaften, den wichtigsten Unternehmen, der Polizeifachhochschule und dem Landrat vorzustellen“, sagt der 38-Jährige. Miteinander reden, Vertrauen aufbauen und sich Respekt erarbeiten, das seien in den ersten Amtswochen die wichtigsten Aufgaben gewesen.

Am Dienstag moderierte Alexander Laesicke zum ersten Mal eine Stadtrundfahrt mit Senioren.  „Das war noch Neuland für mich. Gern habe ich diesen interessierten Menschen aber unsere Stadt gezeigt und sie mit den vielen positiven Veränderungen vertraut gemacht“, sagt der zweifache Familienvater, der sich als neuer Rathauschef im Schloss angekommen fühlt. Allerdings muss er wegen dringender Bauarbeiten bis voraussichtlich Oktober mit einem Ausweichbüro im Havelflügel vorlieb nehmen, bevor er in das Bürgermeisterzimmer im Mittelflügel einziehen kann.

Jeden Tag, gewöhnlich ab 6.30 Uhr,  sitzt er bis zirka 9 Uhr am Schreibtisch, um E-Mails zu lesen, zu beantworten und die Zeitungen auszuwerten. „Danach komme ich nicht mehr dazu“, sagt Laesicke. Denn dann stehen Beratungen und Termine an, sowohl im Haus als auch auswärts. Mit den Amtsleiterinnen und Amtsleitern werde alle drei Wochen getagt, um „noch dazuzulernen und ständig auf dem Laufenden“ zu sein.

„Ich merke, dass ich jeden Tag ein bisschen mehr Boden unter den Füßen gewinne. Aber Routine ist das noch lange nicht. Daran muss ich Tag für Tag arbeiten, um nach und nach noch routinierter zu werden“, räumt der Diplom-Volkswirt offen ein. Dankbar ist er, dass alle Fraktionen im Stadtparlament, denen er sich ebenfalls vorgestellt habe, ihm offen begegnet seien. Das schaffe Vertrauen.

Das Zusammenspiel mit den engsten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern laufe sehr gut. Auf seinen Referenten Gilbert Collé könne er, wie erwartet, bauen und ein bisschen stolz ist Alexander Laesicke, darauf, dass es gelungen sei, so schnell eine arbeitsfähige Führungsstruktur aufzubauen. „Mit einer Beigeordnetenregelung wären wir noch nicht so weit“, ist er überzeugt. Kritik von Grünen und Piraten, bei der Besetzung der Dezernate sei Hinterzimmerpolitik mit Mauscheleien betrieben worden, weist der parteilose Bürgermeister zurück. „Ich werte es bis jetzt als Vorteil, keiner Partei verpflichtet zu sein“, sagt Laesicke.

Bei der Besetzung der Dezernate seien zwar Parteimitglieder zum Zuge gekommen. „Das wichtigste war mir aber deren Kompetenz“, sagt der Bürgermeister. Feste Säule ist dabei Baustadtrat Frank Oltersdorf (SPD), der dieses Amt seit bald 16 Jahren bekleidet und künftig erster Stellvertreter von Laesicke werden soll. Mit Stefanie Rose (Linke) habe er eine kompetente Dezernentin für Bürgerdienste gewonnen und mit Christoph Schmidt-Jansa (CDU) komplettiere ab 1. Mai ein ebenso kompetenter Fachmann den Bereich Finanzen. „Beide sind noch jünger als ich. Damit leiten wir auch einen Generationswechsel an der Rathausspitze ein“, freut sich Alexander Laesicke auf die anstehenden Herausforderungen, an denen jetzt mit Hochdruck gearbeitet werde. Eine davon ist der Aufbau einer Holding, unter deren Dach die städtischen Gesellschaften zusammengeführt und Synergien erzielen sollen.

Kommunikation will der neue Bürgermeister groß schreiben. In den beiden Beratungsrunden mit den Ortsvorstehern habe er angeboten, sich auch den Ortsbeiräten nochmals explizit vorzustellen. „Bisher haben mich zwei Ortsvorsteher eingeladen. Erster Termin ist an diesem Donnerstag in Wensickendorf, ein zweiter in Kürze in Lehnitz.“

Kommt die Familie bei den ständigen Verpflichtungen nicht zu kurz? „Nein“, sagt Alex, wie ihn Freunde kurz nennen. Wenn es sich anbiete, würden seine Frau und die beiden kleinen Töchter ihn auf Terminen begleiten, wie kürzlich schon bei den „Glüxrittern“. „Bürgermeister einer wachsenden Stadt zu sein, gestalten zu können, ist allemal besser und macht mehr Spaß, als Einrichtungen schließen und abwickeln zu müssen“, sagt Laesicke.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG