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Verkehr
S1 und S8 fallen nur selten aus

Warten auf die nächste Bahn nach Oranienburg: Hier am Berliner Gesundbrunnen. Die Züge der Linie S 1 fällen gefühlt häufiger aus als es die Statistik belegt. Nur 1,5 Prozent aller bestellten Züge auf dieser Linie entfallen.
Warten auf die nächste Bahn nach Oranienburg: Hier am Berliner Gesundbrunnen. Die Züge der Linie S 1 fällen gefühlt häufiger aus als es die Statistik belegt. Nur 1,5 Prozent aller bestellten Züge auf dieser Linie entfallen. © Foto: Andrea Linne
Jürgen Liebezeit / 24.04.2018, 17:51 Uhr - Aktualisiert 25.04.2018, 11:50
S-Bahn-Gemeinden (MOZ) Die S-Bahn-Linie S 1 ist eine stark genutzte Verbindung zwischen Oranienburg und Wannsee. Täglich nutzen rund 110 000 Fahrgäste die Strecke zwischen der Kreisstadt und Gesundbrunnen. Mit der S 8 zwischen Birkenwerder und Pankow fahren am Tag rund 18 000 Menschen. Das geht aus einer Antwort von Brandenburgs Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) auf eine Kleine Anfrage der Hohen Neuendorfer Landtagsabgeordneten Inka Gossmann-Reetz (SPD) hervor. Allerdings sind die Zahlen schon sechs Jahre alt, aktuellere liegen nicht vor. Derzeit werde eine neue Erhebung zur Verkehrsnachfrage durchgeführt. Ebenso fehlten Angaben zu kleineren Streckenabschnitten und Daten zu Spitzennutzungszeiten, teilte die Landesgerierung mit.

Gossmann-Reetz hat auch die Zuverlässigkeit der beiden Linien hinterfragt. Demnach sind nach Angaben der Landesregierung im vergangenen Jahr auf der S 1 genau 1,3 Prozent der bestellten Züge ausgefallen, auf der S 8 sind es 2,5 Prozent. Hintergrund sind meistens Bauarbeiten. Mit dieser Kleinen Anfrage bereitet sich die Landtagsabgeordnete auf die Diskussion zum Ausbau der Schieneninfrastruktur zwischen Berlin und Brandenburg vor. Die Landes-SPD hatte kürzlich einen Forderungskatalog dazu veröffentlicht. Darin wird unter anderem eine Taktverdichtung auf den stark nachgefragten Außenästen der S-Bahn-Linien gefordert (wir berichteten).

Die CDU Birkenwerder unterstützt unterdessen die Petition zur Taktverdichtung der S-Bahnlinie 1. Der Orts- und Fraktionsvorsitzende Roger Pautz und seine Stellvertreterin Katrin Gehring haben nach eigenen Angaben die Petition unterschrieben. „Gerade für die Wachstumsregion der Nordbahngemeinden ist die logistische Herausforderung der Personenbeförderung zum Arbeitsplatz von enormer Bedeutung. Hier würde die Taktverdichtung der S-Bahnlinie 1 einen Beitrag zur Entspannung der jetzigen Situation leisten“, erklärte Roger Pautz. Gerade in Stoßzeiten, also im Berufsverkehr, komme es immer häufiger zu übervollen S-Bahnen. „Wenn wir wollen, dass die Bürgerinnen und Bürger den öffentlichen Personennahverkehr intensiver als bisher nutzen und als Kann-Nutzer ihr Auto zu Hause stehen lassen, dann müssen wir die Attraktivität des ÖPNV steigern. Dazu gehört für mich der Takt und für manch einen sogar ein eigener Sitzplatz, um auch in der Bahn während der Fahrt lesen und mobil arbeiten zu können“, teilt Pautz in einer Presseerklärung mit.

Mit einer besseren Taktung sei aber eine schnelle Anbindung an den „Katastrophenflughafen Willy-Brandt“ noch nicht optimal gelöst. „Für uns in Birkenwerder hat der mögliche Regionalbahnhof im Ort oberste Priorität, damit Oberhavel auch weiter als starker Wirtschaftsstandort wachsen kann und gerade ‚bundesweit Tätige’, die auch auf eine gute Anbindung zum Flughafen angewiesen sind, nicht abgehängt werden“, sagte Pautz.

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