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Staatsyacht
Sehnsucht wieder flott gemacht

Staatsbesuch: Unterstützung bekamen die Männer des Kurbrandenburgischen Marinevereins gestern vom Großen Kurfürsten (r.,alias Axel Petersen), der die Sehnsucht vor fast zehn Jahren zu Wasser gelassen hatte, und von Denise Deutsch vom Tourismusverein, die für die Crew einen Kuchen mitgebracht hatte.
Staatsbesuch: Unterstützung bekamen die Männer des Kurbrandenburgischen Marinevereins gestern vom Großen Kurfürsten (r.,alias Axel Petersen), der die Sehnsucht vor fast zehn Jahren zu Wasser gelassen hatte, und von Denise Deutsch vom Tourismusverein, die für die Crew einen Kuchen mitgebracht hatte. © Foto: MOZ/Friedhelm Brennecke
Friedhelm Brennecke / 16.05.2018, 22:23 Uhr
Malz (MOZ) Sie lieben das Maritime, vor allem aber die „Sehnsucht“ und tun alles, um den Nachbau der Staatsyacht des Großen Kurfürsten als Botschafterin Oranienburgs auf den Gewässern der Region in Takt zu halten. In einer konzertierten Aktion haben die Männer des Kurbrandenburgischen Marinevereins in die Hände gespuckt und die „Sehnsucht“ drei Tage lang auf der Werft in Malz wieder flott gemacht.

„Wir haben Löcher in den Holzplanken, die durch Verschleiß entstanden sind, mit Epoxidharz geschlossen und den Rumpf mit einem kompletten schwarzen Schutzanstrich versehen“, sagt Vereinschef Danilo Wiszowaty. Noch wichtiger war allerdings eine Kielreparatur. „Der Kiel aus Eiche hat jetzt eine Verstärkung aus VA-Stahl bekommen. Das dient vor allem der Stabilisierung des 33 Tonnen schweren Schiffes“, sagt Manfred Ulack, der Kapitän der „Sehnsucht“ ist.

Die „Sehnsucht“  wurde vor zehn Jahren im Rahmen einer Arbeitsfördermaßnahme gebaut und war als Hingucker für die Landesgartenschau 2009 bestimmt. Diesen Zweck hat sie mehr als erfüllt. „Allerdings war sie nicht unbedingt für die Ewigkeit gebaut. Die niederländischen Ost-Indien-Schiffe hatten durchschnittlich eine Lebensdauer von zwölf bis maximal 15 Jahren“, sagt Manfred Ulack. Eine durchgehende Qualitätskontrolle habe es bei der „Sehnsucht“ nicht gegeben, so Ulack. Deshalb sei es nicht ungewöhnlich, wenn sich nun doch das eine oder andere Problem zeige.

Die Männer des Vereins aber brennen für ihre „Sehnsucht“ und tun alles, um die Staatsyacht möglichst lange fit und flott zu halten. Sicher muss sie aber auf alle Fälle sein, wenn sie in dieser Saison mehr als  fünfzigmal  in See stechen wird. „Wir sind aber kein Fahrgastschiff, sondern schippern mit Interessierten über unsere Gewässer und stellen dabei kulturelle und historische Themen in  den Mittelpunkt“, stellt  Ulack klar. Dazu gehören aber auch Fahrten zu befreundeten Vereinen. So waren die Oranienburger vor wenigen Tagen beim Hafenfest zum 720. Geburtstag des historischen Hafens auf der Berliner Fischerinsel gern gesehene Gäste. „Das sind dann immer tolle Momente. Wir werden dabei mit unserer ,Sehnsucht’, die immer ein Hingucker ist, auch als Botschafter aus Oranienburg wahrgenommen“, sagt Wiszowaty.

Kaum aus Berlin  zurück, wurde am Montag die Malzer Werft, auf der die Staatsyacht auch überwintert, angesteuert. Bis gestern waren täglich bis zu 15 tatkräftige Männer des Vereins dabei, die Mängel an der „Sehnsucht“ zu beheben. Dabei wurden sie natürlich auch von Kräften der Malzer Werft unterstützt, insbesondere als das Schiff für die Montage der Kielverstärkung im Trockendock auf die Seite gelegt werden musste.

„Dankbar sind wir für diese und andere technischen Hilfen. Ohne die großzügige Unterstützung der Malzer Werft könnten wir das überhaupt nicht stemmen“, betont Danilo Wiszowaty. Bis heute musste aber alles erledigt sein, weil die Werft den Platz im Trockendock selber benötigt. Das beherzte Zupacken der Vereinskameraden machte es möglich. „Wir danken aber auch der Stadt Oranienburg, die den Erhalt der ,Sehnsucht’ erstmals jetzt auch finanziell unterstützt hat“, sagt Vereinsvorsitzender Wiszowaty.

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