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Deutscher Mühlentag
Neue Heimatstube auf Mühlenhof entsteht

Marco Winkler / 17.05.2018, 11:30 Uhr
Vehlefanz (MOZ) Zum Deutschen Mühlentag am Montag öffnet in Vehlefanz neben der Bockwindmühle auch die Bathe-Mühle ihre Tore. Ein Enkel des Mühlenerbauers weiht die neue Ferienwohnung ein. Bis dahin soll auch die Heimatstube fertig sein.

Ortschronist Helmut Schönberg packt am Mittwochvormittag die kleine, aber schwere Mahlanlage aus. „Hier sollen Kinder und Touristen nachfühlen können, wie früher Getreide gemahlen wurde“, sagt er und richtet seinen Blick auf die große Motormühle aus dem Jahr 1936 direkt daneben. Die denkmalgerechte Sanierung nach historischem Vorbild ist in vollem Gange. Bis 2019 soll die Mühle funktionstüchtig sein. Schönberg hat schon einmal den Zulauf abgebaut, sodass ein Blick zwischen riesige Mahlsteine möglich ist, die sich seit 1970 nicht mehr gedreht haben. Zuletzt verarbeitete die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft Getreide.

Das Grundstück samt historischer Mühle hat Dietmar Sturzbecher aus Staffelde 2014 gekauft – mit einer Vision, die Stück für Stück umgesetzt wird. Am musealen Teil arbeitet Ortschronist Schönberg zusammen mit dem Heimatverein sowie einem Arzt und Hobby-Tischler aus Hohen Neuendorf, der aus 150 Jahre alten, naturgetrockneten Dielen zwei Tische und vier Bänke hergestellt hat.

Frauen des Heimatvereins bereiten am heutigen Donnerstag die Ausstellung mit alter Handwerkskunst vor. „Vehlefanz hatte einmal 82 landwirtschaftliche Betriebe und 39 Handwerker, alles Selbstversorger“, so Helmut Schönberg. Die kleine Heimatstube soll Auskunft über ehemalige Arbeitsbedingungen und einstiges Werkzeug geben.

Die Veränderung auf dem Mühlenhof – 1888 wurde (ohne Mühle) hier das erste Brot in Vehlefanz gebacken, 1927 kam eine Feinbäckerei hinzu – ist besonders auf einer Freifläche sichtbar. Ein Haus wurde komplett abgerissen – ein Vierfamilienhaus soll in nächster Zeit neu gebaut werden. In den früheren Stallungen gibt es einen Sanitärtrakt sowie eine moderne Sattelkammer. Die Verschläge für Pferde stehen schon, zwei Friesen grasen momentan auf dem Grundstück.

Die Kutschen von Dietmar Sturzbecher stehen im eintsigen Foto-Lager der Nazis. Eine Wohnung in der ehemaligen Bäckerei ist saniert und schon bezogen. Eine rustikal gehaltene, aber modern eingerichtete Ferienwohnung für Pilger, Wanderer und Pferdesporttouristen ist bezugsfertig. Sie wird von einem besonderen Gast eingeweiht: Manfred Bathe kommt am Wochenende nach Vehlefanz. Er ist der Enkel von Mühlenmeister Otto Bathe.

Der Mühlenhof putzt sich immer mehr heraus. Nach einer Zusammenkunft aller am Projekt Beteiligten am Sonnabend ab 17 Uhr, wird am Montag zum Deutschen Mühlentag geladen. Besucher können sich einen Überblick über die Fortschritte des zukünftigen Erlebnisortes verschaffen. Im Vorfeld soll schon um 10 Uhr eine alte Tradition des Heimatvereins fortgeführt werden. Direkt am neuen Parkplatz wird ein Apfelbaum (Cox Orange) gepflanzt. Dazu singen der Chor der Vehlefanzer Amseln in rund 100 Jahre alten Trachten.

Damit nicht genug, eine weitere Neuheit lockt am Montag nach Vehlefanz: Eine Postkutschen-Haltestelle direkt am Mühlenhof wird eingeweiht. Die touristisch erschlossene Kutsch-Strecke führt nach Staffelde (Alter Dorfkrug) und zur Bockwindmühle Vehlefanz.

Zwischen den beiden Mühlen im Ort wird zum Deutschen Mühlentag eine Shuttle-Kutsche Besucher befördern. Sowohl die Motormühle in den Lindenstraße als auch die Bockwindmühle am Ortsausgang Richtung Schwante haben von 11 bis 16 Uhr geöffnet.

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