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Polizeikontrolle
Zahlreiche Lkw-Fahrer verstoßen gegen die Regeln

Bei dem schweren Unfall am Montag auf dem nördlichen Berliner Ring wurden vier Lkw zusammengeschoben, zwei Fahrer starben. Wegen zahlreicher Lkw-Unfälle sind am Donnerstag Lkw-Fahrer kontrolliert worden.
Bei dem schweren Unfall am Montag auf dem nördlichen Berliner Ring wurden vier Lkw zusammengeschoben, zwei Fahrer starben. Wegen zahlreicher Lkw-Unfälle sind am Donnerstag Lkw-Fahrer kontrolliert worden. © Foto: Tilman Trebs/MOZ
Claudia Duda / 17.05.2018, 18:18 Uhr - Aktualisiert 17.05.2018, 18:57
Oranienburg (MOZ) Busse und Lkw standen am Donnerstag im Mittelpunkt einer groß angelegten Kontrolle der Polizei. Jeder sechste Verkehrsunfall in Brandenburg wird durch einen Lastkraftwagen verursacht. Dabei starben im vergangenen Jahr 39 Menschen. Erst am Montag waren bei einem schweren Unfall auf dem nördlichen Berliner Ring vier Lkw zusammengestoßen und zwei Fahrer gestorben. Nach Angaben der Polizeidirektion Nord wurden bis zum Mittag insgesamt 35 Lkw kontrolliert; davon 25 deutsche Fahrzeuge, neun aus der Europäischen Union und ein Nicht-EU-Lkw.

Bei insgesamt 26 der 35 Lkw wurden Mängel festgestellt, da die Fahrzeuge aus dem fließenden Verkehr heraus und nach Beobachtung der Fahreigenschaften angehalten wurden und damit bestimmte Mängel gezielt kontrolliert werden konnten. 20 der LKW waren zu schnell unterwegs, was jeweils durch die Kontrolle der Schaublätter belegt werden konnte. In einem Fall wurde der Tacho offenbar gezielt falsch bedient. In einem anderen Fall war die Ladung nicht genügend gesichert und in einem weiteren Fall wurde gegen die Sozialvorschriften verstoßen.

Im Rahmen der Kontrolle wurde um  7.42 Uhr auf der Bundesstraße 96 zwischen Gramzow und Fürstenberg ein deutscher Sattelzug mit einem  52-jährigen polnischen Fahrzeugführer durch Beamte der Sonderüberwachungsgruppe Verkehr (SüGru) überprüft. Dessen Ladung war offensichtlich zu lang. Die Kontrolle bestätigte, dass der Zugverband zu lang war. Dazu war aber die durch den Fahrzeugführer vorgelegte kombinierte Ausnahmegenehmigung „geöffnet“ und „blattmäßig“ verändert worden, offenbar um vorzutäuschen, dass es sich um einen „genehmigten“ Großtransport handelte.

Bei den gleichzeitigen Geschwindigkeitskontrollen wurden bei 12 560 Durchfahrten insgesamt 318 Überschreitungen festgestellt.

Betrug mit der AdBlue-Anlage, die zur Abgasnachbehandlung dient, wird zum zunehmenden Problem auf Autobahnen. Bei der Kontrolle. Die AdBlue-Technik ist in neuartigen Lkw Pflicht.  Werkstätten insbesondere im Balkanraum bieten laut Neuruppins Polizeisprecher Toralf Reinhardt oft manipulierte Technik an. „Nach außen sieht es dann so aus, dass die Fahrzeuge mit AdBlue fahren“, erklärte Polizeisprecher Toralf Reinhardt. In Höhe der Raststätte Linum wurde am Donnerstag ein polnischer Kraftfahrer mit abgeschalteter AdBlue-Technik entdeckt. Vom Fahrer wurde eine Sicherheitsleistung von 500 Euro in bar eingezogen. Die Spedition wird 1 000 Euro zahlen müssen.

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