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Ladesäule
Granseer Firma setzt auf E-Mobilität

Setzen auch auf Strom: Fernando Elsner, Matthias Held, Dirk Röger und Andreas Urbschat  (von links) von der Autotechnik Gransee. Die Ladesäule ging am Mittwoch ans Netz. Es handfelt sich um einen Prototypen.
Setzen auch auf Strom: Fernando Elsner, Matthias Held, Dirk Röger und Andreas Urbschat  (von links) von der Autotechnik Gransee. Die Ladesäule ging am Mittwoch ans Netz. Es handfelt sich um einen Prototypen. © Foto: MOZ/Matthias Henke
Matthias Henke / 17.05.2018, 18:39 Uhr
Gransee (MOZ) Voll auf Elektromobilität setzt die Firma Autotechnik Gransee. Am Mittwoch ging dort eine Ladestation für E-Autos ans Netz. Bis Oktober läuft zunächst eine Probephase. Besitzer entsprechender Fahrzeuge können sie kostenlos nutzen.

Es handele sich um eine Eigenentwicklung, die in Zusammenarbeit mit der Uni Peking, eines Shanghaier Testlabors und der China Engineeing and Research Group (CERG) entstanden und weit und breit die einzige sei, sagt Andreas Urbschat vom Team der Autotechnik, der zugleich als General Manager der CERG fungiert. Gäste aus dem Reich der Mitte, die zur Inbetriebnahme erwartet wurden, hätten leider nicht rechtzeitig ihre Visa erhalten. Doch das soll nachgeholt werden, betont Urbschat, der früher mit einer Werkstatt am Kraatzer Weg ansässig war und dann in den vergangenen Jahren für deutsche Autohersteller gearbeitet und sich besonders mit der Entwicklung von E-Fahrzeugen befasst hat.

Die Idee dahinter sei, solche Ladesäulen nicht nur auf dem eigenen Hof zur Verfügung zu stellen – die Zahl soll später auf drei wachsen – sondern die Geräte zu vermarkten, erklärt Urbschat. „Der Anschluss eines normalen Häuslebauers ist mit drei mal 35 Ampere abgesichert. Um E-Autos zu laden, braucht man aber eine gewisse Kapazität“, so Urbschat weiter. „Mit großen 400 Volt-Ladesäulen können sie dann entweder das Auto laden oder den Kühlschrank laufen lassen“, formuliert er zugespitzt. Die kleine 230-Volt-Anlage habe eine Leistung von sieben Kilowatt und soll somit besser für den Hausgebrauch geeignet sein. „Wir sind dabei, sie weiterzuentwickeln auf elf Kilowatt“, sagt Urbschat, der das vergangene Vierteljahr im Wochenrhythmus zwischen Deutschland und China hin- und her gependelt ist. Noch dauere es drei bis dreieinhalb Stunden, je nach Kapazität der Batterie, bis ein Auto geladen ist. Dies wolle man um eine Stunde reduzieren. Bei dem Gerät, das in Gransee steht, handele es sich um einen Prototyp.

Bei aller Euphorie um die technische Neuerung – dass das Thema E-Mobilität in Deutschland noch in den Kinderschuhen steckt, weiß Urbschat. „China ist uns 15 Jahre voraus, was das angeht. Uns ist bewusst, dass die hiesige Infrastruktur das noch nicht in dem Rahmen hergibt. Wir sind daher nicht in Eile, aber wir wollen uns auf das Thema einstellen“, sagt er. „Ich bin kein Grüner, aber wir müssen uns was einfallen lassen. Schließlich schreitet die Entwicklung immer weiter voran, nicht nur bei der E-Mobilität, auch bei der Brennstoffzelle“, betont der Fachmann. Zwei Kunden mit Elektrofahrzeugen habe die Firma im Granseer Gewerbepark bereits. Ein Mitarbeiter werde auch speziell im Fachgebiet E-Mobilität geschult.

Ab Oktober will die Firma mit den Ladesäulen auf den Markt. Auch Motorroller, die nur mit Strom angetrieben werden, sollen dann im Sortiment sein. Zwei stehen bereits in der Werkstatt. An der hauseigenen Ladesäule können sie betankt werden, wie auch der elektrische Werkstattersatzwagen, der in einigen Wochen zur Verfügung stehen soll.

E-Autos in Oberhavel

■Von der Kreisverwaltung Oberhavel wurden folgende Zahlen bezüglich ganz oder teilweise mit Strom angetriebener und im Kreis zugelassener Fahrzeuge  auf Nachfrage dieser Zeitung mitgeteilt:

■ Rein Elektrisch angetrieben (Strom beziehungsweise Solarzellen) = 114 Fahrzeuge

■Hybrid Benzin/Elektro (kombinierter Betrieb mit Benzin sowie Elektromotor) = 715 Fahrzeuge

■Hybrid Diesel/Elektro (kombinierter Betrieb mit Diesel und Elektromotor) = 33 Fahrzeuge

■Hybrid/Benzin/Elektro extern aufladbar (Hybridantrieb mit Benzin und externem aufladbaren elektrischen Speicher) = 72 Fahrzeuge⇥(mhe)

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