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Festplatz
Fokus liegt auf Multifunktion

Festbankett, wo früher malocht wurde: Erste Ideen für die geplante Multifunktionshalle hat die Stadtverwaltung visualisieren lassen.  Auch sehr festliche Veranstaltungen sind denkbar.
Festbankett, wo früher malocht wurde: Erste Ideen für die geplante Multifunktionshalle hat die Stadtverwaltung visualisieren lassen.  Auch sehr festliche Veranstaltungen sind denkbar. © Foto: Illustration: Stadtverwaltung
Martin Risken / 17.05.2018, 18:50 Uhr
Zehdenick (MOZ) Endgültig verabschieden sollen sich Zehdenicks Stadtverordnete per Grundsatzbeschluss von dem kostspieligen Vorhaben einer Stadthalle auf dem neuen Festplatz. Das schlägt Bürgermeister Arno Dahlenburg (SPD) den Abgeordneten vor. Ab kommender Woche wird in den Gremien über das neue Konzept beraten.

Die Umkehr hat auch Auswirkungen auf die geplanten Investitionskosten. Die sollen von 3,6 Millionen Euro für die angedachte kleine Variante auf nunmehr 900 000 Euro sinken, wobei eine genauere Kostenschätzung erst mit der Erstellung einer Vorplanung vorliegen könne. Der Trend geht nun in Richtung bedarfsgerechter Multifunktionshalle, wobei der modulare Innenausbau erst für 2020 angedacht ist. Gleichwohl hat sich die Kommune bereits den Zugriff auf die  notwendigen Fördermittel gesichert, indem sie fristgerecht ein Antrag auf Aufnahme in das Förderprogramm „Aktive Stadtzentren II“ gestellt hat. Der Fördermittelgeber verlangt nun aber von der Stadt, dass sie einen Grundsatzbeschluss zur künftigen Hallennutzung herbeiführen muss, um in das Programm aufgenommen zu werden.

Auch wenn das Stadthallenprojekt zu den Akten gelegt werden soll, am eigentlich Ziel des Vorhabens will die Kommune offenbar festhalten, nämlich attraktivere Veranstaltung zu holen. Denn: „Zurzeit ist es so, dass eine große Anzahl unserer Einheimischen wegfahren, um anderen Orts Eventangebote aufzusuchen“, heißt es in der Beschlussvorlage, die von Dahlenburg unterzeichnet wurde. Und: „Mit einer Freizeit- und Veranstaltungsreihe hätten wir eine Chance, zahlreiche zusätzliche Angebote in unserer Havelstadt neu zu organisieren und anzubieten.

Was die Bevölkerung will und in Stadt an Angeboten fehlt, hat das von der Kommune beauftragte dwif-Institut in Erfahrung gebracht: Das Ergebnis der Online-Befragung mit 960 Teilnehmern ergab, dass diese nur ausreichend zufrieden mit den existierenden Veranstaltungsangeboten in der Stadt sind. Eine unzureichend befriedigende Nachfrage werde seitens der Bürgerschaft in Musik-, Kino-, Sportangeboten gesehen. Auch das Angebot für Kinder und Jugendlichen sei unzureichend. „Weiterhin wünscht sich die Bevölkerung mehr Feste und Märkte als regelmäßiges Angebot. Hier ergäben sich mit einer neuen Multifunktionshalle Potenziale. Fazit: „Aufgrund der Marktdaten ist eine Marktchance für die Multifunktionshalle bei starker lokaler Zehdenicker Fokussierung im Veranstaltungsbetrieb realistisch. Aus Sicht der Stadt Zehdenick kann die neue Multifunktionshalle ein entscheidendes Element der Wirtschaftsförderung und ein wichtiger Beitrag zur Stadtortvermarktung sein“, stärkt das Institut vor allem dem Bürgermeister den Rücken, der diese Argumente schon früher gegen die Skeptiker ins Feld geführt hatte. Denn die befragten Zehdenicker Experten, gemeint sind hier vor allem die Gastronomen, „haben ein geteiltes Bild und befürchten teilweise Einbrüche im Zehdenicker Gastgewerbe“, verschweigt der Endbericht zur Nutzungskonzeption für die Multifunktionshalle nicht.

Laut Studie wird der gegenwärtige Veranstaltungsbetrieb vor allem durch literarische und kulinarische Events geprägt. Allein im Jahr der Daten-Erhebung 2016 zählte das Institut 197 Veranstaltungen und beruft sich dabei auf den Kulturkalender der Stadt Zehdenick. Einen kleinen Überblick, wie eine Multifunktionshalle genutzt werden kann, erhalten die Abgeordneten durch die Visualisierung der Nutzungsvarianten. Die reichen von Kinoabenden bis hin zu Tagungen und festlichen Banketten und Konzerten, wobei der Charme der alten Werkshalle erhalten bleiben soll.

Stand der Dinge

■Seit 2013 arbeitet die Stadt Zehdenick an ihrem Entwicklungskonzept Innenstadt-Nord. Am 25. November 2013 wurde der Grundstücks­ankauf für das Areal Philipp-Müller-Straße 35 notariell beschlossen. Seitdem ist bereits viel umgesetzt worden.

Realisiert sind:

■ Festplatz mit Zuschauertribünen: Daraus ergeben sich schon jetzt vielfältige Nutzungsmöglichkeiten.

■ Öffentliche Parkplätze, Fuß- und Radwege

■ Festwiese mit Feuerstätte

■ Fußgängerbrücke über Wasserflächen

■ In der Umsetzung befindet sich zurzeit der Naturspielplatz mit Wegeanbindung.

■ Die Ausschreibung vorbereitet wird für das Indoorspielen und Lernen im sogenannten Naturparkhaus.

Was geplant ist:

■ Über den Umbau und die Zweckbestimmung der Großen Halle ist jetzt noch zu entscheiden. Die Halle erstreckt sich über 1 040 Quadratmeter. Davon entfallen auf die Halle selbst 650 Quadratmeter. Der Kopfbau kommt auf 390 Quadratmeter. Was konkret aus dem Kopfbau wird, ist unklar. Es wurde ein Interessenbekundungsverfahren zur Nutzung als Hostel ausgeschrieben. Nach anfänglichen Anbahnungen wurde die Hostel-Variante verworfen. ⇥(ris)

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