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Datenschutz
Sportvereine in Oberhavel müssen sich umstellen

Bürokratischer Dauerlauf: Matthias Senger (links) und Frank Müller vom Kreissportbund unterstützen die Vereine.
Bürokratischer Dauerlauf: Matthias Senger (links) und Frank Müller vom Kreissportbund unterstützen die Vereine. © Foto: Tilman Trebs
Tilman Trebs / 24.05.2018, 20:44 Uhr - Aktualisiert 24.05.2018, 20:53
Oberhavel (MOZ) Erst vor ein paar Monaten hat der Kreissportbund Oberhavel (KSB) seinen neuen Internetauftritt ins Netz gestellt. Gleich auf der Startseite sind spurtende Kinder in einer Turnhalle zu sehen. Womöglich aber nicht mehr lange – oder zumindest nicht mehr für jeden. „Wir denken darüber nach, eine Zugangsbeschränkung für unsere Seite einzuführen“, sagt der KSB-Vorsitzende Frank Müller. Eine Vorsichtsmaßnahme, um möglichst nicht in Schwierigkeiten zu geraten. Der KSB vertritt die Interessen von zurzeit 215 Vereinen mit 24 814 Mitgliedern.

Die neuen Datenschutzregeln stellen auch für die ehrenamtlich geführten Vereine eine Herausforderung dar. „Die größte Schwierigkeit besteht für uns darin, dass in der Verordnung vieles nicht klar geregelt ist und wir bei Veröffentlichungen unsere Sportler erst einmal über ihre Persönlichkeitsrechte informieren müssen“, sagt KSB-Chef Müller. Das gilt zum Beispiel, wenn Fotos von Sportveranstaltungen oder auch Ergebnislisten von Wettkämpfen veröffentlicht werden sollen. „Im Grunde brauchen wir sogar die Zustimmung der Zuschauer, wenn sie auf einem Bild zu sehen sind. Das ist kaum machbar“, sagt Müller. Die Verantwortungsträger seien verunsichert, weil sie nicht wissen, wie sie sich in der Praxis nun verhalten sollen. KSB-Geschäftsführer Matthias Senger sagt, man könne ja schon in Schwierigkeiten geraten, wenn man auf dem Sportplatz Visitenkarten mit Geschäftspartnern tauscht.

Um sich für die Zukunft zu rüsten und die Vereine vor teuren Klagen zu schützen, hat der KSB eine Arbeitsgruppe Datenschutz gegründet. Sie soll in drei Wochen erste Handlungsempfehlungen für die Oberhaveler Vereine präsentieren. „Unterstützt werden wir dabei von den Justiziaren der Kreisverwaltung“, sagt Frank Müller. Doch dauerhaft könne der Landkreis dem KSB die Rechtsberatung nicht abnehmen. „Wir werden deshalb einen Datenschutzbeauftragten im Verband installieren, der den Vereinen dann mit Rat und Tat zur Seite steht.“ Den Posten soll ein Jurist im Ehrenamt bekleiden. „Die Vereine brauchen Rechtsschutz“, sagt Müller.

Der dürfte einiges zu tun bekommen. Denn nicht nur die Öffentlichkeitsarbeit ist zu regeln. Auch der Datenbestand muss auf Vordermann gebracht werden. „Wir fragen seit 25 Jahren Daten unserer Mitglieder ab. Die sind zwar unter Verschluss und damit sicher. Trotzdem muss überprüft werden, wie mit ihnen durch die neue Richtlinie umgegangen wird.“ Auch ist zu klären, wie Teilnehmerlisten zu führen sind, anhand derer Fördermittelgeber ihre Zuwendungen für Vereinsaktivitäten berechnen.

Für die Vereine sind einige neue Regelungen schon absehbar. Frank Müller: „Wir werden empfehlen, dass schon beim Eintritt in den Verein schriftlich vereinbart wird, wie mit Daten und Bildern umzugehen ist.“

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