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120 Jahre
Festumzug zum Jubiläum der Hohen Neuendorfer Feuerwehr

Heike Weißapfel / 24.06.2018, 18:26 Uhr - Aktualisiert 24.06.2018, 21:57
Hohen Neuendorf (MOZ) Was für ein Lärm! Beim Festumzug hielten sich einige der vielen Schaulustigen am Sonnabend doch lieber kurz die Ohren zu. 25 Fahrzeuge aus dem Kreis reihten sich in den Festumzug der Hohen Neuendorfer Feuerwehr ein. Am Depot wurde das 120-jährige Bestehen gefeiert.

Das Martinshorn vieler Feuerwehren ertönt am Sonnabend in Hohen Neuendorf. Der Katastrophenschutz setzt an Lautstärke sogar noch eins drauf, sodass selbst der Musikzug Mühe hat, dagegen anzutrommeln.  Neben den Hohen Neuendorfer Löschzügen sind viele befreundete Wehren gekommen. Veltener und Leegebrucher sind dabei, auch ein Zug aus Berlin-Frohnau. Eine Alu-silberne „120“ auf der Fahrzeugfront weist die Gastgeber als solche aus.

Nach dem halbstündigen Umzug füllt sich der Platz um das Depot rasch, die ersten Kinder klettern auf die Vordersitze der Autos, Erwachsene lassen sich die Technik erklären. Zunächst geht es aber festlich-formal zu. Die Kinderfeuerwehr zeigt sich stolz in ihrer ersten Uniform. Manuel Zschoch, der Vorsitzende des Fördervereins, hat druckfrische T-Shirts für alle dabei. Bürgermeister Steffen Apelt (CDU) wünscht einen „alarmfreien Tag“ und sich selbst „weiter so eine tolle Zusammenarbeit“ mit der Feuerwehr.  Nicole Jänicke wirkt meistens ziemlich energisch, am Sonnabend lässt sie sich aber fast zu Tränen rühren. Der stellvertretende Vorsitzende des Landesfeuerwehrbundes, Frank Kliem, erzählt eine Begebenheit, die 18 Jahre zurückliegt: Bei einer Katastrophenschutzübung mussten aus einem Kellergeschoss Verletzte geborgen werden. „Sie haben sich auch verletzt“ hätten damals die Schiedsrichter bei der Bewertung fast allen Feuerwehrleuten sagen müssen, weil sie den Fehler begingen, die Treppe nicht rückwärts hinabzusteigen. Einzig eine junge Einsatzleiterin und ihr Trupp hätten es richtig gemacht – da erscheine es ganz folgerichtig, dass Nicole Jänicke heute die Zugführerin ist.

Jacob Warneke, Sohn des Jugendwartes Oliver Warneke, hat seinen Freund Christoph eingeladen. Seit frühesten Kindertagen sind sie befreundet, und als Jugendliche haben sie sich beide für die Freiwillige Feuerwehr entschieden. Während Jacob mit 16 Jahren bereits zu den aktiven Feuerwehrleuten gehört, ist Christoph in Köpenick noch in der Jugendwehr, weil er in Berlin erst mit 18 in den aktiven Dienst wechseln darf. 

Mit einem Festumzug, an dem 25 Feuerwehrfahrzeuge aus dem Landkreis Oberhavel teilnahmen, und einem Tag der offenen Tür hat die Freiwillige Feuerwehr Hohen Neuendorf ihr 120-jähriges Bestehen gefeiert.
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120 Freiwillige Feuerwehr Hohen Neuendorf

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Hinter dem Depot wartet die Rettungshundestaffel Berlin auf Gäste. Einige sind überrascht über die vielen unterschiedlichen Vierbeiner.  Ein Terrier tollt mit einem weißen Schäferhund über den Platz, ein Bluthund schaut dagegen fast schläfrig über den Rand seiner Box. Die Rasse sei tatsächlich überhaupt kein Kriterium für die Eignung des Hundes für die Rettungshundestaffel, erklärt denn auch Sarah Gräßler, die bei der Staffel für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. „Es muss nur ein Hund sein, der Spaß an der Arbeit hat, der Menschen toll findet, der nicht aggressiv ist“. Die Rettungshundestaffel hat in Berlin-Frohnau ihren Sitz, kommt aber auch in Oberhavel zum Einsatz. Die Suche nach dementen Menschen gehört zu ihrem Aufgabengebiet, ebenso der Pilzsammler, der sich im Wald verlaufen hat. Wie die Freiwillige Feuerwehr ist die Rettungshundestaffel ehrenamtlich unterwegs und kann nur ausrücken, wenn sie von Polizei oder Feuerwehr alarmiert wird.

Marco Beerbaum hat ein Auge auf alles und kann den Rummel auf dem Depotgelände genießen. Der Schriftführer ist an diesem Tag aber auch stolz. Denn seit Sonnabend zählt auch sein Sohn Nils zu den Kameraden. Er hat den 70-stündigen Grundlehrgang absolviert und wurde nun ebenso wie Philipp Berger, Lara Blauert und Alexander Bieck in den aktiven Dienst übernommen. Lara und Alexander haben nun sogar eine Doppelfunktion, denn sie sind gleichzeitig Mitglieder im Musikzug.

„Der Tag hat sich schon mit dieser Aufnahme gelohnt“, sagt Frank Kliem. Denn Nachwuchs braucht jede Feuerwehr – nicht erst nach 120 Jahren.

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