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Neuer arabischer Imbiss für die Kreisstadt

Von Abou frisch zubereitet: Tellergerichte mit Falafel und Halloumi (rechts) oder Schawarma vom Drehspieß
Von Abou frisch zubereitet: Tellergerichte mit Falafel und Halloumi (rechts) oder Schawarma vom Drehspieß © Foto: Klaus D. Grote
Klaus D. Grote / 11.07.2018, 07:28 Uhr
Oranienburg (MOZ) Schawarma, Falafel und Hummus wie im Libanon gibt es seit dem Frühjahr in der Bernauer Straße. Oranienburgs erster echter arabischer Imbiss „Falafel Nagham“ sorgt mit Kichererbsen, Auberginen und Zitronen für Urlaub auf dem Gaumen.

Die Empfehlung kommt vom Bürgermeister. Alexander Laesicke ist seit seiner Fahrradtour nach Israel und seiner Studienzeit in Berlin, während der er mitten in Neukölln wohnte, von der arabischen Küche angetan. „Schawarma, Hummus, Auberginen – ich mag eigentlich alles aus der arabischen Küche“, sagt Laesicke. Und endlich gebe es das auch in Oranienburg. „Darauf habe ich lange gewartet.“

Man muss für frisch zubereitete Falafel also nicht extra in die Neuköllner Sonnenallee fahren, die von Syrern, Libanesen und Afghanen längst als „Arabische Straße“ bezeichnet wird. In der Bernauer Straße 93, kurz vor der Ecke zur André-Pican-Straße wird die Kichererbsenpaste erst nach der Bestellung von Abou zu Bällchen geformt und dann frittiert. In manchen Läden seien die Falafel tiefgefroren und würden nur erhitzt, sagt Abou. Seine Falafel sind knusprig-fisch und innen locker und würzig. Neben pürierten Kichererbsen kommt Petersilie, Knoblauch und Koriander in die Bällchen. Dann zählt Abou noch einige andere Zutaten wie Fenchel, Porree und Sellerie auf, doch seine Worte werden zu Gemurmel. „Das darf ich gar nicht verraten“, sagt der Koch und lacht.

Beim Hummus verhält es sich ähnlich. Jedes arabische Land behauptet von sich, das beste Hummus herzustellen.  „Nur Kichererbsen, Sesam und Zitrone kommen hinein“, sagt Abou. Und Kreuzkümmel? „Ja, auch Kreuzkümmel.“ Falafel und Hummus würden ursprünglich aus Palästina stammen, so wie er selbst, sagt Abou. Über den Libanon kam er vor vielen Jahren nach Berlin, lernte das Kochen bei seinem Onkel, der mehrere Restaurants betrieb. Er könne aber auch Pizza backen und griechisch kochen, sagt der 48-Jährige.

Falafel und Hummus gebe es heute in Jordanien, Syrien, Israel, Ägypten und allen anderen arabischen Ländern. Und jedes Land habe seine eigene Rezeptur. Und jeder Koch wähle seine eigene Zusammensetzung. Das Hummus schmecke bei ihm immer gleich, sagt Abou. Zur Auberginenpaste kommt Joghurt. „Damit es nicht so streng schmeckt für die deutschen Kunden“, sagt Abou. Tatsächlich schmeckt das starke Grillaroma auch mit Joghurt noch durch. Beim Knoblauch und mit den Salzgurken zum Salat ist Abou ebenfalls etwas zurückhaltender, als er es aus seiner Heimat kennt.

Offenbar trifft Abou den Geschmack der Kunden. Im Internet gibt es ausschließlich Lob für seine Falafel und Schawarma. Sogar vom „mit Abstand besten Imbiss in Oranienburg“ ist die Rede. Und dass der Chef die Falafel selber mache. Der Chef  ist allerdings nicht Abou, der hinter der Theke steht, kocht und bedient. Inhaber ist der Berliner Bilal El-Mahmoud, der zum ersten Mal einen Imbiss eröffnet hat und ihm den Namen seiner Tochter gab. Nagham heißt Melodie und beschreibt in diesem Fall die Harmonie der Zutaten. „Alles typisch arabisch“, sagt Abou. Auf der Karte stehen auch das gebratene Gemüse Makali, Kafta genannte Hackfleischbällchen mit Zwiebel und Petersilie und Shish Tawouk, eingelegtes Hähnchenfleisch mit Joghurt. Alle Gerichte gibt es im Pidebrot oder auf dem Teller. Der Salat wird mit fein gehackter Petersilie, Zitrone und Granatapfelsirup angemacht.

Mehr typisch-arabische Gerichte wie Hühnerleber will er seinen Gästen zunächst nicht zumuten, sagt Abou. Die Oranienburger müssten sich erst einmal an das Schawarma, Knoblauchpaste und frische Falafel gewöhnen. Denn all das gab es so bisher hier noch nicht. Und sehr scharf sind die Gerichte im „Nagham“-Imbiss auch nicht. „Wenn ich richtig scharf essen will, mach’ ich mir Chili con Carne“, sagt Abou, der zu Hause auch gerne einen kräftigen, von seiner Frau zubereiteten Eintopf isst.

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