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Adrian Sommerer ist zurück: „Ein krasses Gefühl“

Freude pur: Adrian Sommerer wurde am Mittwoch beim 5:2 gegen Velten eingewechselt.
Freude pur: Adrian Sommerer wurde am Mittwoch beim 5:2 gegen Velten eingewechselt. © Foto: Stefan Zwahr
Stefan Zwahr / 03.08.2018, 17:33 Uhr - Aktualisiert 03.08.2018, 18:15
(MOZ) Es war die erste schwere Verletzung in seiner Laufbahn als Fußballer: Am 21. April 2017 schied Adrian Sommerer im Gastspiel seines TuS 1896 Sachsenhausen beim Oranienburger FC Eintracht in der 22. Minute aus. Diagnose: Riss des vorderen Kreuzbandes und Innenbandes. Nun ist der Mittelfeldspieler zurück auf dem Platz.sprach mit dem 24-Jährigen.

467 Tage nach der Verletzung wurden Sie am Mittwoch im Testspiel für ein paar Minuten eingewechselt. Was bedeutet dieser Kurzeinsatz für Sie?

Ich habe es erst einmal geschafft, wieder auf dem Platz zu stehen. Und das ist schon irgendwie ein krasses Gefühl – auch, wenn es nur ein Testspiel gegen Velten war. Es ist ein schönes Gefühl, sich wieder warm zu machen, das Trikot anzuhaben, von der Mannschaft alles Gute mit auf den Weg zu bekommen. Jetzt habe ich Bock auf mehr und freue mich schon auf das erste Punktspiel. Es ist aber ganz wichtig, dass ich geduldig bin. Das hat der Trainer auch gesagt.

Wann hat Ihnen denn Trainer Oliver Richter mitgeteilt, dass Sie gegen Velten zum Einsatz kommen?

Ich habe die Vorbereitung so gut es ging mitgemacht. Alle Übungen und alles, was wir an Kraft und Ausdauer machen mussten. Ich habe schon darauf geschielt, dass ich in den ersten Testspielen ein paar Minuten kriege. Der Trainer hat mir dann vor wenigen Tagen gesagt, dass ich zum Velten-Spiel meine Tasche mitbringen darf und dass ich ein paar Minuten bekomme, wenn es der Platz und das Spiel hergeben. Es war echt schön. Ich habe mich den ganzen Tag darauf gefreut.

Waren Sie sich in den letzten Monaten immer sicher, dass es für ein Comeback reichen wird?

Zwischenzeitlich habe ich schon darüber nachgedacht, wie es weitergehen soll. Es kam schon die Frage auf, ob ich diesen langen und anstrengenden Weg zurück gehen will oder ob ich mit meiner Zeit was anderes mache, nur noch trainiere oder woanders hingehe, wo ich niedriger spiele. Das waren die ganzen Gedanken. Ich habe auch eine Zeit lang den Fußball liegen gelassen, bin nicht zu den Spielen gegangen. Nach meinem Aufenthalt in Neuseeland habe ich gewusst, dass ich es auf jeden Fall wieder versuchen will.

Wann war das?

Das war im April. Ich habe mit Muskelaufbau angefangen und ging ab und zu zum Training. Da war klar: Ich versuche es wieder und will wieder das Trikot tragen. Und das mit meiner Nummer. Ich habe in Sachsenhausen vorher nicht einmal mit der 8 gespielt, die ich in Oranienburg immer hatte. Nun war der erste Tag, wo ich wieder mit meiner Nummer spielen durfte.

Wie geht es für Sie nun weiter?

Es wird erst einmal viel Arbeit mit der Zweiten sein und viel individuelle Arbeit, damit das Knie wieder so wird, wie es vorher war.

Verlief der Heilungsprozess so, wie Sie es sich vorstellten?

Ich habe sechs Wochen nach der Verletzung die OP gehabt. Auch die Reha in Sommerfeld hat geklappt. Das Aufbauprogramm habe ich dann nicht so gemacht, wie man es machen müsste, weil ich ins Ausland gegangen bin. Ich wollte Distanz aufbauen und mir Zeit lassen. Dabei bin ich ein sehr ungeduldiger Mensch. Am liebsten hätte ich sofort wieder auf dem Platz gestanden. Ich glaube aber, dass es vielen Fußballern nach so einer Verletzung so geht. Fußball macht einfach Spaß.

Wie geht es dem Knie heute?

Ich habe überhaupt keine Schmerzen. Es fühlt sich auch alles stabil an. Das gibt mir ein gutes Gefühl.

Also spielt auch der Kopf mit, oder haben Sie noch gewisse Hemmungen?

Vom Kopf her bin ich jetzt mittlerweile auch an einem guten Punkt. Ich habe Respekt vor Zweikämpfen, fühle mich aber eigentlich sehr sicher. Im Training mache ich auch schon voll mit, auch wenn die anderen vielleicht sagen: ,Achtung, es ist Adi, da steigen wir jetzt nicht so ein.’ Aber ich bin jetzt auf einem guten Weg und habe durch Mannschaft und Trainer einen guten Background, um gut wieder zurück zu kommen. Ich muss sagen, ich hatte vorher keine so geile Truppe wie Sachsenhausen. Das war auch so ein Grund, warum für mich klar war, dass ich da wieder spielen will.

Wie ist es denn jetzt um Ihre Geduld bestellt?

Ich muss mich auf jeden Fall in Geduld üben. Ich weiß, dass das eine Sache ist, mit der ich gut zu tun habe. Aber solche Sachen wie gegen Velten erleichtern es mir ein bisschen. Mein Ziel ist, zur Rückrunde wieder voll da zu sein. Alles, was vorher passiert, ist Bonus.

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