Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Doppelkonzert
Gerhard Schöne begeistert mit leisen Tönen

Friedhelm Brennecke / 10.08.2018, 08:17 Uhr - Aktualisiert 10.08.2018, 11:22
Sachsenhausen (MOZ) Die Mädchen und Jungen sind schon ganz aufgeregt, zappeln auf ihren Sitzen oder laufen noch umher. Eltern und Großeltern haben erwartungsfroh in der Dorfkirche  Sachsenhausen Platz genommen. Sie sind trotz der tropischen Temperaturen, die an diesem Tag selbst von dem Gotteshaus total Besitz ergriffen haben, gekommen, um einen ganz Großen der deutschen Liedermacher-Szene live zu erleben: Gerhard Schöne.  Der ist wegen seines umfangreichen Werks und Schaffens mit immer noch rund 100 Konzerten im Jahr ein Star unter den Liedermachern. Startallüren sind ihm aber fremd. Gerhard Schöne tritt nicht allein auf, wird vom Organisten Jens Goldhardt und dem Saxofonisten Ralf Benschu begleitet.

„Alles muss klein beginnen“ ist das Familienkonzert, das erste an diesem Abend, überschrieben, dem mehr als 160 kleine und große Gäste lauschen. Später heißt es in der Dorfkirche „Ich öffne die Tür weit am Abend“ beim zweiten Konzert des Meisters der leisen Töne. Dabei verstehen er und seine beiden Musikerkollegen es grandios, unterschiedliche Musizierweisen weltlicher und geistlicher Musik zu einem eindringlichen und harmonischen Konzerterlebnis voller Kraft und Emotionen zu vereinen. Der Pfarrerssohn Schöne, der in Meißen zu Hause ist, verleugnet dabei seinen christlichen Glauben nicht.

Mit Witz und Fantasie hat Gerhard Schöne aber vor allem seine Liedtexte für die kleinen Menschenkinder gewürzt, greift Alltägliches auf, kleidet es in verständliche Worte und eingängige Melodien. Zahlreiche Kinder singen begeistert mit, klatschen in die Hände oder stampfen mit den Füßen, wenn Schöne die Geschichte von der Elefantenmutter und ihrem abtrünnigen Baby auf der Gitarre musizierend und singend erzählt und dabei auch selbst das In-Die-Hände-Klatschen nicht vergisst.

Mitmachen ist angesagt. Spaß ist ebenso garantiert, wie zum Nachdenken angeregt wird. Kinderlieder aus aller Welt versteht der Unicef-Botschafter und Sonderbotschafter der Initiative „Verbundnetz der Wärme“ einfühlsam zu interpretieren. Er berichtet aber auch von seinen Reisen in ferne Länder und erzählt von ganz persönlichen Erlebnissen in eigenen, nachdenklichen Liedern.  Etwa vom kleinen Mexikaner, der sich in höchste Lebensgefahr begibt, um seiner Mutter, die im Ausland arbeitet und dort den Familienunterhalt verdient, auf dem Dach eines Zuges hinterher zu reisen. Auch die jungen Zuhörerinnen und Zuhörer begreifen schnell, dass Kinder nicht überall auf der Welt so behütet aufwachsen wie gewöhnlich hierzulande.

Die Herzen der kleinen und großen Konzertbesucher erobert der Vater von sechs Kindern jedenfalls im Fluge. Viele kennen die eingängigen Texte, vor allem die Hits von „Jule, die sich nie wäscht“ oder auch vom „Popel“ und singen deshalb kräftig mit. Schönes Lieder sind eine Mischung aus Nonsens und Hintersinn, aus Fröhlichkeit und Traurigsein. So hat sie mal ein Kritiker beschrieben. Da ist etwas dran. Denn das macht sie zu einzigartigen Lebensmitteln, die es nie im Konsum gab, und die man auch im Supermarkt vergeblich sucht.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG