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Theatersommer
Veltener in einer Doppelrolle auf der Bühne zu sehen

Blieb dem Ensemble treu: Als Schüler kam Johannes Berger vor elf Jahren zum Theatersommer.
Blieb dem Ensemble treu: Als Schüler kam Johannes Berger vor elf Jahren zum Theatersommer. © Foto: Markus Kluge
Markus Kluge / 10.08.2018, 09:16 Uhr
Netzeband/Velten (MOZ) Vorigen Sonnabend feierte das Stück „Der Geizige“ von Moliére seine Premiere beim Theatersommer Netzeband in der Nähe von Neuruppin. Mit 21 Darstellern bringt der Theatersommer das Stück auf die Bühne – darunter ist auch ein Veltener. Johannes Berger übernimmt eine Doppelrolle. Als Meister Simon und Kommissär wird er auftreten. Wie Sherlock Holmes trägt er für seine zweite Rolle einen dicken gemusterten Trenchcoat, und eine geschwungene Pfeife hat er dabei.

Der 28-Jährige, der aus Wittstock stammt und heute in Velten lebt, spielt seit elf Jahren in Netzeband mit. „Ich habe den Kurs Darstellendes Spiel während meines Abiturs am OSZ in Neuruppin belegt. Und eines Tages stand jemand im Raum, der noch Schauspieler in Netzeband suchte. Ich habe mir gedacht: Warum nicht?!“, erinnert er sich. In die „Nibelungen I“ hatte Berger seine erste Rolle. Seither klingelt vor jeder Saison sein Telefon, verbunden mit der Nachfrage: Bis du wieder dabei? „Wenn ich kann, immer gerne“, so Berger, der sonst beruflich mit einem Fahrdienst durch die Straßen von Berlin rollt.

Für das Synchrontheater muss Johannes Berger den Text zwar nicht auswendig lernen und vortragen, aber er muss ihn dennoch können. „Auf die Ohren kommt es an“, sagte er während der Probe. Sprecher und Musik kommen vom Band. Die Darsteller müssen sich dazu passend bewegen und dürfen ihre Einsätze nicht versäumen. Das und die Hitze seien aber gar nicht die große Herausforderung, sagt Berger und greift seine Maske: „Das Schwierigste ist, etwas zu sehen und sich zu orientieren.“ Anstatt Sehschlitze haben viele Masken in diesem Jahr ein Gitter. „Das ist gut. Dann fliegen wenigstens keine Viecher unter die Maske“, meint Berger. Da er aber auf einem Auge kurzsichtig ist, wird das richtige Sehen zur Schwierigkeit, die geübt werden muss. Vor allem, wenn es darum geht, eine Treppe herabzusteigen oder einfach nur beim Laufen durch den Park. Regisseurin Christine Hofer weiß das: „Haltet euch gut fest an den Händen, damit nichts passiert“, rät sie in der Probe noch zwei Grundschülern, die in diesem Jahr wie die Großen auf der Bühne mit dabei sein dürfen, wenn sich der Vorhang für das neue Stück hebt.

Inhalt: Harpagnon ist krankhaft knauserig. Er ist sicher, dass alle nur an sein Vermögen wollen, das er im Garten versteckt hat. Sein Leben wird durch Misstrauen geprägt. Das Liebesglück seiner Kinder Elise und Cleanthe, die lieber Geld ausgeben als sparen, torpediert er mit seinen lukrativ erscheinenden Hochzeitsplänen. Zwischen Geiz, Verschwendungssucht und Manipulation kommt es am Ende natürlich ganz anders. (kus)

„Der Geizige“ wird gespielt am 10., 11., 17., 18., 24., 25. und 31. August sowie am 1. September. Karten gibt es beim Generalanzeiger, Lehnitzstraße 13, in Oranienburg. Infos unter www.theatersommer-netzeband.de.

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