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Fördermittel-Zusage
Jüdischer Friedhof wird saniert

Mehr als 200 Jahre ist der Jüdische Friedhof in Oranienburg alt.
Mehr als 200 Jahre ist der Jüdische Friedhof in Oranienburg alt. © Foto: Klaus D. Grote
Klaus D. Grote / 10.08.2018, 10:21 Uhr
Oranienburg (MOZ) Für die Sanierung der Halle und der Mauer des denkmalgeschützten Jüdischen Friedhofs in Oranienburg hat Staatssekretärin Ulrike Gutheil am Donnerstag einen Fördermittelbescheid in Höhe von 136 400 Euro überreicht.

Er sei glücklich und stolz, dass gerade in Oranienburg mit seiner Geschichte jüdisches Leben wieder sichtbar sei und und gestärkt werde, sagte Bürgermeister Alexander Laesicke (parteilos).  Der Friedhof wurde 1815 geweiht und von den Nationalsozialisten 1939 geschlossen. Seit der Wiederbegründung 2005 fanden vier Bestattungen statt. In Oranienburg befindet sich einer von vier jüdischen Friedhöfen im Land, auf denen heute bestattet wird. Die Halle ist neben der Friedhofshalle in Potsdam die einzige, in der Trauerfeiern stattfinden.

Das Dach der Halle soll nun eine Schieferabdeckung erhalten, die der ursprünglichen Gestaltung entspricht. Außerdem werden das hintere Eingangstor und ein Oberlicht nach dem Originalvorbild wieder hergestellt sowie Fenster, Gitter und der Fußboden erneuert. Die weißen Bodenfliesen sind locker und passen nicht ins Gebäude. Der Friedhof steht seit 1977 unter Denkmalschutz. Saniert werden soll auch die marode Friedhofsmauer, sagte Tiefbauamtsleiter Stefan Gebhard. Dazu werden Bereiche neu verfugt oder ganz neu aufgebaut und fehlende Mauerköpfe ergänzt. Die Stadtverwaltung hatte den genauen Sanierungsbedarf ermittelt. Für die Baukosten gibt es nun eine hundertprozentige Förderung aus dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur. Sie sei froh, dass es für den Friedhof Hilfe gebe, sagte die Gemeindevorsitzende Elena Miropolskaja, die noch nach einem neuen Domizil für die 130 Gemeindemitglieder sucht.

„Orte wie dieser sind ein Zeugnis dafür, dass jüdisches Leben in unserem Land existiert“, sagte Matthias Heinrich Jahr vom jüdischen  Zentralwohlfahrtsverband. Auf dem Friedhof befinden sich auch zehn Gräber der Familie von Oranienburgs in den USA lebendem Ehrenbürger Michael Blumenthal.(Seite 3)

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