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Hochwasserschutz
Leegebruch kauft Polderflächen

Land unter: In Leegebruch und angrenzenden Flächen stand das Wasser nach dem Starkregen vom 29. Juni 2017 tagelang, weil die Muhre nicht richtig abfließen konnte.
Land unter: In Leegebruch und angrenzenden Flächen stand das Wasser nach dem Starkregen vom 29. Juni 2017 tagelang, weil die Muhre nicht richtig abfließen konnte. © Foto: Max Kühne
Friedhelm Brennecke / 13.09.2018, 19:15 Uhr - Aktualisiert 13.09.2018, 20:19
Oranienburg (MOZ) Die Gemeinde Leegebruch will für künftige Starkregenfälle besser gerüstet sein. Sie wird deshalb rund sieben Hektar Land als Überschwemmungsflächen südlich und östlich der Gemeinde erwerben.

Einen entsprechenden Antrag hatten alle Fraktionen der Gemeindevertretung und der Abgeordnete Bernd Klinkers eingebracht.  Der Starkregen vom 29. Juni und der Dauerregen vom 25. und 26. Juli vorigen Jahres hätten leider gezeigt, dass die Wassermassen nicht rasch genug abfließen konnten, sie sehr lange auch Siedlungsflächen überfluteten und dabei große Schäden angerichtet haben, sagte der amtierender Bürgermeister Martin Rother am Mittwochabend vor den Gemeindevertretern.

Um die Flächen, die allesamt noch in der relativ kleinen Gemarkung Leegebruchs liegen, erwerben zu können, will die Gemeinde ihr Vorkaufsrecht ausüben. Mit dem Kauf soll auch ein ungehinderter Zugang zum Grabensystem gewährleistet werden, was bisher nicht durchgehend der Fall sei, so Rother. Schließlich müssten die Gräben für ein funktionierendes Abfließen das Wassers laufend gepflegt und bewirtschaftet werden. Auch eine Bebauung oder eine anderweitige Nutzung der Flächen könne vermieden werden, wenn sie sich im Eigentum der Gemeinde befänden.

„Mit diesen Überschwemmungsflächen schaffen wir die Voraussetzungen für eine schnelle Ableitung des Oberflächenwassers aus den bewohnten Gebieten“, ist sich Rother sicher. Nach den Erfahrungen des vorigen Sommers gebe es inzwischen auch einen unmittelbaren Kontakt zum Technischen Hilfswerk. Innerhalb weniger Stunden könne das THW mit leistungsstarken Pumpen anrücken und helfen, die Wassermassen abzupumpen, etwa in den Oranienburger Kanal.

Planungsrechtlich will die Gemeinde das Ganze mit einem Bebauungsplan sichern, der die betreffenden Grundstücke dann als Überschwemmungsflächen ausweist. Einstimmig unterstützten alle anwesenden Gemeindevertreter den Antrag. „Das ist schlüssig und macht wirklich Sinn“, so Klinkers. Im nichtöffentlichen Teil unterstützte die Gemeindevertretung einmütig auch den Erwerb der Flächen und billigte die dafür nötigen Gelder.

Rother zeigte sich zu Beginn der Sitzung auch erleichtert  darüber, dass der Biber wegen der Trockenheit weitergezogen sei und der Biberdamm in der Muhre, der ein Abflusshindernis gewesen wäre, inzwischen  entfernt werden durfte (bren)

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