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Konzepte gefragt
Tourismusexperten raten zu Schwerpunkten und Luxus

Diensdorf: Mit einer Flasche Rotwein genießt ein Pärchen den Sonnenuntergang am Scharmützelsee. Der Scharmützelsee bei Bad Saarow (Oder-Spree) ist vor wenigen Tagen zu Deutschlands «Lieblingssee 2018» gewählt worden. Experten raten der Branche, neue Konzepte zu erstellen.
Diensdorf: Mit einer Flasche Rotwein genießt ein Pärchen den Sonnenuntergang am Scharmützelsee. Der Scharmützelsee bei Bad Saarow (Oder-Spree) ist vor wenigen Tagen zu Deutschlands «Lieblingssee 2018» gewählt worden. Experten raten der Branche, neue Konzepte zu erstellen. © Foto: dpa/Zentralbild/Patrick Pleul
dpa / 14.09.2018, 14:20 Uhr - Aktualisiert 14.09.2018, 15:01
Rheinsberg (dpa) Ein Bett, ein Stuhl und ein kleiner Schrank - manch ein Hotelzimmer bietet nicht viel mehr als eine Gefängniszelle. Die Zukunft muss anders aussehen, fordern Tourismusexperten.

Die Autoren des neuen Tourismusbarometers für Brandenburg raten der Hotelbranche zu einer stärkeren Profilierung. Moderne Angebote zum niedrigen Preis, Themenschwerpunkte wie zum Beispiel Radfahren oder auch Luxus-Offerten lägen derzeit im Trend, hieß es in der am Freitag in Rheinsberg vorgestellten Untersuchung des Ostdeutschen Sparkassenverbandes.

In den ersten sechs Monaten 2018 ist die Zahl der Gästeübernachtungen um 4,9 Prozent auf mehr als sechs Millionen gestiegen. Das Havelland legte mit 12,1 Prozent sogar zweistellig zu, Uckermark und Prignitz folgen mit 8,2 und 7,5 Prozent. Schlusslichter waren dagegen die Niederlausitz (plus 0,4 Prozent) und das Ruppiner Seenland mit unveränderten Gästezahlen, heißt es in der Analyse.

„Betriebe müssen sich fragen: Was verlangen die Gäste?“, erklärten die Autoren. Die Zukunftstrends müssten zudem von Organisationen und Verbänden angegangen werden. „Sie können und müssen den Wandel im Beherbergungsmarkt strategisch unterstützen.“ Konkret nennen die Experten vier Bereiche:

Preiswerte Angebote: „Moderne Low Budget Hotels haben sich mit durchdachten Geschäftsmodellen vom verstaubten Image entfernt und erreichen heute einen beachtlichen Teil des Branchenumsatzes“, heißt es in der Studie. Ziel ist die Konzentration auf das Wesentliche - auf Restaurants kann verzichtet werden, modernes Design gehört dagegen oft dazu.

Spezialisierung: „Die Gäste wünschen sich eine klare Positionierung und möchten authentische Erlebnisse“, schreiben die Autoren. Dabei kann es zum Beispiel um Angebote für Radfahrer oder Familien gehen, auch Nischen können besetzt werden. „Hier gibt es Nachholbedarf. Nur etwa ein Drittel aller Betriebe in Brandenburg vermarkten ein klares Profil.“

Luxus: Die kaufkräftigen Reisenden werden den Experten zufolge in Brandenburg noch nicht ausreichend ins Visier genommen. „Das ist auch eine Chance für kleinere Betriebe und private Anbieter“, hieß es. Im ganzen Land Brandenburg gebe es bislang nur ein Luxushotel. „Erfolgsfaktoren für Luxusbetriebe sind erlebnisreiche und prestigeträchtige Angebote, Individualität und Exklusivität, ein hohes Maß an Service, Top-Ausstattung und beste Lage.“

Ketten: Nur fünf Prozent der Hotels in Brandenburg gehört zu den den sogenannten Markenhotels - im Bundesdurchschnitt sind es 13 Prozent. „Erfolgsfaktoren für Kettenbetriebe sind ihre Finanzkraft, die Markenbildung, die Standardisierungsmöglichkeiten und die Diversifizierung“, erklärten die Experten. Den geringen Anteil der Hotelketten teilt sich Brandenburg allerdings auch mit den anderen ostdeutschen Ländern, für die ein Anteil von sechs Prozent errechnet wurde.

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