Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Fußball
„Stadtderby wird mit Füßen getreten“

Publikumsmagnet: Zum Stadtderby (Szene aus dem Oktober 2017) kommen Zuschauer aus allen Himmelrichtungen.
Publikumsmagnet: Zum Stadtderby (Szene aus dem Oktober 2017) kommen Zuschauer aus allen Himmelrichtungen. © Foto: Karsten Schirmer
Stefan Zwahr / 26.09.2018, 09:18 Uhr
Sachsenhausen (MOZ) Stadtderby in Oranienburg: Am Sonntag trifft Sachsenhausen in der Brandenburgliga auf den OFC. Dass parallel nahezu alle Spiele auf Landesebene ausgetragen werden (Grund siehe Info-Kasten), sorgt nicht nur im Lager des Gastgebers für Unmut. Auch Spieler und Funktionäre anderer Vereine sind frustriert, weil sie das Prestigeduell nicht als Zuschauer verfolgen können.

TuS-Trainer Oliver Richter kritisiert die Ansetzung. „Dieses Spiel ist das Aushängeschild der ganzen Liga. Ihm muss die Möglichkeit gegeben werden, dass es ein Alleinstellungsmerkmal hat. Auch Schiedsrichter, Spieler oder Funktionäre anderer Teams kommen oft von weit her, weil sie das Derby miterleben wollen. Dass ihnen diesmal die Möglichkeit dazu genommen wird, ist einfach schade. Das Derby wird mit den Füßen getreten.“

So guckt auch Steven Bergmann „in die Röhre“. Der langjährige Sachsenhausener ist als Trainer mit dem SV Altlüdersdorf II im Einsatz. „Es ärgert mich schon, dass ich das Derby verpasse.“ Dies drohte auch Hans Oertwig. In zehn Spielen gegen Sachsenhausen war er als OFC-Trainer in der Verantwortung. Nun coacht er den FC 98 – und setzte sich dafür ein, dass das für Sonntag angesetzte Spiel der Hennigsdorfer beim SV Zehdenick verlegt wurde (18. November). „Spieler und Fans beider Mannschaften müssen die Chance bekommen, nach Sachsenhausen zu fahren.“ Offene Türen rannte er mit seinem Vorstoß bei Zehdenick-Manager Ronny Erdmann ein. Dieser erinnert daran, dass beide Derbys schon 2017 an einem Tag stattfanden – und bezeichnet den Termin für den Verbandstag als „nicht angebracht“.

Deutlicher wird Oliver Richter. Die Tagung sei sicherlich wichtig. Nicht nachvollziehbar sei jedoch, „warum so ein Event im Hauptzeitraum der Saison stattfindet“. Auch außerhalb der Urlaubszeit würde es bessere Termine geben, wie während der Hallensaison. Und wenn man den Verbandstag dann mitten in der Saison ansetzen würde, sei es unverständlich, wenn er auf ein Wochenende gelegt wird, dass eine „englische Woche“ einläutet. „Dass am 3. Oktober gespielt wird, finde ich nicht schlimm. Durch den vom Verband festgelegten Sonntag-Spieltag stehen aber nun drei Spiele in nur sechs Tagen an. Viele Vereine haben sehr kleine Kader. Da finde ich solche Spielpläne ausbaubar durchdacht.“

Die fehlende Regeneration in der besagten Woche war auch in Velten Thema – und sorgte dafür, dass der SC Oberhavel sein Heimspiel gegen Hansa Wittstock von Sonntag auf Freitag (19.30 Uhr) vorzog. „Drei Spiele in sechs Tagen finde ich im Amateurbereich einfach hart“, so Trainer Christian Eichelmann.

Dass Oranienburg II am Sonntag nicht in Schönow spielt (neuer Termin noch offen), hat wiederum mit dem Stadtderby zu tun. „Wir haben um eine Verlegung gebeten“, berichtet der Technische Leiter Ralf Leiskau. Hauptgrund: „Wir müssen Spieler aus der Zweiten für den Ordnungsdienst akquirieren.“

Darum wird am Sonntag und Mittwoch gespielt

Der Verbandstag des Fußball-Landesverbandes Brandenburg (FLB) findet alle vier Jahre statt – und nun am kommenden Sonnabend in Cottbus. „Der Verbandstag fasst die richtungsgebenden Beschlüsse für die Entwicklung und Verwaltung des Verbandes“, heißt es in der Satzung des FLB.

Bei der Tagung wird unter anderem der Nachfolger von Präsident Siegfried Kirschen gewählt. Einziger Kandidat ist Jens Kaden, Vorsitzender des Verbandsgerichts.

Teilnehmer sind unter anderem die Delegierte der Kreise, die auf den Kreistagen gewählt wurden. Dabei ist pro sieben Vereine je Kreis ein Delegierter zu wählen.

Im Rahmenterminplan wurde der Verbandstag insofern berücksichtigt, dass der Spieltag auf Landesebene für den Sonntag, 30. September, festgesetzt wurde.

Begründung: „Der Verbandstag ist der Höhepunkt des Verbandes mit etwa 300 Delegierten. Da darunter auch viele Schiedsrichter sein werden, können wir nicht davon ausgehen, dass alle Spiele abgesichert werden können“, sagt Martin Hagemeister vom Spielausschuss des Verbandes. Daher sei langfristig über die Verlegung des Spieltags informiert worden.

Spielverlegungen auf den Sonnabend waren nicht möglich. Es stand den Vereinen frei, auf den Freitag zu gehen oder Spiele auf freie Pokal-Wochenenden zu legen.

Überraschend wird in der Landesliga Süd und Landesklasse Süd nun aber doch am Sonnabend gespielt. Hagemeister: „Die Vereine haben Extra-Antträge gestellt und die Spiele wurden so angesetzt. Wir werden das Rad nun nicht zurückdrehen.“ Der Funktionär räumte ein, dass dieses Vorgehen auf der jüngsten Sitzung ein heißes Thema war.

Die anstehende „englische Woche“ begründet Martin Hagemeister so: „Das war der Kompromiss, nachdem im Winter so viele Spiele ausgefallen sind. Wir wollten versuchen, die Hinrunde bis Dezember abzuschließen, ohne bis Weihnachten zu spielen. Und die Saison konnte nicht noch eher anfangen, weil es dann das Thema Ferien gibt.“⇥(sz)

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG