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Fußball
Viele Typen, ein Ziel: Derbysieg!

Erlebt sein erstes Spiel in Sachsenhausen: Randy Kretschmann (hier beim Derby im Oktober 2017)
Erlebt sein erstes Spiel in Sachsenhausen: Randy Kretschmann (hier beim Derby im Oktober 2017) © Foto: Karsten Schirmer
Stefan Zwahr / 27.09.2018, 18:00 Uhr
Sachsenhausen (MOZ) In Brandenburg würde es viele Derbys geben. „Jeder Verein hat seine Tradition, auf die er stolz ist. Und für jeden Club gibt es diese Begegnungen, die sich von anderen absetzen“, sagt Oliver Richter. Doch der Trainer des TuS 1896 Sachsenhausen betont: An das Duell der Oranienburger Stadtrivalen würde kein anderes Spiel herankommen. Am Sonntag um 15 Uhr treffen die Erzrivalen aufeinander.

Der Dauerbrenner:Robert Wiesner

Der 31-Jährige spielt seit 2005 für den TuS 1896 – und verpasste keines der 16 Stadtderbys. „In den Anfangsjahren waren wir oft ein bisschen unterlegen“, erinnert sich der Abwehrspieler an die ersten Auflagen in der Saison 2005/06. Beide gewann der OFC, der seine Bilanz zwei Jahre später (dann in der Brandenburgliga) auf 3:1-Siege aufpolierte. „Seither ging es aber für uns immer recht positiv aus“, freut sich Wiesner. Bei den zehn zurückliegenden Vergleichen triumphierte in acht Fällen der TuS, der nun auf 11:6 Siege bei 34:18 Toren verweisen kann. Wie läuft es diesmal? Wiesner: „Respekt haben wir vor dem Gegner. Schlecht sind sie nicht. Aber allein durch unsere mentale Stärke durch die ganzen Jahre, wo wir uns die Ergebnisse hart erarbeitet haben, sind wir wieder im Vorteil. Der OFC wird mit ein bisschen Angst und Respekt herkommen.“ Der Innenverteidiger selbst ist relaxt. „Ein besonderes Spiel ist es auch für mich noch. Aber Aufregung gibt es bei mir überhaupt nicht mehr. Ich freue mich drauf, gerade wegen der Kulisse. Aber es ist nun nicht so, dass ich es kaum abwarten kann. Es ist im Endeffekt ein Spiel wie jedes andere, in dem wir unbedingt die Punkte holen müssen. Alles andere zählt nicht.“

Der Coole:Imre Kalman

Erstmals erlebt der 44-Jährige das Derby in offizieller Mission. Seit Juli ist er Co-Trainer des OFC Eintracht – und versichert: „Ich verspüre trotzdem kein besonderes Kribbeln. Ich war schon als Spieler so, dass es mich niemals interessiert hat, wer mein Gegner ist.“ Auch als Aktiver „habe ich mich wirklich nie mit dem Gegner beschäftigt, sondern nur mit mir und der Mannschaft“. So denke er auch als Trainer. „Ich gebe unserem Nachbarn den selben Respekt wie anderen Mannschaften. Ich will, dass wir gewinnen. Und dafür arbeite ich auch in dieser Woche sehr hart. Den Rest blende ich aus.“

Der Genießer:Martin Wunderlich

Der Mittelfeld-Mann des TuS wiederum will in seinem siebten Stadtderby alles aufsaugen. „Es wird vielleicht mein letztes Derby auf der eigenen Anlage sein.“ Der 34-Jährige schließt nicht aus, im kommenden Sommer seine Laufbahn zu beenden. „Ich werde das Spiel am Sonntag genießen. Aufregung ist nicht mehr da, dafür bin ich zu alt. Darum werde ich ganz entspannt herangehen.“ Auch, weil er sich keine Sorgen macht. „Wir sind gut drauf. Das Team hat sich gefunden. Wenn wir es jetzt noch schaffen, 90 Minuten kompakt zu stehen und nicht nur 70, dann werden wir auf jeden Fall mit 3:0 gewinnen.“

Der Zuversichtliche:Tim Meyer

Letzteres wollen die Gäste verhindern. „In Sachsenhausen haben wir lange nicht gewonnen. Das wollen wir ändern“, betont der Flügelspieler. Am 21. März 2009 feierte der OFC den zweiten und bislang letzten Auswärtssieg im Elgora-Stadion. Seither gab es sechs Heimsiege des TuS bei 19:3 Toren. Großartig beschäftigt hat sich Meyer mit dem TuS nicht. „Wir wissen eh, wie sie spielen werden. Sachsenhausen hat keine schlechte Mannschaft hat, aber wir sind ebenso gut.“

Der Überläufer:Pascal Heidenreich

Welche Mannschaft besser ist, könnte er am Besten beurteilen. Der 20-Jährige spielte bis zum Sommer für Oranienburg, wechselte dann nach Sachsenhausen. „Klar freue ich mich, dass es nun gegen die alten Freunde geht. Vor so vielen Leuten ist es was Besonderes.“ Vier Jahre lang spielte Heidenreich für die Eintracht. Das reiche, um zu wissen, dass für beide Seiten das Spiel des Jahres ansteht. „Es gibt nicht mehr Punkte, aber gegen den Stadtkonkurrenten ist ein Sieg besonders wichtig. Dieses Spiel hat eine besondere Bedeutung.“ Wie auch seine Familie habe er kein Problem damit, nun in den anderen Farben der Stadt zu spielen. „Es war nie so, dass wir uns als die großen Oranienburger gesehen haben. Mein Bruder spielt schon länger in Sachsenhausen. Darum freuen sie sich für die Kinder, wenn ihr Verein gewinnt.“ Und der Mittelfeldspieler hofft natürlich auf einen TuS-Sieg. „Wir sind ein super Team und top eingestellt. Jeder gibt für jeden alles. Ich hoffe, dass wir das bessere Ende haben.“

Der alte Hase:Tim Kretschmann

An dieses glauben auch die OFC-Spieler. „Wir fahren mit einer breiten Brust nach Sachsenhausen. Unsere Spiele waren bisher überzeugend“, bemerkt der Innenverteidiger – und glaubt, dass es wieder ein Spitzenspiel wird. „Beide Mannschaften bewegen sich auf Augenhöhe. Wir brauchen uns nicht zu verstecken, wie in den letzten Jahren auch. Spielerisch bin ich von uns überzeugt.“ Sachsenhausen habe vorn seine Qualitäten. „Das hatte Brieselang aber auch, und die hatten wir gut im Griff, wenn wir es am Ende auch noch einmal unnötig spannend gemacht haben.“

Der Beobachter:Silvio Koos

Gespannt auf das, was auf ihn zukommt, ist der neue Torwarttrainer des TuS. „Vom Hören sagen weiß ich einiges über dieses Spiel. Und mit unserem Keeper Stefan Demuth war ich als Zuschauer auch schon dabei. Aber es ist für mich schon etwas Neues“, sagt der ehemalige Falkenseer. Beim Zuschauen sei es natürlich klasse gewesen. „1200 Zuschauer haben wir in Falkensee nicht gehabt, außer im Pokal. Ich bin gespannt und freue mich, die Atmosphäre auf der Bank aufnehmen zu können.“ Das Spiel gewinne für ihn an Brisanz, weil der OFC mit Sanel Begzadic einen ehemaligen Falkenseer verpflichtete.

Der junge Debütant:Tyren Kherraz

Sein erstes Stadtderby erlebt der Oranienburger Neuzugang. „Ich habe gehört, dass beim letzten Spiel 1300 Zuschauer waren. Das ist natürlich eine gute Kulisse. Sonst weiß ich nicht so richtig, was auf mich zukommt.“ Eine vergleichbare Partie habe er noch nie gespielt. „Im Männer-Fußball habe ich noch kein richtiges Derby erlebt. Ich habe mit dem BFC Dynamo gegen Chemie Leipzig gespielt vor 4300 Fans. Das war auch ein besonderes Erlebnis. Im Jugendfußball war das Größte, als ich mit Union Berlin gegen Hertha gespielt habe.“

Der Auswärts-Debütant:Randy Kretschmann

Gespielt hat der Youngster das Stadtderby schon – allerdings in beiden Fällen auf dem heimischen Platz in Oranienburg. Die Fahrt nach Sachsenhausen tritt der 20-jährige Außenverteidiger mit einem guten Gefühl an. „Neun Punkte aus vier Spielen machen zuversichtlich.“ Dass sein Team als Tabellendritter zwei Punkte mehr als der Stadtrivale auf dem Konto hat, spiele keine Rolle. „Ein Derby ist immer etwas anderes, etwas Außergewöhnliches. Da zählen Tabellenkonstellationen nicht.“ Kretschmann: „Ich denke, dass ich selbstbewusst reingehe, da ich in den ersten vier Spielen immer von Anfang an auf dem Platz war.“ Im Derby sei immer ein Tick mehr Anspannung dabei. „Aufgeregt ist sicher jeder. Wenn über 1000 Leute zugucken, ist das schon eine große Sache. Ich bin aber relativ entspannt.“ Wie man am Besten mit den Spielern umgeht, die erstmals dabei sind, sei schwer zu sagen. „Die meisten werden damit sicher gut umgehen können. Sollen sie sich selber ihren Eindruck machen.“

Der Gespannte:Stephan Lange

Mit welchen Erwartungen blickt der Sohn des Ex-Managers, der sich gerade in der Transferzeit intensiv einbringt, Richtung Derby? „Es wird ein heißer Tanz. Aufgrund der Breite des Kaders sehe ich klare Vorteile für den OFC. Sie haben 30 Spieler, da können wir nicht mithalten. Ich bin gespannt, wer von den zurückgeholten ,verlorenen Söhnen’ gegen uns spielt.“

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