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Altes Stahlwerks-Gelände
Areal der Schwelgasanlage entgiftet

Komplizierte Technik: Die beiden Mitarbeiter verdeutlichen, welche Dimensionen der Bagger hatte, mit dessen Kraft die Waben tief in den Boden getrieben wurden. Die Arbeiten begannen im September 2017.
Komplizierte Technik: Die beiden Mitarbeiter verdeutlichen, welche Dimensionen der Bagger hatte, mit dessen Kraft die Waben tief in den Boden getrieben wurden. Die Arbeiten begannen im September 2017. © Foto: Eggers Umwelttechnik
Roland Becker / 12.10.2018, 07:23 Uhr - Aktualisiert 13.10.2018, 16:11
Hennigsdorf (MOZ) Es war ein Mammutprojekt, das Sven Wiese von der Hennigsdorfer Beteiligungs- und Beratungsgesellschaft (BBG) zu stemmen hatte: Auf ehemaligem Stahlwerksgelände musste der kontaminierte Boden im Bereich der ehemaligen Schwelgasanlage ausgetauscht werden. Diese am Ende fast 4,4 Millionen Euro teure Maßnahme war nicht deshalb nötig, um das Gelände in Zukunft einer neuen Nutzung zuführen zu können. Der aufwendige Bodenaustausch war vor allem deshalb unausweichlich, um das zum Wasserwerk Stolpe fließende Grundwasser vor Kontamination zu schützen.

Im Hauptausschuss konnte Wiese am Mittwoch den Abschluss des Projekts vermelden, mit dem vor gut einem Jahr begonnen worden war. Damals stellte sich schnell heraus, dass die Arbeiten zeitaufwendiger und umfangreicher werden als in der Theorie zuvor gedacht. Das lag vor allem daran, dass die beauftragte Firma Eggers Umwelttechnik bereits beim Voraushub der oberen Bodenschichten auf umfangreiche Fundamente stieß, mit denen keiner gerechnet hatte. Vor allem deren Tiefe überraschte und hatte damit zur Folge, dass eigens ein 50-Tonnen-Bagger herangeschafft werden musste.

Der eigentliche Austausch des kontaminierten Bodens geschah im Wabenverfahren. „An einem Kran ist dabei eine Vibrationsramme befestigt, mit deren Hilfe die Wabe in den Boden getrieben wird“, erläuterte Wiese das Vorgehen. Das verseuchte Erdreich wurde dann Wabe für Wabe per Seilbagger herausgeholt, in einem von der Außenwelt abgeschirmten Zelt analysiert und ordnungsgemäß entsorgt. Die Wabe wurde dann mit neuem Boden gefüllt und herausgezogen.

Auch nach Abschluss dieser Arbeiten ist das Gelände noch nicht völlig frei von Schadstoffen. Wiese betonte aber, dass die am höchsten belastetesten Bereiche nun beseitigt worden seien. Die Trinkwasserförderung des Stolper Wasserwerks sei somit nicht gefährdet. Die Kosten übernahm zu fast 100 Prozent das Land.

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