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Bildungsministerin will Gedenkstättenbesuche zur Pflicht für Schüler machen

Im Neuen Museum: Die stellvertretende Gedenkstättenleiterin Astrid Ley (l.) und Kuratorin Agnes Ohm (r.) zeigen den Ministerinnen die Kunstausstellung „Écraser l’infâme!“.
Im Neuen Museum: Die stellvertretende Gedenkstättenleiterin Astrid Ley (l.) und Kuratorin Agnes Ohm (r.) zeigen den Ministerinnen die Kunstausstellung „Écraser l’infâme!“. © Foto: Klaus D. Grote
Klaus D. Grote / 17.10.2018, 19:05 Uhr
Oranienburg (MOZ) Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) will den Besuch von außerschulischen Lernorten wie Gedenkstätten in die Lehrpläne aufnehmen. Dies sei für den Geschichtsunterricht vorgesehen, sagte Britta Ernst bei einem gemeinsamen Besuch mit Kulturministerin Martina Münch (SPD) in der Gedenkstätte Sachsenhausen. „Für die Heranwachsenden ist der Besuch ein wichtiges Element der historisch-politischen Bildung und hinterlässt bei vielen tiefe und bleibende Eindrücke“, sagte Britta Ernst. Die Auseinandersetzung mit den Verbrechen der Vergangenheit sei in der heutigen Zeit von großer Bedeutung. Und die Gedenkstätte Sachsenhausen vermittle in eindringlicher Weise die Verbrechen der nationalsozialistischen Zeit.

Ministerin Martina Münch sprach sich dafür aus, mit neuen Vermittlungsformaten an die NS-Gewaltherrschaft und die Geschichte des Konzentrationslagers und des späteren sowjetischen Speziallagers Sachsenhausen zu erinnern. „Vor dem Hintergrund der immer weniger werdenden Zeitzeugen und einer sich durch Zuzug verändernden Gesellschaft müssen künftig neue Zugänge zu diesem wichtigen Thema entwickelt werden“, sagte Martina Münch. Mit der stellvertretenden Gedenkstättenleiterin Astrid Ley besichtigten sie den Turm A, das neue Depot des Museums sowie die Kunstausstellung „Écraser l’infâme!“ im Neuen Museum.

Gerade junge Menschen sollten für die Mechanismen eines Unrechtssystems sensibilisiert werden, sagte Martina Münch und verwies auf die Notwendigkeit, „rechtsradikalen, rassistischen und antisemitischen Stimmungen bereits früh entschlossen entgegenzutreten“. Mit Blick auf die Geschichte sprach sie von einer gerade heute wichtigen Verpflichtung, zu einem entschlossenen Eintreten für Toleranz, Demokratie, Pluralismus und Freiheit.

Das Land fördert die Arbeit der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten in diesem Jahr mit 3,5 Millionen Euro, 2,9 Millionen Euro kommen vom Bund. Das Geld wird insbesondere für einen erhöhten Personalbedarf benötigt. Immer mehr Besucher kommen in die Gedenkstätte Sachsenhausen. Deren Betreuung führt auch zunehmend zu Raumproblemen.

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