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Dorfentwicklung
60 neue Wohnungen in Sommerfeld geplant

Marco Winkler / 07.11.2018, 15:35 Uhr
Sommerfeld (MOZ) Von Marco Winkler

Der wohl hässlichste Fleck in Sommerfeld, das Eckhaus-Ensemble an der Kreuzung Dorf-/Kremmener Straße, soll verschwinden. Dem Abriss, der im kommenden Jahr erfolgen könnte, schließt sich ein Wiederaufbau mit mehreren Häusern für Gewerbetreibende und Wohnungssuchende an. Die Pläne stellte Projektentwickler Winfred Günther aus Sommerfeld am Montag im Ortsbeirat vor.

Schon zu Weihnachten vor zwei Jahren bekamen die Sommerfelder erste Ideen zu sehen. Doch die Realisierung brauchte Zeit, so Günther. Die nun positiv bescheinigte Bauvoranfrage habe lange auf sich warten lassen. Eine Hoffnung zerstreute er gleich zu Beginn: Das avisierte Dorv-Zentrum (Dorv steht für Dienstleistung und Ortsnahe Rundum-Versorgung) finde keinen Platz. „Wir sind mit der Planung so weit, dass wir es nicht mehr unterbringen können.“

Entstehen sollen mehrere Häuser mit insgesamt 50 bis 60 Wohnungen. „Barrierefreie Mietwohnungen, die jeweils mit einem Fahrstuhl zu erreichen sind“, konkretisierte Günther. Den Großteil werden Zweiraumwohnungen einnehmen. Es werde ferner Fünf- bis Sechsraumwohnungen geben. „Wir wollen einen bunten Mix für ältere Menschen und Familien.“ Anfragen von Bürgern habe er schon bekommen. „Sobald der Bauantrag positiv beschieden wurde, fangen wir mit der Vermietung an.“ Der Antrag soll in den kommenden Wochen gestellt werden. Wichtig sei gewesen, nicht höher als 3,5 Geschosse zu bauen. „Die Höhe der Dachfirste wird die der umstehenden Gebäude nicht überschreiten.“ Der ortsbildprägende Komplex soll sich harmonisch ins Dorfgefüge eingliedern.

Erste potentielle Gewerbemieter gibt es schon. Direkt ins Untergeschoss des neuen Eckhauses sollen zwei Arztpraxen ziehen. Gespräche mit Ulrich Schwantes (Schwante) und Petra Krüger (Sommerfeld) habe es laut Günther schon gegeben. Am liebsten hätte er noch eine Physiotherapie in dem Komplex untergebracht gewusst. „Bisher scheitert es an fehlenden Arbeitskräften.“ Die Zusage der Ärzte spielt Günthers Wunsch in die Hände, den Standort als betreutes Wohnen zu etablieren.

„Für Sommerfeld bedeutet das eine Entspannung auf dem Wohnungsmarkt“, so Ortsvorsteher Jürgen Kurth (UWG/LGU). „Es ist eine Ergänzung zur Dorfmitte.“ Kritisch zeigte sich Ortsbeiratsmitglied Reiner Tietz (Linke). Er stellte explizite Fragen zur Mietstruktur und unterstellte, ein privater Investor rechne nicht mit Sommerfelder Mietern, sondern einer renditenstarken Vermarktung. Günther, der nicht unseriös wirken möchte, äußerte sich noch nicht zu Mietpreisen. Das sei erst nach der Ausführungsplanung möglich. Er betonte, das Vorhaben auch für die Sommerfelder voranbringen zu wollen. Dennoch: Das Projekt – geplant wird mit einem Kostenvolumen von acht bis neun Millionen Euro – müsse sich nach einer gewissen Zeit amortisieren. „Es ist kein geförderter Bau, sondern ausschließlich privat finanziert“, sagte er.

Wenn jetzt alles nach Plan läuft, könnte im Sommer 2019 mit dem Bau begonnen werden. Der erste Abschnitt dürfte laut Günther anderthalb Jahre in Anspruch nehmen, der zweite etwas länger, so dass in drei, vielleicht dreieinhalb Jahren die gesamte Fläche von knapp 7 000 Quadratmetern bebaut sein könnte. Das heißt, dass frühestens Ende 2022 Sommerfelds wohl hässlichste Ecke komplett neu auferstanden sein dürfte.

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