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Interview
Moderatorin berichtet über ihr Leben ohne Zucker

So kennen die Zuschauer die Moderatorin: Anastasia Zampounidis steht häufig im Rampenlicht. Doch der Auslöser für ihren Verzicht auf Zucker war ein medizinischer. Jörg Carstensen/dpa
So kennen die Zuschauer die Moderatorin: Anastasia Zampounidis steht häufig im Rampenlicht. Doch der Auslöser für ihren Verzicht auf Zucker war ein medizinischer. Jörg Carstensen/dpa © Foto: dpa
Claudia Duda / 25.11.2018, 09:17 Uhr - Aktualisiert 25.11.2018, 10:42
Oranienburg (MOZ) Schlank, schön und gesund – so erscheint Anastasia Zampounidis in der Medienwelt. Seit mehr als zwölf Jahren verzichtet die Moderatorin auf Industriezucker. Am Dienstag liest sie aus ihrem Buch „Für immer zuckerfrei“ in Oranienburg. Redaktionsleiterin Claudia Duda sprach mit ihr über die Sucht nach Zucker und Heißhungerattacken.

Frau Zampounidis: Ich gestehe: Als ich vor einiger Zeit Ihr Buch „Für immer zuckerfrei“ auf meinen Schreibtisch bekam, habe ich es bei Seite gelegt und gedacht: Schon wieder ein Promi auf dem Selbsterfahrungstrip, der damit Geld verdienen will. Ist das eine Reaktion, die Ihnen öfter begegnet?

Sie sind die Erste!

Als sich in meinem familiären Umfeld die Fälle von schwerem Diabetes häuften, habe ich im Frühjahr von einem auf den anderen Tag entschieden, vollständig auf Zucker zu verzichten. Wie schwer das sein würde, war mir nicht bewusst. Dann habe ich plötzlich Ihr Buch wieder zur Hand genommen und mich auf vielen Seiten wiedergefunden. Ist auch das eine Reaktion, die Ihnen schon begegnet ist?

Das höre/lese ich bei meinen Vorträgen oder bei Instagram tatsächlich sehr oft. Ich war mir zu Beginn gar nicht sicher, ob es den Leser überhaupt interessiert, wie mein Dasein als „Zucker-Junkie“ aussah, aber anscheinend war ich gar nicht allein damit.

Sie sagen von sich: Sie waren „Sugarholic“ – eine Erfahrung, die sicher nicht nur ich bestätigen kann. Was war Ihr Auslöser für die radikale Veränderung der Lebensweise?

Dass ich ein Problem mit Zucker habe, war mir schon länger bewusst, aber ich habe es nicht geschafft, den Zucker aus meinem Leben zu verbannen. Ich war mir bis 2006 nicht bewusst, dass Zucker nicht nur in Schokolade, Kuchen & Co. steckt. Der tatsächliche Auslöser war dann ein Besuch bei einer TCM Ärztin (Traditionelle Chinesische Medizin), die ich aufsuchte, um meinen verspannten Nacken zu therapieren. Nach ausführlicher Anamnese empfahl sie mir, den Industriezucker aus meinem Speiseplan zu verbannen, um meinen Körper wieder in Balance zu bekommen. Da ich ja eben schon zuvor versucht hatte, von meiner Zuckersucht loszukommen, weil ich die Heißhunger-Attacken und einhergehenden Symptome einer Unterzuckerung leid war, sagte ich zu.

Neulich hat ein Kollege eine wunderschön aussehende Käsetorte mitgebracht und ich habe gedacht: Hmm, schade eigentlich… Sie sind seit mehr als zehn Jahren „trocken“. Welcher Verzicht ist Ihnen damals am schwersten gefallen – und gibt es heute noch Situationen, in denen Sie schwach werden könnten?

Man weiß nie, was das Leben für Widrigkeiten bereit hält, aber ich halte es heute – 12,5 Jahre später – für sehr unwahrscheinlich, dass ich „rückfällig“ werde. Ich war damals so euphorisch, dass ich den Verzicht nicht wirklich verspürt habe. Die einhergehenden positiven Effekte waren dafür natürlich ausschlaggebend.

Ich war früher die Königin der Nachtische. Wenn ich heute in meinem Umfeld  sage: „Nein danke, ich esse keinen Zucker mehr“, dann reagieren die meisten erstaunt und fragen zum Schluss: „Für immer?“ Bei Einladungen denke ich darüber nach, wie ich der Gastgeberin klar mache, dass es kein Affront ist, wenn ich nicht alles esse. Wie lange ist „für immer“ und wird es irgendwann leichter?

Eine Sucht soll ja bekanntlich „für immer“ im System bleiben, aber nach drei Wochen hat man den schwierigsten Teil hinter sich. Der Heißhunger hat sich verabschiedet, man fühlt sich generell fitter und die Laune steigt massiv. Nach sechs Wochen hat sich der veränderte Lebensstil auch nachweislich im Gehirn festgesetzt, sodass man auf „Automatik“ umschalten kann. Je höher der Leidensdruck und der Wunsch nach einem verbesserten Lebensstil im Vorfeld war, umso unwahrscheinlicher ist ein „Rückfall“.

Durch Ihre Buchveröffentlichung gelten Sie zurzeit als DIE  Expertin für zuckerfreie, gesunde Ernährung und berichten in zahlreichen Talkshows über Ihre Erfahrungen. Ist es Ihnen zur Mission geworden?

Ich trage gern dazu bei, die deutsche Bevölkerung über den übermäßigen Zuckerkonsum und über die Vorgehensweisen der Lebensmittelindustrie (versteckte Zucker) aufzuklären. Wie man eine zuckerfreie Ernährung gestalten kann, lebe und präsentiere ich in meinen Büchern, Vorträgen und Lesungen.

In der nächsten Woche lesen Sie in Oranienburg aus Ihrem Buch. Wie sind Ihre Erfahrungen auf Lesereise – kommt es dabei auch zu Diskussionen, zum Erfahrungsaustausch?

Oh ja, kein Abend gleicht dem anderen. Ich bin ja auch keine „Power-Point-Speakerin“, die ihr Programm runterspult, sondern der Abend wird von allen Anwesenden mitgestaltet. Ich bin offen und hole gern die Menschen dort ab, wo ihr Wissensstand ist. Auf deutsch: Ich werde bombardiert mit Fragen und am Ende gehen die meisten Frauen (ja es sind zu 90 Prozent Frauen) sehr motiviert aus der Veranstaltung.

Kennen Sie eigentlich Oranienburg, waren Sie schon einmal hier?

Zu meiner Schande nein, aber Oranienburg hat mich jetzt auch zum ersten Mal eingeladen – eh voila, da bin ich !

Buchvorstellung

■ Am kommenden Dienstag um 19 Uhr ist Anastasia Zampounidis zu Gast in Oranienburgs Stadtbibliothek. Die Autorin und Moderatorin ist seit mehr als zwölf Jahren trockener Sugarholic und berichtet vom Entzug der Süßigkeiten, welcher sie fitter und gesünder werden ließ. Zusätzlich verrät die 49-jährige gebürtige Griechin wertvolle Tipps, um Zucker zu vermeiden und zeigt leckere Rezepte, die zuckerfrei glücklich machen.

■2017 erschien ihr erstes Buch „Für immer zuckerfrei: Schlank, gesund und glücklich ohne das süße Gift“, vor kurzem das Kochbuch „Für immer zuckerfrei – Meine Glücksrezepte“. In der Lesung stellt Anastasia Zampounidis ihre beiden Bücher vor, um mit dem Publikum ins Gespräch zu kommen.

■Tickets für die Veranstaltung sind in der Stadtbibliothek und in der Tourist-Information, Schloßplatz 2, in Oranienburg zu einem Preis von 10 Euro erhältlich.⇥(cd)

Schlagwörter

Moderatorin Claudia Duda Diabetes Anastasia Zampounidis Medienwelt

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