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Regionalverkehr
Heidekrautbahn fährt ab Ende 2023 auf alter Stammstrecke

Jürgen Liebezeit / 10.01.2019, 16:06 Uhr - Aktualisiert 11.01.2019, 12:35
Mühlenbecker Land (MOZ) In knapp fünf Jahren soll die Heidekrautbahn auf ihrer historischen Stammstrecke durch das Mühlenbecker Land wieder fahren. Der Startschuss für die Planungen wurde am Donnerstag in Berlin gegeben.

Die Länder Brandenburg und Berlin haben beim Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) mit der Niederbarnimer Eisenbahn-Aktiengesellschaft (NEB) als Teileigentümerin und Betreiberin der Strecke eine entsprechende Planungsvereinbarung unterzeichnet. Ziel ist es, genehmigungsreife Unterlagen und ein Finanzierungskonzept zu erstellen, um die Stammstrecke der Heidekrautbahn für den Personennahverkehr bis Ende 2023 zu reaktivieren und die Verbindung über Schönerlinde beizubehalten.

Entlang der knapp 14 Kilometer langen Strecke zwischen den Bahnhöfen Basdorf und Berlin-Wilhelmsruh sollen acht neue Haltestellen – drei davon in Mühlenbeck und Schildow – eingerichtet werden. Zudem müssen zahlreiche Straßen Schrankenanlagen bekommen. Vorgesehen ist zunächst ein Ein-Stunden-Takt. Spätestens 2030 soll die Heidekrautbahn bis zum Bahnhof Berlin-Gesundbrunnen fahren.

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Heidekrautbahn fährt neue Strecke

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Das Gesamtinvestitionsvolumen bezifferte NEB-Vorstand Detlef Bröcker auf 20 bis 21 Millionen Euro. Weitere Details zum Streckennetz nannte er noch nicht. „Es geht voran“, freute er sich über die Vereinbarung, die seit fast 20 Jahren vorbereitet wird.

Die Unterzeichnung der Planungsvereinbarung bezeichnete Brandenburgs Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) als Meilenstein im Rahmen des Projektes „i2030“. In dem Projekt sind acht Strecken im Bahnnetz der Hauptstadtregion definiert, bei denen Handlungsbedarf besteht. Ziel ist es, attraktive Bahnangebote zu machen, um Pendlern eine Alternative zum Auto anbieten zu können. Ähnlich sah es auch Berlins Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos): „Der Beginn der Feinplanung für die Reaktivierung der Heidekrautbahn ist eine gute Nachricht für Pendler im Norden Berlins.“ Für Oberhavel-Landrat Ludger Weskamp (SPD), der vor Ort war, ist die Maßnahme ein wichtiges Infrastrukturprojekt für Oberhavel. Er verwies auf Beschlüsse des Kreistages, nachdem der Landkreis Geld zur Vorfinanzierung zur Verfügung stellen und sich an den Kosten beteiligen kann.

Hintergrund

■ Historischer Ausgangspunkt der Heidekrautbahn in Berlin war der Bahnhof Wilhelmsruh. Die Strecke wurde 1901 in Betrieb genommen und führte über Berlin-Blankenfelde, Schildow, Mühlenbeck und Schönwalde nach Basdorf, wo sie sich verzweigt.. Mit dem Bau der Berliner Mauer wurde der Bahnhof Wilhelmsruh geschlossen und die Strecke in diesem Bereich demontiert.

■ Die Stammstrecke ist etwa 14 Kilometer lang. Die Fahrzeit beträgt 24 Minuten.

■ Die umgangssprachlich gebräuchliche Bezeichnung Heidekrautbahn beruht darauf, dass viele Berliner die Bahn zu Ausflügen in die Schorfheide nutzten und Groß Schönebeck als Endpunkt der Strecke als Tor zur Schorfheide gilt.

■ Geplant ist zunächst die Einführung eines Ein-Stunden-Taktes. Das bisherige Angebot der Niederbarnimer Eisenbahngesellschaft zwischen Groß-Schönebeck beziehungsweise Wensickendorf und Berlin-Karow soll erhalten bleiben.⇥(zeit)

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