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Weniger Service
Volksbank baut Geldautomaten ab

Kommt seit Juni 2017 ohne Personal aus: Die Volksbank-Filiale in der Berliner Straße 3 beherbergt nur noch Automaten.
Kommt seit Juni 2017 ohne Personal aus: Die Volksbank-Filiale in der Berliner Straße 3 beherbergt nur noch Automaten. © Foto: MOZ/Marco Winkler
Marco Winkler / 11.01.2019, 06:00 Uhr
Kremmen (MOZ) Die Berliner Volksbank vermittelt den Eindruck, sich weiter aus Kremmen zurückziehen zu wollen. Die Genossenschaftsbank begründet den Abzug von Personal sowie den jüngsten Geldautomatenabbau damit, dass immer mehr Kunden online ihre Bankgeschäfte erledigen.

Ende Juni 2017 sorgte die Bank für Aufregung, indem sie ihre Kundenberater aus der Filiale an der Berliner Straße abzog. Seitdem gibt es dort nur noch je einen Geldausgabeautomaten, Kontoauszugsdrucker und Überweisungsscanner. Bis 19. Dezember bestand für Kunden zusätzlich die Möglichkeit, in einem Häuschen am Edeka-Markt Geld abzuheben. Dort wirbt seitdem eine Immobilien- und Unternehmensberatung für sich.

Ortsvorsteher Eckhard Koop (parteilos) bezeichnet die Umstrukturierung der Volksbank als „großen Service-Verlust.“ Zwar gehe er nicht davon aus, dass die Bank besonders viele ältere Kunden in Kremmen hat. Dennoch fehle das persönliche Gespräch, das einen guten Service auszeichne. „Es ist eine bedauerliche Entwicklung“, sagt Koop, der dabei an folgende Geschäftsschließungen denkt: Lebkuchen-Café, Meyhöfers Gasthaus, Markt-, Geschenk- und Galeriescheune.

Der Volksbank-Abbau trifft nicht nur Kremmen. In Velten, Löwenberg, Hohen Neuendorf und Fürstenberg wurde ebenfalls sämtliches Personal zugunsten eines Automatenbetriebes abgezogen. „Unsere Kunden erledigen viele ihrer alltäglichen Bankgeschäfte immer häufiger über das Internet und das Telefon, während die Besuche in den Filialen abnehmen“, sagt Pressesprecherin Anja Smolarek über die Umstrukturierung des Unternehmens. Sie spricht dabei von einer wirtschaftlichen Verantwortung der Genossenschaftsbank ihren Kunden gegenüber.

Dem Ärger über den Automatenabbau am Edeka-Markt setzt sie entgegen, dass sich die Filiale in nur 350 Metern Entfernung befinde. Diese soll zudem aufgestockt werden: „Derzeit laufen die Vorbereitungen, um für unsere Kunden einen weiteren Ein- und Auszahlungsautomaten aufzustellen.“

Kunden beschwerten sich in den vorigen Wochen zudem vermehrt über defekte Automaten und fehlende Überweisungsscheine. „Alle Selbstbedienungsgeräte sind in eine Onlineüberwachung eingebunden, sodass Störungen unverzüglich erkannt und schnellstmöglich behoben werden“, sagt Anja Smolarek. Zusätzlich erfolge regelmäßig eine Kontrolle der Standorte.

Als Argument für sehr wohl noch vorhandenen Service führt Smolarek den Bank-Bus auf, der – mit einem Berater an Bord – seit Anfang September immer montags zwischen 14.30 und 17 Uhr auf dem Marktplatz steht. „Uns ist und bleibt die persönliche Nähe zu unseren Mitgliedern und Kunden wichtig“, so die Unternehmenssprecherin.

Bank-Bus

Seit dem 10. September 2018 setzt die Berliner Volksbank ihren Bank-Bus in Brandenburg ein. Laut Bank fährt er wöchentlich 600 Kilometer durchs Land. In Oberhavel hält er immer montags in Velten (10 bis 12 Uhr am Markt), Vehlefanz (12.30 bis 13.30 Uhr bei Edeka) und Kremmen. Jeden Dienstag steht der Bus auf dem Marktplatz in Fürstenberg.⇥(win)

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