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Bürgermeister kündigt an
„Liebenwalde erhält Schul-Campus“

Volkmar Ernst / 11.01.2019, 08:00 Uhr - Aktualisiert 11.01.2019, 13:25
Liebenwalde (MOZ) Investitionen in die Zukunft: Liebenwaldes Bürgermeister Jörn Lehmann (parteilos) spricht mit Volkmar Ernst über den Bau des Schul-Campus, die Suche nach einem Domizil für die Volkssolidarität und die Kommunalwahl im Mai.

Herr Lehmann, welches sind die wichtigsten Investitionen, die in diesem Jahr anstehen?

Dazu gehört natürlich der Umbau und die Sanierung des ehemaligen Oberschulgebäudes. Unser Ziel ist es, dass der Campus zum Schuljahreswechsel 2019/2020 in Betrieb genommen werden kann und die Erstklässler dann schon dort eingeschult werden.

Der Zeitplan steht?

Klar. Die Planungen laufen seit Jahren. Das Bauamt hat alles akribisch vorbereitet und abgestimmt. Das Haus ist eingerüstet, damit kann am Dach, den Fenstern und der Fassade gearbeitet werden. Auch im Inneren des Gebäudes geben sich die Mitarbeiter der verschiedenen Gewerke die Klinke in die Hand.

Waren die Absprachen mit dem Denkmalschutz schwierig?

Kompromisse auszuhandeln, ist immer schwierig. Unser Anliegen ist es, den Schülern und Lehrern beste Lern- und Arbeitsbedingungen zu bieten. Der Denkmalschutz ist natürlich daran interessiert, möglichst viele markante Eigenschaften des Gebäudekomplexes zu erhalten. Aber ich denke, mit den Kompromissen können beide Seiten gut leben.

Was wird aus dem jetzigen Grundschulgebäude?

Dort werden der Hort und der Jugendclub unterkommen. Das erklärte Ziel war, die Hortkinder zentral  in der Nähe der Schule unterzubringen, damit Grundschule, Hort und Jugendclub noch besser zusammenarbeiten können.

Muss dort viel gemacht werden?

Nein. Die Bausubstanz ist gut, aber eben auch in die Jahre gekommen. Insofern werden Malerarbeiten und Anpassungen ausreichen.

Warum braucht Liebenwalde eigentlich den Schul-Campus?

Weil Liebenwalde als Wohnstandort für viele Menschen, die in Berlin arbeiten, immer interessanter wird. Dort arbeiten und im Grünen wohnen, das wünschen sich vor allem junge Familien mit Kindern. Doch mit der Zahl der Einwohner steigt auch die Zahl der Kinder, die in den Kitas, dem Hort oder der Grundschule betreut werden müssen. Das hat die Fortschreibung des Kitabedarfsplans klar ergeben, darauf reagieren wir.

Deshalb auch die Ausweisung neuer Baugebiete?

Genau. Denn die Anfragen liegen vor, sowohl für das private Gebiet „Lindbergesches Feld“ als auch für das von der Stadt vorgeschlagene Gebiet „Am Weinberg“, wo zwischen dem Liebenthaler Weg, der Zehdenicker Chaussee und „Am Weinberg“ Bauparzellen erschlossen werden.

Die Senioren der Volkssolidarität haben allerdings das Nachsehen?

Nein, das ist nicht der Fall. Als Stadt liegt uns das Wohl der Kinder und Jugendlichen ebenso am Herzen wie das der Senioren. Deshalb hatten wir den Senioren, nachdem die Volkssolidarität ihre Immobilie an der Hammerallee verkauft hat, auch Räume in der ehemaligen Oberschule angeboten. Allerdings war da noch nicht klar, dass das Gebäude wieder als Schule genutzt werden soll und der Seniorentreff für den Umbau ausziehen muss. Das Problem ist, dass auch die Stadt keine Räume herzaubern kann. Aber mit dem Gebäude Mittelstraße 9 haben wir jetzt ein Objekt gefunden, das in der Perspektive zu einem festen Seniorentreff in Liebenwalde entwickelt werden soll.

Wie sieht da der Zeitplan aus?

Die Sicherungsmaßnahmen haben wir vornehmen lassen. Parallel dazu laufen schon die Planungen für den Umbau. Ich hoffe, dass der Bauantrag noch in diesem Jahr gestellt werden kann. Damit ist ein Einzug der Senioren Ende 2020/Anfang 2021 ein realistisches Datum.

Was passiert in den Ortsteilen?

Die werden natürlich nicht vergessen. Für Hammer steht im Haushalt Geld für die Sanierung der Heizung im Saunagebäude bereit, in Freienhagen soll die Straße zur Großsiedlung gemacht werden und Liebenthal endlich den lang ersehnten Festplatz erhalten. Auch die Neugestaltung der Fassade der Kita in Neuholland haben wir nicht vergessen.

Das sind ehrgeizige Ziele, die weit über die anstehenden Wahlen hinausreichen. Wie würde denn Ihr Traumparlament nach der Kommunalwahl aussehen?

Da habe ich eigentlich nur den Wunsch, dass bei den Entscheidungen im Parlament der Sachverstand im Vordergrund steht. Schließlich geht es um die Zukunft Liebenwaldes, und die sollte allen Parlamentariern gleichermaßen am Herzen liegen. Ein Querschnitt von Jung bis Alt und durch alle Berufsgruppen sowie alle Ortsteile wäre nicht schlecht.

Gemeinsam mit der Landtagswahl im Herbst sind die Liebenwalder aufgerufen, über einen neuen Bürgermeister zu entscheiden. Stellen Sie sich erneut zur Wahl?

Das habe ich vor. Ich denke nicht, dass ich in den vergangenen 16 Jahren eine schlechte Arbeit geleistet habe. Liebenwalde kann sich sehen lassen. Es ist ein schöner Wohnstandort, der viel zu bieten hat. Aber es ist noch längst nicht alles fertig. Deshalb würde ich gern noch weitermachen, natürlich nur, wenn die Einwohner das wollen und mir ihre Stimme geben.

Liebenwalde

■ Die Stadt liegt 21 Kilometer nordöstlich von Oranienburg an der Bundesstraße 167. Sie gehört zum Naturraum der Zehdenick-Spandauer Havelniederung. Im Nordosten schließt sich die Waldlandschaft Schorfheide an. In der Umgebung befinden sich der Voßkanal, der Lange Trödel, der Oder-Havel-Kanal, die Havel sowie der Mühlensee, der Beverinsee und der langgestreckte Wutzsee.

■ Etwa um das Jahr 1200 errichteten Askanier eine Burg auf einem bereits existierenden Burgberg. Die Gründung erfolgte vermutlich 1232. „Levenwalde“ wird 1244 erstmals urkundlich erwähnt. Das älteste bekannte Stadtsiegel stammt aus dem Jahre 1349.

■ Im Zuge der Ämterbildung im Land Brandenburg schlossen sich 1992 Liebenwalde, Hammer, Kreuzbruch, Liebenthal und Neuholland zu einer Verwaltungsgemeinschaft, dem Amt Liebenwalde, zusammen. Am 26. Oktober 2003 wurde das Amt aufgelöst und aus den vormals eigenständigen Gemeinden die neue Stadt Liebenwalde gebildet. ⇥(veb)

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