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Kreis fordert Bebauungsplan
Punkfestival „Resist to Exist“ steht auf der Kippe

Wird Kremmener 2019 weniger bunt? Eigentlich soll das Punkfestival vom 2. bis 4. August stattfinden.
Wird Kremmener 2019 weniger bunt? Eigentlich soll das Punkfestival vom 2. bis 4. August stattfinden. © Foto: MOZ/Burkhard Keeve
Marco Winkler / 30.01.2019, 17:55 Uhr - Aktualisiert 31.01.2019, 13:21
Kremmen (MOZ) Das Kremmener Punkfestival „Resist to Exist“ droht in diesem Jahr auszufallen. Der Landkreis fordert einen Bauantrag. Dafür müsste die Stadt zunächst aber Baurecht schaffen. Die Stadtverordneten entscheiden am Donnerstag, ob sie einen entsprechenden Bebauungsplan aufstellen.

Bisher wird das Festival auf einer von Christoph Brunner gepachteten landwirtschaftlichen Fläche veranstaltet. Der Alternati-Verein als Veranstalter soll nun einen Bebauungsplan vorlegen. „Es muss Baurecht geschaffen werden, damit auf dem Areal gezeltet und geparkt werden darf“, sagte Bauamtsleiterin Susanne Tamms im Bauausschuss am Dienstag. „Für uns ist das schwer nachvollziehbar, aber wir haben den Änderungsantrag bei der Stadt eingereicht“, sagte Wolfgang Kunwald, Geschäftsstellenleiter beim Verein. Irritierend sei für ihn allerdings ein Schreiben vom Bauordnungsamt des Kreises, das an ihn und die Stadt Kremmen ging. Die Abgeordneten erhielten den Brief, der auch dieser Zeitung vorliegt. Darin wird dem Verein mitgeteilt, dass aus den Punk-Plänen in diesem Jahr wohl nichts mehr werde. Verwunderlich ist die Aussage, da dem Bauordnungsamt noch kein zu begutachtender Bebauungsplan vorliegt. Die Stadtverordneten entscheiden erst heute über die Einleitung B-Plan-Verfahrens.

In seinem Schreiben kritisiert Oliver Grützmacher, Fachbereichsleiter Bauordnung und Kataster, nach Besuchen auf der Webseite des Festivals, dass der Verein schon für sein Event werbe und mit dem Kartenvorverkauf begonnen habe. „Das ist gängige Praxis bei Veranstaltungen“, sagte Kunwald im Bauausschuss. „Wir müssen einen Teil vorfinanzieren“, so Kunwald. Bisher seien aber gerade mal 80 Karten verkauft worden, zumal nicht für einen spezifischen Ort. Sollte das Festival woanders stattfinden müssen, werde er die Kartenkäufer benachrichtigen. Das habe er Grützmacher so mitgeteilt. Dieser fordert in seinem Schreiben den Verein auf, „bis spätestens 21. Februar 2019 zu erklären, dass das Festival [...] nicht auf den Grundstücken am Oranienburger Weg in Kremmen durchgeführt wird, sofern nicht vorab eine entsprechende Baugenehmigung aufgrund eines Bebauungsverfahrens vorliegt“. Sollte der Verein dem nicht nachkommen und sollten sich „Anhaltspunkte für die Durchführung“ des Festes zeigen, „erhalten Sie umgehend eine sofort vollziehbare kostenpflichtige Untersagungsverfügung.“

Unterstützung bekommen die Punk-Veranstalter vom Sozialausschussvorsitzen Reiner Tietz (Linke) und Ortsvorsteher Eckhard Koop (parteilos). Die Stadtverordneten könnten das Verfahren heute mit einem Beschluss einleiten. Der Verein müsste, so Koop, rund 40 000 Euro für einen B-Plan zahlen.

Beim Landkreis herrscht schon ohne dementsprechende Unterlagen, die es zu bewerten gilt, eine ablehnende Haltung. Oliver Grützmacher macht in seinem Schreiben deutlich, dass die Aufstellung eines Bebauungsplans „durchaus zwölf Monate und mehr in Anspruch nehmen kann.“ Grützmacher saß für die CDU im Kremmener Stadtparlament. Bis zu seinem Wechsel in die Verwaltung des Landkreises im Jahr 2015 war er zudem Ortsvorsteher in Kremmen. In seinem Brief an die Stadt schreibt er in gefetteten Buchstaben: „Das Festival kann daher nach derzeitigem Stand der Dinge im August 2019 nicht auf dem Grundstück [...] in Kremmen stattfinden.“

2500 Besucher

■ Seit drei Jahren gibt die Veranstaltung in Kremmen. 2018 kamen rund 2 500 Menschen zum Punkfestival. Laut Veranstalter habe jeder Gast im Schnitt 20 Euro in der Stadt ausgegeben, also insgesamt rund 50 000 Euro in Kremmener Geschäften gelassen.

■ Zudem seien in den vergangenen drei Jahren 100 000 Euro in der Region gelassen worden – für Dienstleistungen und Waren wie Treibstoff für Generatoren, Gas, Biergarnituren, Werkzeuge und Maschinen.⇥(win)

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