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B90/Grüne
Neuer Politikstil gefordert

Solidarische Grüße nach Rangsdorf: Mit einem Foto sind am Sonnabend Menschen, die gegen den AfD- Parteitag demonstriert hatten, von den Bündnisgrünen in Oberhavel unterstützt worden.
Solidarische Grüße nach Rangsdorf: Mit einem Foto sind am Sonnabend Menschen, die gegen den AfD- Parteitag demonstriert hatten, von den Bündnisgrünen in Oberhavel unterstützt worden. © Foto: Jürgen Liebezeit
Jürgen Liebezeit / 03.02.2019, 22:32 Uhr
Oberhavel (MOZ) Die Bündnisgrünen in Oberhavel rechnen sich gute Chancen bei der Kommunalwahl aus. „Wir sind personell so gut wie noch nie aufgestellt“, sagte Kreissprecherin Julia Schmidt auf dem Neujahrsempfang am Sonnabend in Borgsdorf.

Die Bündnisgrünen haben in jedem Wahlkreis Kandidatinnen und Kandidaten für den Kreistag aufgestellt. Insgesamt treten 36 Frauen und Männer an (siehe Dokumentation). Der jüngste Bewerber ist 19 Jahre alt, die älteste 70 Jahre. Für die kommunalen Parlamente werden in den nächsten Tagen die Bewerberinnen und Bewerber nominiert. Im Mühlenbecker Land wird derzeit ein neuer Ortsverband aufgebaut. Dort engagiert sich jetzt auch der frühere Vorsitzende der SPD im Mühlenbecker Land, Peter Kunkel aus Schönfließ.

Derzeit haben die Bündnisgrünen im Kreis Oberhavel 123 Mitglieder. „Seit vergangenem Herbst haben wir durch unsere jungen Vorstandsmitglieder richtig Schwung bekommen“, sagte Sprecherin Reinhild Benning. Innerhalb eines Jahres ist die Zahl der Mitglieder um 30 Prozent gewachsen.

Der bevorstehende Wahlkampf werde für die kleine Partei eine große Herausforderung, schwor Sprecherin Julia Schmidt die Mitglieder auf anstrengende Monate ein. Sie setzt dabei auf Teamarbeit ohne Klüngel und Hierarchie. „Wie ziehen alle an einem Strang.“ Das sei auch bei der Erarbeitung des Wahlprogramms deutlich geworden. In Arbeitsgruppen seien sieben Themenschwerpunkte festgelegt worden. Die Entwürfe seien allen Mitgliedern mit der Bitte um Stellungnahme geschickt worden. Es kamen 120 Änderungsanträge, die dann ausführlich diskutiert und teilweise in das Wahlprogramm mit eingearbeitet worden seien. Auf Kreisebene wollen sich die Bündnisgrünen für mehr soziale Gerechtigkeit, ökologische und nachhaltige Landwirtschaft sowie eine Verkehrswende einsetzen. „Der Politikstil muss sich ändern“, forderte Julia Schmidt in ihrer Rede. Es werde mehr Transparenz und mehr Bürgerbeteiligung gebraucht.

Julia Schmidt, die voraussichtlich als Direktkandidatin für den Landtag in den S-Bahngemeinden antritt, kündigte weiter an, einen pro-europäischen Wahlkampf gegen Rechts zu führen. „Wir brauchen im Zeitalter von Globalisierung, Digitalisierung und rechten Tendenzen ein starkes Europa“

Ein konkretes Wahlziel nannten die beiden Sprecherinnen nicht. „Wir wollen, dass unsere Inhalte umgesetzt werden. Dabei schielen wir nicht auf Prozentpunkte.“

Bereits am Nachmittag präsentierten sich die vier Spitzenkandidatinnen und -kandidaten auf einem Urwahlforum den Mitgliedern. Ursula Nonnenmacher und Alexandra Pichl, die beide für Listenplatz eins antreten, sowie Benjamin Raschke und der Hennigsdorfer Clemens Rostock, die aus Quotengründen für Platz zwei zur Wahl stehen, stellten sich den Fragen der gut einhundert Besucher. Die insgesamt fast 1 400 Parteimitlieder können per Briefwahl das Spitzenduo für den Landtagswahlkampf wählen. Das Ergebnis wird Mitte Februar verkündet.

Am 23. und 24. Februar werden die Kandidatinnen und Kandidaten für die Landesliste auf einem Parteitag in Fürstenwalde/Spree aufgestellt. Aus Oberhavel bewerben sich Heiner Klemp (Lehnitz), Thomas von Gizycki und Clemens Rostock. Klemp will für den aussichtsreichen Platz acht antreten.

Bei der Wahl 2014 holten sie 6,2 Prozent der Stimmen. Dieses Jahr wird ein zweistelliges Ergebnis angepeilt. Mehrere Prognosen gehen derzeit von etwa zwölf Prozent bei der Landtagswahl aus. Bei der Kreistagswahl 2014 erreichten die Bündnisgrünen 7,2 Prozent erreicht.

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