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Musikwerkstatt
Zwischen Rap und Electro

Sophie Schade / 10.02.2019, 20:28 Uhr
Velten Die nächste Generation von Musikern, Fotografen und Filmemachern testete sich in den Winterferien in der Oase kreativ aus. Der Jugendclub lud zum Musik-Medien-Camp ein. 20 Jugendliche experimentierten mit Klängen und Bildern. Das Engagement der Teilnehmer wirkte geradezu ansteckend.

Der Billardraum des Veltener Jugendfreizeitzentrums Oase an der Breiten Straße hat sich in ein Tonstudio verwandelt. Hochkonzentriert bedienen Jan und Johannes die Regler auf dem großen Mischpult, das vor ihnen auf dem Tisch steht. Die gesamte Woche der Winterferien sind beide hier aktiv.

Mit dem Mischpult und mit einem professionellen, für den Laien sehr kompliziert wirkenden Musikprogramm auf dem Computer haben sie mit elektronischen Klängen experimentiert. Als sie ihren ersten eigenen Track vorspielen, können sie ihren Stolz nicht verstecken – zu Recht, denn ihre Eigenkomposition erinnert tatsächlich an die Hits, zu denen aktuell auf den Tanzflächen landauf landab gefeiert wird.

Unterstützung erhielten sie von Workshopleiter Marcel. „Es ist toll zu sehen, wie engagiert alle an ihren Projekten arbeiten. Manchmal muss ich sie daran erinnern, mal eine Pause einzulegen“, so der 19-jährige Student. Die einzige Voraussetzung für den Workshop: ein wenig Rhythmusgefühl. Den Rest erarbeitete sich die Gruppe gemeinsam. Natürlich ist es eine gute Voraussetzung, wenn die Musikbegeisterten bereits ein Gefühl dafür haben, wie elektronische Musik aufgebaut ist.

Rap gehört ebenso zu den beliebtesten Musikgenres unter Jugendlichen und ist eigentlich eine Männerdomäne. Im Musikcamp sind es dagegen drei Mädchen, die sich im Sprechgesang ausprobieren. Erwachsenwerden, Verzweiflung, Wut: Das sind die Themen, die Lea, Hannah und Marie-Sophie in ihren selbst geschriebenen Texten verarbeiten. „Wenn man Sorgen und Probleme hat, ist es sehr befreiend, sich den Frust von der Seele zu rappen“, sind sie sich einig. Trainerin Aisha ist stolz auf ihre“ Mädels: „Es ist toll zu sehen, wie schnell sie sich weiterentwickeln, wie sie immer mehr aus sich herauskommen und selbstbewusster werden.“

Durch die Gänge des Jugendzentrums Oase wuseln Jungen und Mädchen mit Kameras und Mikrofonen in der Hand. Als Mediengruppe sammeln sie Bild- und Tonmaterial, um das Musik-Medien-Camp zu dokumentieren. Fast nebenbei lernen sie dabei von Workshopleiter Uwe Drischmann ganz essentielle Regeln über Urheberrecht und das Recht am eigenen Bild: Wen und was darf ich fotografieren? Wie kann ich eine Situation einfangen, ohne einzelne Personen zu sehr in den Fokus zu rücken?

Gesungen wird selbstverständlich auch: Musikpädagogin Julia Mader studiert mit ihrem kleinen, aber feinen Chor Charthits wie „Keine Maschine“ von Tim Bendzko ein. Zum Abschluss der Projektwoche singen sie Ed Sheerans Ballade „Perfect“ mit akustischer Unterstützung der Gitarristen, die nur wenige Türen entfernt proben.

Julia Mader, die inzwischen als Musikpädagogin in der Oase angestellt ist, hat im vergangenen Jahr das Musik-Medien-Camp als Abschlussprojekt für ihr Pädagogikstudium wiederaufleben lassen – mit großem Erfolg. Für den beobachtenden Gast ist es deutlich zu spüren, wie sehr das Projekt die jugendlichen Musiker und Medienmacher begeistert. Während es einigen von ihnen vielleicht schwerfällt, sich für Aufgaben und Inhalte im Schulunterricht zu interessieren, sind sie im Musik-Medien-Camp mit großem Engagement und einer Konzentration dabei. Außerdem haben die Teilnehmer für die Zeit des Camps im Jugendzentrum übernachtet. Das stärkt den Zusammenhalt und den Teamgeist der Gruppe.

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