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Abstimmung vertagt
Nahverkehrskonzept wird neu verhandelt

Die Debatte um einen besseren ÖPNV in Oranienburg geht weiter.
Die Debatte um einen besseren ÖPNV in Oranienburg geht weiter. © Foto: MOZ/Klaus D. Grote
Friedhelm Brennecke / 12.02.2019, 21:34 Uhr
Oranienburg (MOZ) Das Nahverkehrskonzept für Oranienburg bleibt umstritten. Der Hauptausschuss konnte sich am Montagabend noch nicht für das Planwerk erwärmen. Es wurde zur weiteren Debatte in den Bauausschuss zurück verwiesen. Protest kommt weiterhin vor allem aus Wensickendorf.

Bürgermeister Alexander Laesicke (parteilos) warb in der Sitzung für das Konzept, das mehr Bus- und weniger Autoverkehr in der Stadt ermögliche. Nach drei Workshops im vorigen Jahr hatten sich Verkehrsplaner, Vertreter der Stadt und des Landkreises sowie auch Stadtverordnete als Fachgremium mehrheitlich auf eine Grundvariante zum ÖPNV verständigt. Diese Variante sieht unter anderem die Einrichtung eines Rufbusverkehrs für Lehnitz, Tiergarten und Wensickendorf vor. Durch eine Verdichtung des Fahrtenangebots soll zudem eine Stadtbusqualität für die Kernstadt erreicht und die Anbindung an die Gedenkstätte Sachsenhausen optimiert werden. „Da gab es keine Denkverbote und es wurde viel Gehirnschmalz aufgewendet, um den öffentlichen Personennahverkehr in Oranienburg und den Ortsteilen attraktiver zu machen“, plädierte Laesicke für das Konzept.

Doch dem widersprach vor allem Wensickendorfs Ortsvorsteher Heinz Ließke (FWO). Ein Rufbus, wie ihn das Konzept vorsehe, sei ein Rückschritt für seinen Ortsteil. Wer einen solchen Bus 90 Minuten vor der geplanten Fahrt anfordern müsse, setze sich doch wieder ins Auto und steige nicht um. Wer über kein Fahrzeug verfüge, sei völlig benachteiligt. „Mit einem Rufbus werden wir von der Kernstadt abgekoppelt“, sagte Ließke unter dem Beifall zahlreicher Wensickendorfer, die an der Sitzung teilnahmen.

Ein Rufbus für einen Ort in der Größe von Wensickendorf mache keinen Sinn, betonte Dirk Blettermann (SPD). Wenn Oranienburg ein besseres ÖPNV-System wolle, dann müsse die Stadt auch bereit sein, eine Stadtbuslinie im Probebetrieb für ein Jahr  mal vorzufinanzieren. Ansonsten riet Blettermann dazu, gegenüber dem Landkreis als Träger des ÖPNV Maximalforderungen zu erheben, um wenigstens etwas durchzusetzen.

Stadtentwicklungsdezernent Frank Oltersdorf (SPD) sprach sich für das Konzept aus, das eine Grundlage bilde, um sich mit dem Landkreis auf einen attraktiveren öffentlichen Personennahverkehr in der Stadt und den Ortsteilen zu verständigen. Es sei auch nicht ausgeschlossen, eine ständige Buslinie und einen Rufbus parallel einzurichten.

Zentrale Frage sei es doch, ob das Konzept eine Verschlechterung oder eine Verbesserung des ÖPNV darstelle, sagte Ralph Bujok (Linke). Solange das unklar sei, müsse sich der Fachausschuss abermals intensiv mit dem Thema beschäftigen. Dem stimmte der Hauptausschuss zu. Fraktionschefs, Stadtentwicklungsdezernent und Ortsvorsteher sollen vorab ausloten, auf welche gemeinsame Variante sich verständigt werden kann.

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