Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Poetry Slam
Dichter feiern Jubeljubiläum im „Weißen Hirsch“

Moderiert den südlichsten Poetry Slam Nordbrandenburgs: Der 19-jährige Lucas Schemenz aus Hohen Neuendorf.
Moderiert den südlichsten Poetry Slam Nordbrandenburgs: Der 19-jährige Lucas Schemenz aus Hohen Neuendorf. © Foto: Charlien Sacher
Charlien Sacher / 17.02.2019, 17:30 Uhr
Borgsdorf Alliterationen, Euphemismen und Assonanzen – das sind nur einige Stilmittel, die am Freitagabend im Borgsdorfer Hotel „Weißer Hirsch“ ihre Verwendung fanden. Denn dort fand eine „Jubeljubiläums“-Ausgabe anlässlich des zehnten Poetry Slams „Jedes Wort zählt“ statt.

Beim Poetry Slam treten verschiedene Poeten gegeneinander an. Wer das Publikum mit seinen selbstgeschriebenen Texten dabei am stärksten von sich überzeugt, gewinnt. Die Themen reichen dabei von alltäglichen Begebenheiten bis hin zur großen Liebe oder politischen Themen. „Jedes Wort zählt“ wurde zum ersten Mal vor zwei Jahren veranstaltet, berichtet Lucas Schemenz. Der 19-jährige Borgsdorfer ist selbst Poetry Slammer und Mitglied im Hyperion Kulturverein,  dem Hohen Neuendorfer Verein, der unter anderem die Gameshow „Wer besiegt Paul?“ veranstaltet. Damals suchte der Verein einige neue Projekte und so entwickelte Lucas gemeinsam mit „Wer-besiegt-Paul?“-Erfinder Paul Aurin den „südlichsten Poetry Slam Nordbrandenburgs“.

Nun moderiert Lucas den Poetry Slam selbst. „Es ist befreiend, als Moderator auf der Bühne zu stehen, die Poeten anzumoderieren und sich dabei nicht so sehr an seinen eigenen Text halten zu müssen. Es macht einfach Spaß.“ Normalerweise treten bei „Jedes Wort zählt“ je vier Poeten in zwei Gruppen auf, zwischendurch gibt es Musik. Aus den beiden Gruppen werden dann jeweils zwei Poeten ins Finale gewählt, wo diese wieder gegeneinander antreten. Die Abstimmung erfolgt dabei nicht wie sonst üblich durch die beim Klatschen erreichte Lautstärke der Zuschauer, sondern online. Jeder Zuschauer bekommt am Einlass eine Karte mit Zugangsdaten, um an dieser Wahl teilzunehmen.

Doch bei der Jubiläumsausgabe ist alles anders. Lucas sorgt selbst für die Musik. Auf der großen Leinwand wird ein Video präsentiert, in dem er als Jacob Anton Schmerz einen Rap-Song in Borgsdorf performt. Bevor es dann richtig losgeht, trägt Lucas noch einen seiner eigenen Texte vor. Wer nun aber glaubt, dass der Poetry Slam wie gewohnt abläuft, liegt falsch. Für diese Ausgabe wurden nur Poeten eingeladen, die bereits einmal bei „Jedes Wort zählt“ gewonnen hatten. Sie treten mit jeweils zwei Texten gegeneinander an. Am Ende sind es Inke Sommerlang und  Jon Lorenzen, die sich im Finale gegenüberstehen. Als die Abstimmungsbalken präsentiert werden, ist die Spannung im Raum greifbar. Im Hintergrund hallt ein lauter Herzschlag durch den Raum. Schließlich ist es Jon Lorenzen, der die Zuhörer mit einer fast unvorstellbaren Geschichte über seinen Mitbewohner und eine liebevolle und gleichzeitig humorvolle Erzählung über seinen behinderten Bruder in den Bann ziehen kann.

Im Schnitt liegt die Besucherzahl bei der Lesungen bei etwa 70 Zuschauern, zusammengewürfelt aus allen Altersgruppen. Dabei fällt auf, dass sich im Laufe der Veranstaltung einiges verändert hat. „Auch wenn das Konzept gleich geblieben ist, so ist jedoch das ganze Team erfahrener und schneller geworden. Wir haben weniger Probleme“, lobt Lucas Schemenz die Menschen, ohne deren ehrenamtliche Arbeit der Poetry Slam gar nicht möglich wäre.

Simone und San sind zum ersten Mal als Zuschauer dabei und waren anfangs recht skeptisch. „Eine Freundin hat uns mit her genommen. Der Slam hat unsere Erwartungen übertroffen. Es ist unterhaltsam und sehr zu empfehlen.“

Kurz vor 23 Uhr neigt sich der Abend dem Ende zu. Jedenfalls für das Publikum, denn für das Team geht die Arbeit noch weiter. Die Technik muss abgebaut und der Saal geräumt werden. Und das bis tief in die Nacht.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG