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Einführungsgottesdienst
Pfarrerin tritt ihr neues Amt an

Freundlicher Start: Heike Krafscheck (Mitte) wurde am Sonntag als neue Pfarrerin der Gemeinde Bergfelde-Schönfließ eingeführt. Nach einem locker geführten Gottesdienst ging das Kennenlernen im Gemeindehaus weiter.
Freundlicher Start: Heike Krafscheck (Mitte) wurde am Sonntag als neue Pfarrerin der Gemeinde Bergfelde-Schönfließ eingeführt. Nach einem locker geführten Gottesdienst ging das Kennenlernen im Gemeindehaus weiter. © Foto: Aileen Hohnstein
Aileen Hohnstein / 17.02.2019, 19:21 Uhr
Bergfelde/ Schönfließ Von

Mit einem Einführungsgottesdienst in der Kirche in Bergfelde hat die Pfarrerin Heike Krafschek am Sonntag ihren Dienst in der evangelischen Kirchengemeinde Bergfelde-Schönfließ angetreten. Ihr nächstes Ziel ist es nun, die Gemeinde richtig kennenzulernen.

Wie kommt man von Geheimnissen der Unterwasserwelten auf die Suche nach Frieden? In ihrem Einführungsgottesdienst hat Pfarrerin Heike Krafscheck dieses Kunststück vollbracht. „Neben der Jahreslosung möchte ich Ihnen ausnahmsweise auch ein bisschen was von mir erzählen“, sagt die Pfarrerin vergnügt. Damit die Gemeinde sie ein wenig besser kennenlernen kann. „Suche den Frieden und jage ihn“, lautet die biblische Jahreslosung. Und so beginnt die 55-Jährige mit ihrem, wie sie es selbst ausdrückt, schrägen und ausgefallenen Hobby – dem Tauchen. Auf der Jagd nach Fischen sei sie da. „Um sie zu sehen und davon zu lernen.“ Im Mittelmeer habe sie die Auswirkungen der Überfischung mit eigenen Augen wahrgenommen, sie ärgert sich über Plastik im Meer und vermüllte Strände. „Durch mein Hobby hat sich meine Sicht auf die Welt und auch mein Verhalten verändert“, erzählt sie.

Warum also soll es neben Hobby-Fischjägern nicht auch Hobby-Friedensjäger geben, fragt sie mit lockerer Art in der vollbesetzten Kirche. „Um dieses wunderbare Gefühl zu haben, dass es ein Leben jenseits der Negativschlagzeilen gibt“, ermuntert sie die Zuhörer. Ihr Tipp an alle künftigen Hobby-Friedensjäger ist deshalb, sich Notizen von den schönen Sachen des Tages zu machen. „Wer Positives festhält, verhindert, dass es einfach wegrutscht.“ Dass Frieden nicht einfach mit einem Zauberstab hergestellt werden könne, sei klar. Also statt auf die internationalen Krisenherde zu schauen, lohne sich durchaus auch ein Blick in die nähere Umgebung. „Wo habe ich Frieden erspäht, wie eine Person, die gelächelt hat? Oder Menschen, die sich vertragen haben“, zählt Heike Krafscheck auf. All diese Beobachtungen machten etwas mit den Menschen. So ist es auch mit dem Einführungsgottesdienst in der Bergfelder Kirche. Immer wieder wird in den vollbesetzten Reihen gelächelt, aufmerksam folgen die Kirchgänger dem Gottesdienst der Pfarrerin und ihren Vergleichen zwischen Fisch- und Friedensjagd. Ihre freundliche Art kommt gut an.

„Einen wunderbaren Tag haben Sie wieder einmal in Ihrer Gemeinde“, findet Superintendent Martin Kirchner und spricht damit die Einführung der neuen Pfarrerin an. „Was für eine wunderbare Wahl haben Sie getroffen. Das kann ich sagen, weil ich sie schon lange kenne.“ In der Berliner Stiftung der Hospitäler zum Heiligen Geist und St. Georg war sie elf Jahre lang Seelsorgerin in Wedding. „Ich durfte auf dem Weg dabei sein, bei der Besetzung der neuen Pfarrstelle“, erzählt Kirchner der Gemeinde. Und spricht auch davon, wie der Prozess zwischendurch ins Schlingern geraten ist, nachdem ein Bewerber absprang und die Suche nach einem neuen Pfarrer oder einer Pfarrerin fortgesetzt werden musste. Schließlich wurde Heike Krafscheck gefunden. Nach einem Gottesdienst und einem Gemeindeabend, die sie jeweils gestaltet hatte, waren Gemeindeglieder und vor allem der Gemeindekirchenrat von ihr eingenommen. „Dass das hier zusammengeführt wurde, davon bin ich überzeugt. Das ist wohl Gottes Wille“, meint Kirchner mit einem Lächeln.

Besonders der Bewerbungssatz „Ich bin eine leidenschaftliche Pfarrerin“ habe den Gemeindekirchenrat angesprochen. Genauso, wie die vielfältigen Aufgaben, die Heike Krafscheck im Laufe ihres Arbeitslebens angepackt hat. Leitende Positionen, Trauerarbeit, die Arbeit mit Kindern, Konfirmanden und ihren Eltern sowie Senioren liege ihr am Herzen – das alles habe imponiert und der Gemeindekirchenrat blickt nun mit Optimismus in die Zukunft. „Sie werden in einer lebendigen Gemeinde Ihren Dienst tun dürfen. Das Feld ist bestellt, aber jedes Feld muss neu bestellt werden. Neue Akzente müssen gesetzt, neue Aufgaben mit den alten verknüpft werden. Altes mit Neuem zu verknüpfen, darauf wartet die Gemeinde“, heißt die Vorsitzende des Gemeindekirchenrats, Marianne Köhn, die neue Pfarrerin willkommen. „Wir wünschen Ihnen und uns den Zauber des Neuanfangs.“

Nach dem Gottesdienst geht es im Gemeindehaus weiter. Für Heike Krafscheck ist es nun erst einmal wichtig, ihre Gemeinde kennenzulernen. Viele Besucher wechseln persönliche Worte mit ihr, Geschenke werden überreicht, es bilden sich lange Schlangen. „Ich wünsche dir von Herzen, dass du in der Gemeinde glücklich wirst und die Gemeinde glücklich mit dir“, sagt Pfarrer Michael Frohnert aus Großziethen. Auch aus Berlin sind extra Gäste angereist und überreichen ein Fotoalbum von Heike Krafschecks Verabschiedung dort im Januar. „Wir haben uns mit tränenden Augen verabschiedet und vermissen sie wahnsinnig. Wir können nur sagen: Glückwunsch an Bergfelde, dass sie jetzt eine so tolle Pfarrerin haben“, sagt Silke Christoph.

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