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Platzprobleme
Fortuna Glienicke stößt an seine Grenzen

Suchen den Dialog mit der Politik: Teammanager Roland Kerst (links) und Vereinschef Frank Ribak
Suchen den Dialog mit der Politik: Teammanager Roland Kerst (links) und Vereinschef Frank Ribak © Foto: Steffen Kretschmer
Stefan Zwahr / 01.03.2019, 13:57 Uhr - Aktualisiert 01.03.2019, 14:36
Glienicke (MOZ) Fortuna Glienicke zählt zu den jüngsten Sportvereinen im Kreis Oberhavel. 2011 gegründet, legte der Brandenburger Sportclub (BSC) mit seiner Fußballabteilung einen steilen Aufstieg hin und spielt nun bereits im zweiten Jahr auf Landesebene um Punkte. „Wir haben knapp 500 Mitglieder, davon etwa 300 im Kinder- und Jugendbereich“, berichtet der Vorsitzende Frank Ribak stolz. Mit seinem Vorstandsteam hatte er vor wenigen Tagen zu einem Empfang geladen. Der Bürgermeister, Vertreter der Gemeindevertretung und Sponsoren sowie Förderer kamen, um in gemütlicher Runde in Erinnerungen zu schwelgen, Erfahrungen auszutauschen – und Probleme anzusprechen.

Ein großes Problem des Vereins seien die langen Wartelisten, so Ribak. Familien würden ihre Kinder schon direkt nach der Geburt anmelden, damit sie irgendwann einen Platz in den Sportgruppen bekommen. Die Nachfrage sei groß, könne aber nicht erfüllt werden. „Wir haben ein Platzproblem“, betont der Vereinschef. Die Hallenzeiten seien komplett vergeben. Auch auf dem Platz an der Bieselheide, den sich die Fortunen mit dem Ortsrivalen SV Glienicke teilen, seien die Kapazitäten ausgeschöpft. „Die Grenze ist erreicht.“ Überlegungen, sich in Berlin einzumieten, hätten sich zerschlagen. „Die haben für Brandenburger nicht viel übrig. Wir rennen da gegen die Wand.“

Dass die Zahl der Sportstätten gerade im Fußball beschränkt ist, weiß auch Bürgermeister Hans. G. Oberlack. „Die Erweiterung des Funktionalgebäudes läuft. Da kommen wir voran.“ Schwieriger würde sich die Situation bei der Schaffung neuer Spielstätten gestalten. Die in Glienicke noch zur Verfügung stehenden Areale würden in Landschafts- oder sogar Naturschutzgebieten liegen. „Wir haben keine Flächen, um noch viele Anlagen zu bauen. Wir werden daher immer auf Nachbarkommunen angewiesen sein und müssen auf deren Befindlichkeiten Rücksicht nehmen.“ Die rechtlichen Spielregeln seien eng gesteckt.

Der Verwaltungschef betont, dass die Gemeindevertreter eine Summe zur Verfügung gestellt hätten, um die Planung voranzubringen – „aber im Mühlenbecker Land“. Es mache Sinn, dort zu planen, wo schon eine Infrastruktur steht. Und er baut vor: Ein Wettkampffeld werde es wahrscheinlich nicht werden. Gespräche auf Bürgermeister-Ebene habe es schon gegeben, große Runden mit Bauamtsleitern und Mitgliedern des Sozialausschusses sollen folgen.

Uwe Klein, Vorsitzender des Ausschusses für Soziales, Bildung, Kultur und Sport, begrüßt derartige Vorstöße. „Wir brauchen einen zweiten Sportplatz. Aber das wird dauern“, sagt der Chef der Glienicker SPD. In den nächsten zwei oder drei Jahren werde das nicht zu machen sein.

Oberlack versichert, dass die Verwaltung das Thema auf der Agenda hat. „Wir werden unsere Meinung nicht ändern, ganz egal, wie die Kommunalwahl im Mai ausgeht. Das Thema wird auch danach nicht vergessen.“ Für die Probleme in Glienicke nennt er exemplarisch das Sportfeld an der Märkischen Allee. Dieses sei für 2020 als Überarbeitung im Haushalt eingeplant. Veränderungen in baulicher Hinsicht seinen auf dem Areal aber nicht möglich. „Es handelt sich um einen Sportplatz, der eine Altgenehmigung hat, weil er zu DDR-Zeiten für den Sport genutzt wurde.“ Aufgrund dieser Bestandssicherung seien keine Veränderungen möglich, die den Platz in einen moderneren Zustand versetzen. „Dann müssten wir alle rechtlichen Spielregeln einhalten, die jetzt für Sportplätze gelten. Die Möglichkeiten sind dann null.“ Daher könne der Platz nur grundhaft in Stand gesetzt werden. Eine Errichtung von Gebäuden ohne Beteiligung der Anlieger ist unmöglich. (sz)

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