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Fridays for Future
Vater droht mit Klage gegen Schülerdemo

Fordern mehr Klimaschutz: Am Freitag wollen Schüler auch in Oranienburg demonstrieren.
Fordern mehr Klimaschutz: Am Freitag wollen Schüler auch in Oranienburg demonstrieren. © Foto: Roland Weihrauch
Klaus D. Grote / 14.03.2019, 07:00 Uhr
Oranienburg (MOZ) Nach der Anmeldung einer Schülerdemo für Freitag auf dem Schlosspark Oranienburg durch die Kinderschule Oberhavel wird in anderen Einrichtungen über eine Teilnahme diskutiert. Ein Vater droht sogar mit einer Klage.

In der Elternversammlung der Adventschule Oberhavel in Sachsenhausen zog Schulleiterin Anita Michor ihre Unterstützung zurück. Sie hatte sich am Aufruf zur Teilnahme an der für Freitag geplanten Schülerdemo  beteiligt. Daraufhin drohte der Vater eines Kindes, die Schule zu verklagen. Er habe der Schulleitung politische Einflussnahme vorgeworfen, sagte eine Mutter und zeigte sich darüber entsetzt. Der Umweltschutz gehöre doch zum Schulprofil.

In der Kinderschule Oberhavel in Eden wurde die Idee von Schülerinnen der vierten Klasse aufgegriffen und die Demonstration "Fridays for future", die an diesem Freitag weltweit auch in vielen kleineren Städten stattfinden soll, von Schulleiterin Anikke Knackstedt angemeldet. Ab 13.30 Uhr wollen Grundschüler und Lehrer aus Eden zusammen mit möglichst vielen weiteren Teilnehmern für Maßnahmen zum Klimaschutz demonstrieren. Die Idee dazu hatten Marie Glowacki und ihre Freundinnen Telma, Josefin und Mathea. "Wir haben überlegt, dass es in möglichst vielen Städten Demonstrationen für das Klima geben soll", sagt die zehnjährige Marie. "Dafür nach Berlin zu fahren, bedeutet ja auch wieder, die Umwelt zu verschmutzen." Es würden nicht alle Kinder aus ihrer Schule mitdemonstrieren. Der Start nach Schulschluss solle es aber möglich machen, dass andere Schüler keine Probleme wegen einer Teilnahme bekommen.

Weitere Schulen unterstützen das Anliegen der Schüler für ein besseres Klima. So kündigten Schüler und Eltern der Grudnschule Lehnitz ihre Teilnahme an.  "Wir stehen als Schule dem Klimaschutz grundsätzlich sehr positiv gegenüber", sagte Jochen Peuckert, Leiter des Mosaik-Gymnasiums in Oranienburg. Wer sich an der zentralen Großdemo am Freitag in Berlin und an den anderen Kundgebungen zu "Fridays for future" beteiligen wolle, müsse dafür einen Antrag auf Befreiung stellen. "Die Schüler werden für die Demos beurlaubt. Wer dies nicht tut und einfach dem Unterricht fernbleibt, fehlt unentschuldigt", sagte Peuckert.  Als gemeinsame Schulveranstalung werde eine  Demonstrationsteilnahme aber auf keinen Fall vorbereitet, weil auf solchen Veranstaltungen der Aufsichtspflicht nicht genüge getan werden kann, sagte Peuckert.

Unterstützung bekommen die Schüler inzwischen von vielen Bündnissen der Erwachsenen: Neben Eltern und Lehrern haben 12 000 Wissenschaftler haben die Forderungen der Kinder und Jugendlichen unterstützt. Am morgigen Freitag sollen weltweit Millionen Teenager nach dem Vorbild der Schwedin Greta Thunberg auf die Straße gehen.

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