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Schulserie
Wenn die Herdplatte zu heiß wird

Max Rothe / 15.03.2019, 13:29 Uhr - Aktualisiert 15.03.2019, 13:59
Oranienburg (Max Rothe) Zum Auftakt unserer Zeitungsserie mit dem Louise-Henriette-Gymnasium zum Thema Zukunft macht sich der Elftklässler Max Rothe heute Gedanken über unsere Demokratie. In seinem Vergleich mit einem Eintopf für alle merkt er an, dass es der Suppe manchmal an Würze fehlt. Die nötige Prise Salz käme hinzu, wenn auch 16-Jährige wählen dürften.

Demokratie ist wie ein großer öffentlicher Suppentopf. Zuerst einmal ist sie für alle da, wie ein Topf in einer öffentlichen Küche. Jeder darf bei der Zutatenwahl mitbestimmen, genau wie in einer Demokratie alle, die groß genug sind, um über den Rand des Topfes schauen zu können, wählen dürfen.

Natürlich ist klar, dass alle Köche, die mitbestimmen, auch ihre Zutaten beisetzen wollen. So wie in der Demokratie jede gewählte Partei, welche im Auftrag ihrer Wähler handelt, diesen auch durchsetzen will. Und somit brauchen dann Entscheidungsfindungen ihre Zeit: Der eine mag Paprika, der andere nicht. Der nächste findet nur rote Paprika gut, wieder ein anderer mag nur grüne und der nächste mag keine exotischen Zutaten und will die heimische Kartoffelsuppe. Das dauert eben, bis man eine Übereinkunft erzielt, da kann es schon mal zu Verzögerungen und Kompromissen kommen.

Die längeren Entscheidungsfindungen sind aber nicht das Problem in unserer Küche. Für die größte Unannehmlichkeit in unserer Kochstube sorgen diejenigen, die sich über die Suppe beschweren, diejenigen, die sich über Entscheidungen und Wahlergebnisse aufregen, selbst aber nichts zur Zutatenauswahl beziehungsweise zu den Wahlen beigetragen haben.

Die Zukunft bringt für die deutsche Küche, aber natürlich auch für die Küchen aller Welt, viele Probleme mit sich, wie die steigende Temperatur der Herdplatten, die Klimaerwärmung und viele weitere. Der Wunsch nach Mitbestimmung äußert sich immer mehr in der Gesellschaft und man versucht, auf viele Haare in der Suppe aufmerksam zu machen und diese herauszufischen. Umso wichtiger ist es, dass eine Staatsform existiert, die das gewährleistet, eine Staatsform, in der jeder die Möglichkeit hat, Koch zu werden. Man sollte sich nicht scheuen, eine Kochmütze aufzusetzen!

Auf die Zukunft bezogen muss man bedenken, dass Leute unterschiedliche Geschmäcker haben und dass das vor allem auch die Jugendlichen betrifft. Eine Option für die deutsche Küche wäre es, Wahlen ab 16 einzuführen, um mehr Würze in die Suppe zu kriegen und eine noch vielfältigere Suppe zu kreieren. Es fehlt immer mal an einer kleinen Prise Salz, aber im Großen und Ganzen gibt es an der deutschen Küche wirklich nicht viel zu bemängeln. Vor allem wenn man sich die Alternativen anschaut, eine Diktatur, in welcher man eine

Fertigsuppe vorgesetzt bekommt und keine andere Option für die Essenswahl hat, klingt nicht einmal im Ansatz köstlicher.

Sollte aber doch mal der große Demokratiesuppentopf umfallen, wäre eine nicht zu vernachlässigende Staatsform die Demarchie. In dieser wird die Suppe einfach per Zufall ausgewählt. Einer von 83 Millionen Bürgern würde also per Zufall zum Staatsoberhaupt ernannt werden. Auf Speisekarten nennt man das Überraschungsteller.

Max Rothe, 16, mag keine Fertigsuppen und findet die Staatsform der Demarchie nur in der Theorie interessant.

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