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Schulserie
Fast niemand ist sorgenfrei

Jelena Scharf / 15.03.2019, 13:46 Uhr - Aktualisiert 15.03.2019, 14:00
Oranienburg (Jelena Scharf) Was mache ich nach dem Abitur? Wird es mir finanziell gut gehen? Wie sieht es in 20 Jahren auf der Erde aus? Einige von vielen Fragen, die ein täglicher, oft unbewusster Begleiter vieler Menschen sind. Zukunftsangst entsteht durch verschiedenste Auslöser oder tritt völlig grundlos auf. Und das, obwohl wir in einem aufgeklärten Zeitalter mit unzähligen Möglichkeiten leben.

Wenn man bedenkt, welch bedeutend schlechtere Aussichten die Menschen aus früheren Zeiten hatten: Werde ich morgen noch leben? Reicht das Brot, um uns vor dem Hungertod zu bewahren? Wird mich die Pest morgen holen? So lauteten die Befürchtungen. Die Fragen zu dem, was kommen mag, haben sich diversifiziert und werden es in Zukunft auch weiterhin tun.

Ich habe mich gefragt, was beschäftigt die Schüler*innen heutzutage eigentlich? Dazu habe ich eine Online-Umfrage erstellt, in der ich die Beteiligten frage, ob und wenn ja, warum sie Zukunftsängste verspüren. So hatten die Schüler*innen von Klasse 9 bis 11 die Auswahlmöglichkeiten "Ja", "Nein", "Ein bisschen" und "Ich weiß es nicht" und sollten diese kurz begründen. Am Ende waren es 32 Teilnehmer*innen, die entweder sehr ausschweifend antworteten oder ihre Begründungen kurz und knapp auf den Punkt brachten.

Immerhin 35,5 Prozent blicken besorgt in die Zukunft. Und knapp die Hälfte gab an, dass sie sich zum Teil ängstigt. Dagegen werfen zwei Schüler*innen einen völlig sorgenfreien Blick auf das, was kommt und gehen es positiv an. Und einer ist völlig planlos und hat bisher keine konkrete Zukunftsvorstellung.

Die Beweggründe der 14- bis 17-Jährigen fielen dabei sehr vielfältig aus. Auffallend war die mehrfach erwähnte Sorge um den Klimawandel und die sich verändernde Politik. Das Ungewisse ist es, was einigen Angst macht. Oft nicht beeinflussen zu können, ob die Politik weniger rechtsorientiert sein wird oder ob der Klimawandel den Planeten frühzeitiger zerstören wird.

Kurz und knapp brachte ein Schüler seine Sorge mit der Antwort "Trump" auf den Punkt. Auch ob es einen möglichen Dritten Weltkrieg geben wird, sowie Ressourcenknappheit und Terrorismus bereitet schon jetzt vielen Teilnehmenden Sorge.

Aber auch persönliche Gründe wurden angeführt, wie Geldmangel, Verlust wichtiger Personen, Verantwortung übernehmen. Einige fühlen sich dem Druck noch nicht gewachsen. Es gebe so viele Ausbildungs-, Studien- und Jobmöglichkeiten und dazu so wenig Aufklärung, dass man völlig panisch werde und als Schutzmechanismus lieber die Augen verschließe.

Darüber hinaus plagt viele der Gedanke, das Abitur werde zu schlecht ausfallen oder man selbst sei nicht gut genug. Und langfristig stellt sich ein Beteiligter die Frage, wie es ihm später mit der Rente gehen wird und wie sich die Lage bis dahin noch verändert.

Die Sorgen der Schüler*innen sind breit gefächert und zeigen, dass es früh beginnen kann, sich viele Gedanken über die Zukunft zu machen und dadurch auch sehr negativ und besorgt auf das Kommende zu blicken.

Jelena Scharf, 16, macht sich ebenfalls Sorgen: "Wenn ich an die Zukunft denke, habe ich ein bisschen Angst davor, dass sich meine Pläne nicht so realisieren lassen, wie ich sie mir vorgestellt habe. Zum Beispiel eine eigene Wohnung nicht haben zu können aufgrund der hohen Mieten, oder das Wunschstudium nicht zu schaffen und stattdessen einen anderen Weg einzuschlagen, der mich nicht so glücklich macht."

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