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Schulserie
Eine schwere Entscheidung - Ausbildung oder Studium?

Rebekka Ahl
Rebekka Ahl © Foto: OGA
Rebekka Ahl / 15.03.2019, 13:49 Uhr - Aktualisiert 15.03.2019, 14:17
Oranienburg (Rebekka Ahl) In den ersten Jahren unseres Lebens, haben wir kaum Einfluss auf dessen Grundstruktur. Erst kommt der Kindergarten, dann geht es in die Grundschule und danach folgt schließlich die Oberschule, und plötzlich soll man alleine entscheiden, wie man den weiteren Verlauf seines Lebens gestaltet. Was also soll man nun tun? Nach dem Abitur folgt die schwierige Entscheidung zwischen Hochschule und Berufsschule. Das ist eine Wahl, die individuell getroffen werden muss, denn so schön es auch wäre, es gibt weder richtig noch falsch, kein besser oder schlechter.

Was aber sind Indikatoren, die einen zu einer Ausbildung leiten können? Für die 18-jährige Schülerin Vanessa ist es so, dass der Weg zum Traumberuf über eine Ausbildung führt. Als erstes schießt dabei vielen die Befreiung vom Schulstress in den Kopf. Aber da ist eigentlich nicht ganz richtig. Um die Berufsschule und einige Prüfungen kommt man neben dem Arbeitsalltag im Ausbildungsbetrieb nicht herum. Allerdings besteht die Möglichkeit, neu gelernte Dinge sofort praktisch anzuwenden und direkt ins Arbeitsleben einzusteigen  also im Unterschied zur Schule nicht nur reine Informationsaufnahme.

Natürlich sind die Ausbildungsvergütung und die finanzielle Unabhängigkeit, die diese mit sich bringen, auch ziemlich verlockend. Auszubildende sind früher nicht mehr abhängig von ihren Eltern und können sich schneller individuell entfalten, als wenn sie noch ein paar Jahre länger in der Schule bleiben, um später studieren zu können.

Da während der Ausbildungszeit meist mehrere Abteilungen eines Unternehmens durchlaufen werden, besteht die Chance, vielfältige Erfahrungen zu sammeln. Und je breiter der Erfahrungshorizont ist, desto leichter wird einem später die Jobsuche fallen. Das Tolle an einer Ausbildung ist jedoch, dass man sich oft nicht viele Sorgen um die Jobsuche machen muss, schließlich werde die meisten von ihrem Ausbildungsbetrieb auch übernommen.

Allerdings ist nicht alles an einer Ausbildung positiv. In einer Firma müssen sich Azubis der dort herrschenden Hierarchie unterwerfen, den Anweisungen von oben mit Sorgfalt folgen und sich anpassen. Doch kann der Umgang mit Pflichten, Kollegen und Vorgesetzten auch vorteilhaft für die persönliche Entwicklung sein.

Trotz dieser Vorteile entscheidet sich die Mehrheit der Abiturientinnen und Abiturienten nicht für eine Ausbildung. Die Folge: Der Fachkräftemangel macht sich in der Wirtschaft bemerkbar. Der demographische Wandel kommt erschwerend hinzu. In nächster Zeit werden also mehr fähige Fachkräfte in Rente gehen, als neue hinzukommen. Betriebe in Deutschland müssen sich in zehn Jahren mit 80 000 Auszubildenden weniger zurechtfinden als heute. Ein Problem dabei ist, dass das Handwerk große Schwierigkeiten mit seinem Image hat. Denn jahrelang hieß es bloß, dass, wenn sich keine andere Möglichkeit ergebe, das Handwerk immer noch eine Option sei. Um Ausbildung also genauso so attraktiv zu machen wie ein Studium, muss diese Ansicht erst revidiert werden.

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