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Fußball
Sie waren die Eintracht-Helden im Stadtderby-Hinspiel

Steffen Kretschmer / 20.03.2019, 14:35 Uhr
Oranienburg (Moz) Für Sebastian Knaack (kleines Bild) und Miguel Unger schlug am 30. September des vergangenen Jahres die große Stunde. Mit ihren Toren schossen sie den Oranienburger FC Eintracht zum 2:0-Erfolg beim TuS Sachsenhausen. Es waren ihre ersten Treffer in diesem Vergleich.

An diesem Sonntag kommt es nun erneut zum Stadt-Duell der Fußball-Brandenburgliga. Für Unger genau im richtigen Moment. "Aktuell ist es noch so, dass ich mich aufs Training und das Derby freuen kann", sagt er. Der OFC-Kicker steckt mitten in den Vorbereitungen auf seine Examens-Prüfungen, die wenige Tage nach dem Spiel beginnen. Ein Sieg gegen den Ortsrivalen käme da logischerweise gerade recht.

Erinnerungen an das Hinspiel und das eigene Tor:

Knaack: In der 26. Minute brachte Knaack sein Team auf die Siegerstraße. Das 1:0 für den OFC fiel im Anschluss an eine Flanke und das Tor noch im Gedächtnis. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Partie nach diesem Treffer wegen einer Verletzung von Sachsenhausens Pascal Heidenreich lange unterbrochen war. "Er war mit seinem Torhüter Nick Schrobback zusammengekracht", denkt Knaack zurück. "Marc Moldenhauer hatte mir in diesem Moment den Ball zurückgelegt. Ich dachte dann nur: Augen zu und durch. Ein 1:0 ist immer wichtig. Wir hatten dann etwas in der Hand und der Gegner musste etwas machen."

Unger: Sein 2:0 hat der Oranienburger Offensivspieler noch vor Augen. Aus den Derbys gegen Sachsenhausen würde aber generell immer einiges hängen bleiben, sagt Miguel Unger. "Diese Spiele sind etwas Besonderes. Zum einen wegen der Kulisse, und zum anderen da wir gegen Spieler antreten, die wir gut kennen und mit vielen auch schon gemeinsam auf dem Platz gestanden haben." Einer von diesen Spielern, die Unger meint, ist Nick Schrobback. Der Keeper des TuS habe ihm damals gesagt, dass er "direkt nach meinem Schuss von halblinks nahe der Strafraumkante wusste, dass der Ball reingehen würde".

Veränderungen nach Premierentreffer:

Knaack: Oranienburgs Verteidiger kann den Treffer aus dem Hinspiel gut einordnen und will diesen bisher einmaligen Erfolg gar nicht so hoch heben. Nur in den Wochen nach dem Sieg beim TuS habe es von dem einen oder anderen Mitspielern noch "ein paar Sprüche gegeben. Niemand ist aber nach einem Tor im Derby wichtiger als sonst oder plötzlich in ein anderes Level aufgestiegen."

Unger: "Danach war alles ganz normal." Schon am Tag darauf habe eher das Gefühl und die Freude überwogen, ein Derby als Mannschaft gewonnen zu haben.

Weitere Erfolgserlebnisse im Derby:

Knaack: Dagegen hätte er überhaupt nichts enzuwenden. Knaack sagt aber auch ganz klar, dass er nur zu gerne auf ein Tor verzichten und dafür die drei Punkte nehmen würde. "Wenn natürlich beides dabei rumkommt, wäre es umso schöner."

Unger: "Besser ist es." Aber auch hier hebt Unger das Team hervor. Natürlich würde er sich über weitere Tore freuen. Letztlich sei es aber "völlig egal, wer trifft. Und wenn Nick Schrobback den Ball diesmal selbst rein macht, ist das auch in Ordnung", sagt der Oranienburger mit einem Lachen.

Kreisstadt-Teams in Torlaune:

Knaack: Auch wenn Oranienburg zuletzt 5:0 in Brieselang und Sachsenhausen 4:1 gegen Falkensee gewannen, prophezeit der Oranienburger wenige Tore für das Spiel am Sonntag. "Beide Teams haben eine gute Defensive und niemand wird in diesem Aufeinandertreffen mit offenem Visier agieren."

Unger: Für den OFC-Spieler ist das schwierig vorherzusagen, ob viele Treffer fallen werden. Die Teams weisen nach 19 Spieltagen eine ähnliche Trefferbilanz auf. Defensiv stabil, jedoch vorne oft mit einer überschaubaren Quote. Und dennoch lobt Unger die "brutal starke Offensive des TuS. Die ist immer gefährlich, auch bei langen Bällen. Andor Müller kann gut seinen Körper zwischen Ball und Gegner bringen und die Kugel immer wieder behaupten. Christopher Groll hat einen hervorragenden Abschluss und Neuzugang Patrick Richter hat in der Brandenburgliga schon deutlich nachgewiesen, dass er weiß, wo das Tor steht. Sachsenhausen ist mit seinen Stürmern einfach gefährlich, und von dieser Sorte haben sie sogar drei."

Blitzsaubere OFC-Leistung im Hinspiel:

Knaack: Für viele der 1 324 Zuschauer war es unerwartet, dass der Oranienburger FC Eintracht das Hinspiel recht dominant gestalten konnte. Aus Sicht von Sebastian Knaack kam es jedoch "nicht so überraschend, dass wir überlegen waren". Viel hänge von den äußeren Bedingungen ab. "Und im Hinspiel war der Platz in Sachsenhausen richtig gut. Wenn das Umfeld stimmt und der Rasen es zulässt, bin ich der Meinung, dass wir in der Lage sind, fußballerisch mehr zu leisten als der TuS. Wenn es so kommt, denke ich, dass wir Vorteile haben sollten."

Unger: "Wir hatten schon Spiele, in denen wir klar unterlegen waren. Andersrum aber auch. Sehr häufig war es aber ausgeglichen." Unger rechnet damit, dass es auch am Sonntag ein enges Spiel sein werde. Er vergleicht das Stadtduell mit einem Pokalspiel, bei dem es völlig egal ist, welche Mannschaft wo in der Tabelle steht. Wenn TuS gegen andere Mannschaften auch nicht immer Top-Leistungen abrufen könne, "gegen uns ist es immer das Spiel des Jahres". Worauf es für  ihn und seinen OFC ankommen wird? "In 90 Minuten kann viel passieren. Wir dürfen auf keinen Fall hektisch werden und müssen versuchen, fußballerisch Lösungen zu finden."

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