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Dauerprovisorium
Kita im Schlosspark soll wieder zur Schule werden

Die frühere NVA-Unterkunft im Schlosspark hat noch lange nicht ausgedient. Der "Schuhkarton", der zurzeit als Übergangskita benutzt wird, soll ab 2023 nochmals als Grundschule wiederbelebt werden.
Die frühere NVA-Unterkunft im Schlosspark hat noch lange nicht ausgedient. Der "Schuhkarton", der zurzeit als Übergangskita benutzt wird, soll ab 2023 nochmals als Grundschule wiederbelebt werden. © Foto: Friedhelm Brennecke
Friedhelm Brennecke / 09.04.2019, 10:36 Uhr
Oranienburg (MOZ) Das ehemalige Kasernengebäude im Schlosspark, das derzeit als Ausweichquartier für Kitas genutzt wird, soll ab 2023 für einen Übergangszeitraum wieder zur Grundschule werden. Das schlägt die Verwaltung mit einem Selbstbindungsbeschluss den Stadtverordneten vor.

Dabei passt das Sprichwort "Totgesagte leben länger" ganz treffend auf die Geschichte des "Schuhkartons", wie viele den schlichten Bau gern nennen. Denn als vor zehn Jahren die Landesgartenschau in Oranienburg eröffnet wurde, hätte die frühere NVA-Unterkunft  im Schlosspark längst abgerissen sein sollen. Denn in die "Traumlandschaften einer Kurfürstin" passte das profane Gebäude weder historisch noch baulich.

Bekanntlich kam es anders. Der "Schuhkarton" diente der Comenius-Grundschule noch weitere acht Jahre als Schulhaus inmitten einer schönen Parklandschaft. Nach dem Comenius-Umzug ins moderne Schulhaus in Oranienburg-Süd, rückte ebenfalls noch keine Abrissbirne an. Die Stadt Oranienburg benötigte dringend ein Ausweichquartier für zu sanierende und noch gar nicht gebaute Kitas.  Also begann im Herbst 2017 der knapp eine Million Euro teure Umbau zur Park-Kita, in der seit Oktober vorigen Jahres Kinder der noch zu bauenden Kita Speyerer Straße betreut werden. Damit die Kita in Lehnitz saniert werden kann, sind derzeit auch die Mädchen und Jungen dieser Einrichtung dort untergebracht. Ihnen folgen noch Kinder aus der Kita Sachsenhausen sowie der Kita Friedrich Fröbel und der Kita Am Schlosspark.

Doch auch wenn die "Kita-Phase" im Schlosspark zu Ende geht, wird das aus Stein gemauerte Gebäude im historischen Schlosspark noch nicht geopfert. "Wir haben gar keine andere Wahl", sagt  Bildungsdezernentin Stefanie Rose (Linke). "Denn wir kennen ja bereits die Zahlen der Kinder, die im Sommer 2023 in der Innenstadt einzuschulen sind. Bis dahin benötigen wir drei weitere Grundschulzüge", sagt sie. Die Park-Schule solle allerdings keine Dauereinrichtung, sondern nur als Übergangsstandort, das allerdings bis 31. Dezember 2031, genutzt werden.

Deshalb sei die Stadt dabei, eigene Flächen in der Innenstadt planungsrechtlich als Schulstandorte zu sichern. Das ist einmal ein havelnahes Grundstück an der Lehnitzstraße und zum anderen ein Areal in der Weißen Stadt. An der Lehnitzstraße ist allerdings zuvor ein umfassendes Gutachten zu erstellen, inwieweit das noch radioaktiv verseuchte Terrain überhaupt genutzt werden kann. Der Hauptausschuss hat dem Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan "Schule und Wohnen an der Lehnitzstraße" Montagabend zugestimmt. Für die Flächen in der Weißen Stadt, die ursprünglich an die Deutsche Seniorenresidenz zur Errichtung eines Altenheims verkauft werden sollten, traten die Stadtverordneten in ihrer letzten Sitzung auf die Notbremse. Sie kassierten den bereits aufgestellten B-Plan und zogen die Bereitschaft zum Grundstücksverkauf zurück. Für das Gelände an der Dr.-Kurt-Schumacher-Straße soll im September ein B-Plan mit dem Ziel "Schulneubau" aufgestellt werden.

"Wir können es drehen und wenden, wie wir wollen. Einen Schulneubau werden wir bis zum Schuljahresbeginn 2023 nicht ans Netz bekommen", schätzt Stefanie Rose  die Lage ein.  Bis dahin sei aber der erneute Umbau zu einer Grundschule zu schaffen. Voraussetzung ist aber, dass das Bauordnungsamt des Landkreises der nötigen Nutzungsartenänderung auch zustimmt. Nach ersten Gesprächen in der Kreisverwaltung soll von dort grünes Licht gekommen sein. Der Landkreis besteht jetzt allerdings darauf, dass das Spielchen mit dem bereits vor mehr als zehn Jahren totgesagten Bau nicht bis zum St.Nimmerleinstag weitergeht. Deshalb wird ein Selbstbindungsbeschluss seitens der Stadt erwartet. Damit verpflichtet sich die Stadt, spätestens im Haushalt 2032 Mittel einzustellen, um einen Abriss des Gebäudes veranlassen zu können. Dem stimmte der Hauptausschuss Montagabend bei zwei Enthaltungen zu.

Schulen werden erweitert

Die Parkschule soll als zweizügige Übergangsschule vom Schuljahr 2023 bis längstens Ende 2031 genutzt werden.

In Kürze beginnen die Bauarbeiten zur Erweiterung der Oranienburger Havel-Grundschule. Sie erhält einen Trakt für die ersten Klassen und läuft dann fünfzügig.

Friedrichsthal soll bis voraussichtlich Oktober 2021 einen zweizügigen Schulneubau am Sportplatz bekommen. Dort sollen auch Schüler aus der Kernstadt beschult werden.

Ein zweiter Zug soll bis August 2021 an der Grundschule Lehnitz angebaut werden, die dann auch komplett zweizügig eingerichtet sein wird.⇥bren

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