Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Wahlkampf
AfD diskutiert mit umstrittener "Zukunft Heimat"

Nachdem mehrere Wirte der AfD abgesagt hatten, darf sich die Partei nun auf dem Bauernmarkt in Schmachtenhagen versammeln.
Nachdem mehrere Wirte der AfD abgesagt hatten, darf sich die Partei nun auf dem Bauernmarkt in Schmachtenhagen versammeln. © Foto: Friedhelm Brennecke
Klaus D. Grote / 14.05.2019, 17:15 Uhr
Schmachtenhagen (MOZ) Die Oranienburger Alternative für Deutschland (AfD) lädt zusammen mit dem Verein "Zukunft Heimat" zu einem "Bürgerdialog" in den Oberhavel-Bauernmarkt in Schmachtenhagen ein. Dort sollen am Donnerstag ab 19 Uhr interessierte Oranienburger mit den Kandidaten der AfD für die Stadtverordnetenversammlung sowie für die Ortsbeiräte Lehnitz, Zehlendorf und Schmachtenhagen bei einem "offenen Dialog" ins Gespräch kommen, teilte Pressesprecher Ingo Schmidt mit.

Bereits vor zwei Monaten hatte die AfD zu einem Bürgerdialog eingeladen. Doch nacheinander sagten zwei Gastronomen in Germendorf der Partei für die Veranstaltung ab. Sie hatte vorab nicht darüber informiert, dass es sich um politische Veranstaltungen handelte. Mit ihrem Hennigsdorfer Landtagsabgeordneten Andreas Galau und dem früheren Thüringer Chef des Landeskriminalamtes Uwe Kranz wollte die AfD am 18. März über "Innere Sicherheit, Integration und islamischen Terrorismus" reden. Der Bauernmarkt hat offenbar keine Probleme mit der AfD.

Auch diesmal soll es vorrangig nicht um Kommunalpolitik sondern um "überregionale Themen gehen", so Schmidt. Dazu eingeladen wurde der Bundestagsabgeordnete Martin Reichardt aus Sachsen-Anhalt, der früher der SPD, der FDP und den Republikanern angehörte und in seiner Fraktion nun für Demografie und Familienpolitik zuständig ist.

Außerdem soll der Landtagskandidat Christoph Berndt sprechen. Der 61-jährige Labormediziner gilt als versierter Redner, der mit seinem Verein "Zukunft Heimat" regelmäßig zu Demonstrationen mobilisierte. Sein Ziel war es, nach dem Vorbild Pegidas aus Cottbus ein zweites Dresden zu machen. Berndt bezeichnet die Stadt als "Knotenpunkt der patriotischen Bewegung in Deutschland".

Zu den Demonstrationen lud er auch führende Köpfe der Neuen Rechten ein. Brandenburgs Verfassungsschutz attestiert dem Verein direkte Verbindungen zu Neonazis sowie "organisatorische und personelle Überschneidungen" vor allem mit der rechtsextremistischen "Identitären Bewegung". Der Verein suche Verbindungen zur Einflussnahme ins bürgerliche Milieu.

Nähe zu Rechtsextremen

Die AfD hat in Oberhavel neben dem Kreisverband Ortsverbände in Birkenwerder, Hohen Neuendorf, Hennigsdorf und Oranienburg. Der Kreisverband lädt regelmäßig zu Stammtischen in den Ratskeller in Birkenwerder ein.

Zur Wahl der Stadtverordnetenversammlung tritt die AfD Oranienburg mit zehn Kandidaten und einer Kandidatin an.

Der Verein Zukunft Heimat" zieht nach Angabe von Brandenburgs Verfassungsschutz zu seinen Demos regelmäßig zahlreiche Rechtsextremisten an, darunter NPD-Mitglieder, Neonazis aus der Kameradschaftsszene und dem Umfeld der aufgelösten Hooligan-Gruppe "Inferno Cottbus".⇥kd

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.
Paul Müller 16.05.2019 - 12:52:23

Haben die Terroristen der „Antifa“ Hausbesuche angekündigt ?

... oder gab es andere Gründe für die Absagen ? „Doch nacheinander sagten zwei Gastronomen in Germendorf der Partei für die Veranstaltung ab.“

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG