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Verkehr
Pilotprojekt für sichere Schulwege

Jürgen Liebezeit / 15.05.2019, 14:45 Uhr
Glienicke (MOZ) "Der Druck muss von unten kommen", appellierte Andreas Blaschke, Sprecher der ADFC-Ortsgruppe Birkenwerder, an die Achtklässler der Regine-Hildebrandt-Gesamtschule, die am Dienstag die Sicherheit der Schulwege untersucht haben. "Nur dann gibt es bauliche Änderungen, die mehr Sicherheit für Radfahrer und Fußgänger bringen", ist Blaschke überzeugt.

Änderungen sind aus Sicht der Schüler dringend erforderlich. In fünf Gruppen sind sie in Birkenwerder, Borgsdorf und Hohen Neuendorf zu Fuß und mit dem Rad unterwegs gewesen, um Mängel, Konfliktpunkte und Gefahrenstellen zu dokumentieren. Begleitet wurden sie von Mitgliedern der ADFC-Ortsgruppe, vom Klimamanager der Gemeinde, Martin Thiele, von Maren Born vom Netzwerk Verkehrssicherheit Brandenburg sowie von Lehrer Sven Dewitz. "Die geparkten Autos haben uns oft die Sicht genommen. Außerdem sind viele Markierungen verblasst", sagte zum Beispiel Ben. Viele empfanden die kombinierten Rad- und Fußwege, zum Beispiel an der Clara-Zetkin-Straße als viel zu schmal. Kritisiert wurden auch viele Ampelschaltungen, die vorrangig für den Autoverkehr programmiert seien. "In Borgsdorf mussten wir eine Minute warten", beschwerte sich eine Schülerin bei der Auswertung. Maren Born monierte auch die Lenkung der Radfahrer. "Selbst wenn man sich korrekt verhält, kommt es zu Konflikten." Als Beispiel nennt Blaschke die aktuelle Baustelle an der B 96 auf Höhe Lidl. Dort müssen Radfahrer absteigen und auf die andere Seite gehen. Der Radweg auf dem Anger darf aber nur in Richtung Ortsmitte befahren werden. "Da bleibt nur die Straße." Auch an der Rathauskreuzung und am S-Bahnhof – beide Plätze hat der ADFC schon mehrfach kritisiert – waren die Jugendlichen unzufrieden. Dort fordern sie Ampeln mit Vorrang für Radfahrer.

Die Ergebnisse der Erkundungen werden jetzt der Gemeinde zur Verfügung gestellt und in ein Verkehrskonzept eingearbeitet. An der Schule sind weitere Projekte wie ein Fahrradaktionstag und Workshops geplant. Das Projekt ist auf Initiative der ADFC-Ortsgruppe entstanden und hat Pilotcharakter. Denn es soll auch an anderen Schulen in Brandenburg durchgeführt werden. Deshalb wird es vom Netzwerk Verkehrssicherheit wissenschaftlich begleitet und dokumentiert. Entwickelt wird ein Präventions- und Beteiligungsprojekt für Schüler der Altersgruppe zwischen 14 und 16 Jahre. Es baut auf das Projekt "Kleiner Adler für sichere Schulwege" auf, das in Hohen Neuendorf mit Grundschülern durchgeführt wurde.

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