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Neubau
Neuer Hort für 120 Kinder in Bötzow eröffnet

Kommste rein, kannste rausgucken: Die Fenster im mit hellen Farben gestrichenen Flachbau sind mitunter rund und lassen die Kinder nicht nur nach draußen, sondern auch in die Flure der Einrichtung gucken.
Kommste rein, kannste rausgucken: Die Fenster im mit hellen Farben gestrichenen Flachbau sind mitunter rund und lassen die Kinder nicht nur nach draußen, sondern auch in die Flure der Einrichtung gucken. © Foto: Marco Winkler
Marco Winkler / 17.05.2019, 19:34 Uhr
Bötzow (MOZ) Pippi Langstrumpf ist umgezogen. Am Donnerstag wurde der Neubau des gleichnamigen Hortes in Bötzow offiziell eröffnet. Die Kinder nutzen ihre Räume schon seit Ende April. "Wir haben lange auf diesen Augenblick gewartet", sagte Hort-Leiterin Bettina Fanslau. Von der Planung bis zur Fertigstellung sei einige Zeit ins Land gezogen. "Für uns als Team war das nicht immer einfach", sagte sie. Umso größer sei die Freude, den Kindern nun den Raum (im doppelten Sinn) geben zu können, den sie für ihre Entwicklung benötigen.

Seit 2013 ist Bettina Fanslau aus Schulzendorf bei Gransee Hort-Leiterin in Bötzow. Bisher hatte der Ort aber nur einen Behelfsbau an der Schule sowie die Kita, in der Hort-Kinder betreut werden. "Das jetzt ist wie ein Palast", sagte Bettina Fanslau. Bürgermeister Peter Leys (BfO) hört solche Worte über den 2,4 Millionen Euro teuren Neubau – rund 1,5 Millionen Euro davon werden gefördert – sicher gerne.

Prognose mit falschen Zahlen

Bauamtsleiter Dirk Eger geht davon aus, dass der Bau noch etwas günstiger werden könnte. "Noch fehlt die Schlussrechnung", sagte er. Bevor die aufgedröselt ist, entzettelte Bürgermeister Leys die Geschichte hinter dem Neubau an der Dorfaue. Es gab einige Widrigkeiten, die zu Verzögerungen führten.

"Kinder sind wirklich ein Segen, aber sie kosten auch Geld", sagte Leys. Dass die Gemeinde überhaupt welches in die Hand nehmen musste, davon ahnte 2016 noch niemand etwas. Eine Kita-Erweiterung um 40 Plätze wurde beschlossen. Die damalige Kita-Bedarfsplanung, Ende 2016 im Gemeindeparlament beschlossen, sagte aus: Die Erweiterung reicht, um die Anmeldungen auch künftig decken zu können. "Die Prognose ging davon aus, dass die Kinderzahl in Oberkrämer nicht wächst", so Leys.

Ein Trugschluss. Der Zuzug hielt an. Kinder kamen, Plätze wurden knapp. Zur Eröffnung der Bötzower Kita-Erweiterung 2017 war klar: Es gibt keine Reserve. Oberkrämer musste reagieren. Zwei neue Hortgebäude wurden deshalb in Auftrag gegeben. Eines in Vehlefanz (2017 fertiggestellt) und eines in Bötzow. Ziel sei es auch gewesen, den bis heute noch in Schulräumen betreuten Hort-Kindern ein separates Gebäude zur Verfügung zu stellen – als eigenes Refugium.

Der Baustart in Bötzow verzögerte sich. Als die Baugenehmigung im August 2017 vorlag, fehlten die Fördermittel. "Ohne die durften wir aber nicht anfangen mit dem Bau", so Peter Leys. Die Bescheide kamen Ende 2017. "Wir wollten so schnell wie möglich loslegen." Das war im März 2018. Womit aber niemand rechnete: Archäologen.

Bis in zwei Meter Tiefe schienen sie jedes Sandkorn dreimal umgedreht zu haben, sagte Leys. Die archäologische Begleitung hielt auf. Im Juni konnten die Bagger dann aber anrollen. "Wir haben Zeit aufgeholt." Im April waren die Arbeiten fertig. "Ich wünsche mir, dass die Kinder sich hier wohlfühlen", so Leys über den für 120 Kinder ausgelegten Hort mit Funktions- und Gruppenräumen sowie einer eigenen Cafeteria.

"Es sind helle Räume geworden", sagte Hort-Leiterin Bettina Fanslau. "Wir haben viel Platz für Kreativität." Für Ortsvorsteher Günter Franke (Linke) war die Eröffnung die letzte Amtshandlung. Er tritt zur Kommunalwahl nicht mehr an. Seit 1993 ist er in der Kommunalpolitik. Er hat so einige Eröffnungen erlebt. "Das hier ist eine der schönsten", sagte er.

Ein weitere Hort soll Platz für 74 Kinder bieten

Mit dem Hortneubau ist die Gemeinde Oberkrämer auf dem besten Weg, dem Anstieg an Kinderzahlen Rechnung zu tragen. Und es gibt weitere Pläne, um für Entlastung zu sorgen.

Das Haus in der Dorfaue 1, das direkt vor dem Neubau gestanden hatte, wurde deshalb abgerissen. Die Mieter fanden mit Hilfe der Gemeinde eine andere Bleibe. Grund: Oberkrämer errichtet ein weiteres Hortgebäude.

Der Bauantrag sei in Arbeit, sagte Bürgermeister Peter Leys. Wenn alles gut geht, könnte das Gebäude 2020 fertiggestellt werden.

Es soll Platz für weitere 74 Kinder bieten. Über einen Weg werden die beiden Gebäude miteinander verbunden. Damit können an diesem Standort in Bötzow insgesamt rund 200 Kinder betreut werden.

Ziel der Gemeinde Oberkrämer ist es, die Kinder, die momentan noch in der Grundschule Bötzow betreut werden müssen, gänzlich an einem zentralen Ort betreuen zu können.⇥win

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