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Bildung
Stadtverordnete gegen eine zusätzliche Schulklasse

Schönes altes Gebäude: Die Klassenräume sind aber klein, und es sind wenige.
Schönes altes Gebäude: Die Klassenräume sind aber klein, und es sind wenige. © Foto: Heike Weißapfel
Heike Weißapfel / 24.05.2019, 19:21 Uhr
Hohen Neuendorf (MOZ) Die Dr.-Hugo-Rosenthal-Oberschule soll nach den Sommerferien dreizügig werden, also drei siebente Klassen aufnehmen statt zwei,  72 Schülerinnen und Schüler statt 48. Weder die Stadtverordneten noch die Schulleiterin sind von dieser Aussicht begeistert, zumal alle kurzfristig davon erfahren haben.

"Wir bekamen am 8. Mai den Anruf vom Schulamt, dass es in den Anmeldezahlen zu Unstimmigkeiten kam und die Zügigkeiten nicht ausreichend sind", berichtete Sozialfachbereichsleiter Sebastian Kullack am Donnerstagabend in der Stadtverordnetenversammlung. "Wir sehen uns als Stadtverwaltung in der Pflicht, gegenüber dem Schulamt klarzumachen, dass das eine Ausnahme sein muss", begründete Kullack, warum das Thema überhaupt mit Beschluss auf der Tagesordnung stand. "Denn nächstes Jahr wird sich die Situation nicht ändern." Mehrere Stadtverordnete bezweifelten, dass es bei dieser Ausnahme bleiben würde, wenn die Dreizügigkeit erst einmal etabliert wurde.

Die Stadt Hohen Neuendorf ist die Schulträgerin der Oberschule, die sich als bewusst nicht zu große, zweizügige Schule in den vergangenen Jahren einen guten Ruf erarbeitet hat, "Schule ohne Rassismus und mit Courage" ist, sich besonders der Gesundheit widmet, gemeinsames Lernen eines Jahrgangs pflegt. Mit 90-Minuten-Unterrichtseinheiten habe die Schule gute Erfahrungen gemacht, die so aber nur bei einer geraden Anzahl von Klassen möglich sind.

Die Schule ist beliebt, und die zwei siebenten Klassen immer schnell voll. Der Erstwunsch eines einzigen Borgsdorfer Kindes habe diesmal abgelehnt werden müssen, weil in den zwei Klassen kein Platz mehr frei war. Alle anderen kämen aus anderen Orten sogar bis nach Schönermark, erläuterte Katharina Schlumm. Das Kind aus Borgsdorf würde von einer Dreizügigkeit allerdings profitieren; es könnte dann aufgenommen werden.

Da es schon einmal drei Klassen eines Jahrgangs gab, werden derzeit neun Klassen in elf Räumen unterrichtet. Nur eines der Fachkabinette ist nicht zugleich Klassenzimmer. "Letztes Jahr wurde unsere Schule vermessen. Ich habe es schriftlich: Unsere Räume sind klein und eng, und es sind wenige", sagte Schlumm. "Einzige Chance ist, die Mensa zu nutzen", sagte die Schulleiterin. Sie ärgert sich auch über die späte Anforderung des Schulamtes. Die Planungen für die Gymnasien seien bereits vor Monaten erfolgt. Nun fehlten an der Oberschule drei Lehrkräfte, vor allem in Deutsch und Englisch, frühere Bewerber seien anderweitig vergeben, und ihre Kollegen wüssten noch nicht, welche Klassen sie im kommenden Schuljahr leiten oder unterrichten werden. Auch die zusätzlich nötigen Sportstunden müssten in der Niederheide oder in der Stadthalle irgendwie untergebracht werden. Die Schule hat keine eigene Halle.

Die Stadtverordneten machten mit der einstimmigen Ablehnung der Dreizügigkeit zwar ihre Haltung deutlich. Der Erste Beigeordnete Volker Tönnies warnte aber vor allzu großen Hoffnungen: "Wir müssen damit rechnen, dass das Schulamt von seinem Direktionsrecht Gebrauch macht und diese dritte Klasse trotzdem zuweist."

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