Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Bildung
Landtagsabgeordnete stellen sich Gymnasiasten

Jürgen Liebezeit / 07.06.2019, 17:12 Uhr
Hohen Neuendorf (MOZ) Fünf provokante Thesen haben sich 30 Zehntklässler des Hohen Neuendorfer Marie-Curie-Gymnasiums ausgedacht, um sie mit Vertretern des Brandenburger Landtags zu diskutieren. Im Rahmen des Landtagsprojektes "DialogP" standen am Freitagvormittag Inka Gossmann-Reetz (SPD), Gerrit Große (Linke), Andreas Galau (AfD) und Axel Vogel (B90/Grüne) als Gesprächspartner zur Verfügung. Frank Bommert (CDU) war verhindert und wurde spontan durch Schulleiter Thomas Meinecke ersetzt.

Nach einer witzigen Vorstellungsrunde und einem Wissensquiz ging es ans Eingemachte.

Auf jeden der fünf Themenkomplexe hatten sich Schülergruppen im Politikunterricht vorbereitet und eine Meinung gebildet. Diese wurde dann mit jedem Politiker individuell erörtert. So wurde beispielsweise die Frage besprochen, ob der Vorschlag von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zur Organspende realisiert werden sollte. Seine sogenannte Widerspruchslösung sieht vor, dass alle deutschen Staatsbürger ab 16 Jahren über den Zeitraum von einem Jahr ausführlich informiert und schließlich als Spender registriert werden – außer sie widersprechen. Nach dem kritischen Abwägen der Vor- und Nachteile revidierte die Gruppe dann ihre Meinung. Sie lehnte jetzt die Spahn-Idee ab und sprach sich für den alternativen Vorschlag aus. Der sieht vor, ein zentrales elektronisches Organspende-Register einzuführen. Dort soll jeder Bürger selbst eintragen können, ob er Spender sein will oder nicht. "Das war eine spannende Diskussion mit euch", lobte Axel Vogel die Jugendlichen.

Auch der Vorschlag, alle Gartenbesitzer zu verpflichten, eine Bienenweide anzulegen, wurde leicht revidiert. Grundsätzlich fanden die Jugendlichen die Idee gut, nahmen aber zur Kenntnis, dass Zwang nicht immer dies beste Lösung ist. Ähnlich war auch die Erkenntnis in der Gruppe, die sich mit dem Verbot von Plastiktüten auseinandersetzte. Aufklärung und Freiwilligkeit waren bei diesen Themen dann die Lösungsansätze, wenn auch die Pflanzpflicht und das Tütenverbot bei der Gesamtabstimmung eindeutig befürwortet wurden.

Die Schülerin Sarah Hecht war nach dem zweistündigen Unterricht der anderen Art zufrieden. "Wir konnten mit den Politikern unsere Meinung austauschen und haben auch Anregungen bekommen", sagte sie. Nele Graf fand es gut, dass sich die Landespolitiker Zeit nahmen, den Jugendlichen zuzuhören und mit ihnen Lösungswege erarbeitet haben. "Das war eine tolle Veranstaltung", fasste sie ihren Eindruck zusammen. Ähnlich ging es auch den Landtagsabgeordneten. Sie lobten vor allem die fundierten Sachkenntnisse der Zehntklässler bei den Themen.

Was steckt hinter DialogP?

Das Projekt "DialogP" ist eine Initiative des Brandenburger Landtages.

Es soll Jugendliche mit Landespolitikern – möglichst aus dem Wahlkreis der Schule –  ins Gespräch bringen.

Die Veranstaltung wird im Unterricht inhaltlich vorbereitet.

In dieser Legislaturperiode gab es elf Veranstaltungen.⇥zeit

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
© 2020 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG